Vortrag und Kuratorenführung zur Sonderausstellung „Endlichkeit und Ewigkeit“ im Museum im Storchen

Datum/Zeit
Date(s) - 16/09/2026
19:00 - 20:30

Veranstaltungsort
Göppingen - Museum "Storchen"

Kategorien


Dass im Tode alle Menschen gleich sind, traf für das Mittelalter und die Frühe Neuzeit nur bedingt zu. Personen, die im Leben außerhalb der ständisch strukturierten Gesellschaft standen oder sich durch ihr Verhalten disqualifiziert hatten, wurden im Tode systematisch ausgegrenzt.

Diese und weitere Fälle vertieft ein Vortrag von Dr. Dominik Gerd Sieber, Leiter von Archiv und Museen der Stadt Göppingen. Dieser findet am Mittwoch, 16. September, statt und trägt den Titel „Schwierige Tote: Zum Umgang mit Selbstmördern, Fremden und Außenseitern im vormodernen Göppingen“.  So galten beispielsweise Personen, die sich selbst das Leben genommen hatten, lange Zeit weiten Teilen der Bevölkerung als Unglücksbringer, die für die gesamte Gemeinschaft den göttlichen Zorn heraufbeschwören konnten. Eine Bestattung auf dem regulären Friedhof erschien somit untragbar. Erfolgte sie doch, zog dies in manchen Fällen heftige Reaktionen in der Bürgerschaft nach sich, wie im Göppingen des Jahres 1769, wo ein im Oberhofenkirchhof beerdigter Suizidant von einer aufgebrachten Menge wieder ausgegraben wurde.

Die Veranstaltung, die als Teil des Begleitprogramms zur aktuellen Sonderausstellung läuft, ist kostenlos und beginnt um 19 Uhr im Foyer im Museum im Storchen.

Am selben Tag, am Mittwoch, 16. September, findet um 15 Uhr eine Kuratorenführung durch die Sonderausstellung „Endlichkeit und Ewigkeit“ im Museum im Storchen statt. Dr. Dominik Gerd Sieber führt durch die aktuelle Sonderausstellung im Storchen.  Die Schau beschäftigt sich mit dem Thema Tod, Bestattung, Friedhofs- und Erinnerungskultur in Göppingen im Wandel der Zeit. Dabei wird ein weiter Bogen geschlagen, von den keltischen Grabhügeln im Oberholz über alemannische Reihengräberfelder bis hin zum Oberhofenkirchhof und dem Städtischen Friedhof an der Straße nach Hohenstaufen. Auch die Feuerbestattung und aktuelle Entwicklungen in der Bestattungskultur sowie dem Friedhofswesen werden angeschnitten. Anhand von Objekten aus dem städtischen Sammlungsbestand und dem Stadtarchiv lassen sich wesentliche Entwicklungen der Stadtgeschichte nachvollziehen, denn der Umgang mit den Toten, war und ist immer ein Spiegel der Welt der Lebenden.

Die Führung ist kostenlos, lediglich der Eintritt ins Museum ist zu entrichten.

Foto (Stadt Göppingen): Die Verdammten am Jüngsten Tag. Detail aus einer Weltgerichtsdarstellung im Chor der Pfarrkirche Bezgenriet.

 

 

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