Große Schulen treffen auf große Worte

„Die Wertschätzung des Bundeskanzlers Friedrich Merz anlässlich der Verleihung des Deutschen Schulpreises tut gut und sie ist vollkommen richtig. Er nimmt die schwachen PISA-Ergebnisse zum Anlass, um die Bedeutung von Bildung für unser Land zu unterstreichen und betont, es sei für ihn ‚eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Aufgabe unserer Gesellschaft‘, junge Menschen gut auf ihren Lebensweg vorzubereiten.

In diesem Zusammenhang bezeichnet er Lehrkräfte als ‚die wichtigste Berufsgruppe unseres Landes‘. Doch große Worte verlangen große Taten. Wenn der Bundeskanzler Lehrkräfte zur wichtigsten Berufsgruppe erklärt, stärkt er damit ihren Status als Stabilitätsanker von Gesellschaft und Demokratie. Die logische Konsequenz muss sein, dass die Verbeamtung für Lehrkräfte der Regelfall sein und bleiben muss – als Ausdruck von Verlässlichkeit, Stabilität und der besonderen Verantwortung, die Lehrkräfte im Sinne des Grundgesetzes tragen. Durch den Beamtenstatus wird der Schulbetrieb Tag für Tag, auch in Krisenzeiten, gewährleistet und politische Unabhängigkeit sichergestellt. Dies macht ihn zu einem zentralen Baustein für Bildungsgerechtigkeit“, kommentiert Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), die Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz.

Neckov betont darüber hinaus, dass auch die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte diesem Status angemessen sein müssen und fordert beispielhaft ausreichend qualifiziertes Personal, Entlastung von Bürokratie, verlässliche Rahmenbedingungen und funktionierende Unterstützungssysteme.

Die stellvertretende Bundesvorsitzende des VBE für den Arbeitsbereich Schul- und Bildungspolitik und stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende, Simone Fleischmann, unterstreicht:

„Der Bundeskanzler sagte, Lehrerinnen und Lehrer sind die wichtigste Berufsgruppe unseres Landes. Jawoll! Es sind die Lehrerinnen und Lehrer an unseren Schulen, die die Demokratie in Deutschland tragen, lebendig machen und verteidigen. Dafür stehen wir täglich ein. Dafür steht der gesamte Öffentliche Dienst ein, als Deutschlands Stärke und als Bollwerk gegen den Extremismus. Dazu braucht es jetzt aber auch das, was der Bundeskanzler schon zuvor eingefordert hatte: eine gemeinsame große Kraftanstrengung aller Bundesländer, um die Situation der Bildung in Deutschland zu verbessern.“

Der Deutsche Schulpreis würdigt seit 2006 Schulen, die mit überzeugenden Konzepten und engagierter Arbeit nachweislich gute Schulqualität gestalten. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht einzelne Projekte, sondern das Zusammenspiel von Unterrichtsqualität, Leistung, dem Umgang mit Vielfalt, Verantwortung, Schulleben und Netzwerken sowie der gemeinsamen Weiterentwicklung der Schule.

Neckov kommentiert die Preisverleihung folgendermaßen: „Gute Schule ist kein Zufall. Der Deutsche Schulpreis macht im Großen sichtbar, was im Kleinen jeden Tag passiert. Gutes Lehren und Lernen entsteht, wo Menschen nicht nur jeden Tag ihr Bestes geben, sondern wo sie unterstützt werden, in engagierten Teams zusammenarbeiten und es schaffen, trotz enger Budgets, knapper Personaldecken und komplexer Anforderungen Neues zu schaffen. Dieser Preis macht das sichtbar und den Preisträgern gebührt unser Respekt. Besonders gefreut hat uns, dass mit der Bertha-von-Suttner-Schule aus Mörfelden-Walldorf (Hessen) eine der größten Gesamtschulen des Landes ausgezeichnet wurde. Das zeigt: Gute Schule entsteht, wenn eine Schulgemeinschaft gemeinsame Ziele verfolgt und ihre pädagogische Arbeit konsequent weiterentwickelt. Die Bertha-von-Suttner-Schule überzeugt dabei durch ihren reflektierten Umgang mit Daten, die systematische Verbesserung der Unterrichtsqualität und die persönliche Begleitung ihrer Schülerinnen und Schüler. Sie macht deutlich, wie unterschiedliche Lernvoraussetzungen produktiv genutzt und individuelle Perspektiven eröffnet werden können.“

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus dem frühkindlichen Bereich, der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion.

PM VBE Verband Bildung und Erziehung

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