Erfolgreicher Start des bundesweiten Projekts ASCA in Bad Kissingen zur Verhinderung und Bekämpfung des Callcenter-Betrugs

Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Callcenter-Betrug“ ist das Projekt ASCA – Anti Scam Alliance zur Bekämpfung von Anrufstraftaten – mit einer dreitägigen Kick-off-Veranstaltung in Bad Kissingen gestartet.

Unter der Leitung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg kamen über 100 Expertinnen und Experten aus Polizei, Justiz, Bundeskriminalamt, Europol, weiteren spezialisierten Behörden sowie Partnerdienststellen aus Polen und Ungarn zusammen. Insgesamt wirken rund 50 Behörden und Institutionen aus dem In- und Ausland an dem mit 1,2 Millionen Euro aus EU-Mitteln geförderten Projekt mit.

„Die vernetzte, international ausgerichtete Projektarbeit ist der wesentliche Schlüssel zum Erfolg, um sowohl präventiv als auch repressiv nachhaltig Wirkung zu erzielen, auch über die bis Ende 2028 angelegte Projektlaufzeit hinaus“, sagt Projektleiter Markus Kubo. Dabei kann er auf ein eingespieltes Team aus dem Vorgängerprojekt zurückgreifen, das für ASCA um weitere Expertinnen und Experten ergänzt wurde.

Der Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, Andreas Stenger, betont die Bedeutung des phänomenbezogenen und interdisziplinären Vorgehens: „Wir müssen uns fachübergreifend und flexibel den schnelllebigen Herausforderungen und sich wandelnden Kriminalitätsformen stellen. Mit ASCA schaffen wir dafür die notwendigen Strukturen und bündeln unsere Expertise über Behörden- und Ländergrenzen hinweg.“

ASCA verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl präventive als auch repressive Aspekte umfasst. Dabei baut das Projekt auf den bewährten Strukturen und Ergebnissen des erfolgreich abgeschlossenen Vorgängerprojekts CESA (Callcenterbetrug, Enkeltrick/Schockanruf) auf. CESA konnte bereits im Phänomenbereich Enkeltrick/Schockanruf wichtige Ergebnisse erzielen: Auf Grundlage eines Netzwerks von Polizei und Justiz wurden bundesweite Prozesse etabliert und nationale Datenbankanwendungen wie die Stimm- und Funkzellendatenbank eingeführt. Zudem wurde die internationale Zusammenarbeit strukturell verbessert und ausgebaut. Neben der Etablierung der bundesweiten Präventionskampagne „Ich leg auf!“ konnten national wie international Ermittlungsverfahren gegen organisierte Tätergruppierungen erfolgreich bearbeitet werden.

Das Deliktsfeld bleibt für die meist aus dem Ausland agierenden organisierten Tätergruppierungen jedoch lukrativ. Einige Phänomenbereiche, etwa der Falsche Polizeibeamte oder der Falsche Bankmitarbeiter, konnten in der Arbeit des abgeschlossenen Projekts nicht umfassend berücksichtigt werden.

Deutschlandweit liegt der jährliche Schaden durch Anrufstraftaten weiterhin deutlich über 100 Millionen Euro. Für die Opfer bedeuten die Taten neben finanziellen Verlusten häufig auch nachhaltige psychische Belastungen. Anrufstraftaten bleiben damit ein gesamtgesellschaftliches Thema. ASCA nimmt daher den gesamten Bereich des Callcenter-Betrugs in den Blick und setzt zusätzliche neue Handlungsschwerpunkte. Dazu gehört unter anderem die Prüfung technischer Präventionsmöglichkeiten, mit denen betrügerische Anrufe erkannt und verhindert werden können. Auch der Ausbau der internationalen Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung hat einen hohen Stellenwert. Bestehende Kontakte werden vertieft und weitere Partner aus europäischen und außereuropäischen Staaten für die gemeinsame Projektarbeit gewonnen.

Internationale Austauschformate und eine Roadshow sind bereits vorbereitet und sollen die Grundlage für eine erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit schaffen. Neben der Projektleitung durch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg übernehmen das Bundeskriminalamt, das Landeskriminalamt Berlin und das Polizeipräsidium München Verantwortung für wesentliche Teilbereiche des Projekts. ASCA ist ein Teilprojekt von ISF LUMEN Expanded, das ebenfalls beim LKA Baden-Württemberg angesiedelt ist und als Multiprojekt vier operativ ausgerichtete Projekte bündelt.

PM Landeskriminalamt Baden-Württemberg

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