Baden-Württembergs Exporte: Europa wächst, USA verlieren

Baden-Württembergs Exportwirtschaft wächst, doch die Entwicklung der Absatzmärkte läuft deutlich auseinander. Während die Ausfuhren in europäische Staaten im ersten Halbjahr 2026 um knapp neun Prozent zulegten, gingen die Exporte in die Vereinigten Staaten um knapp fünf Prozent zurück. Für den Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) ist diese gegenläufige Entwicklung ein deutliches handelspolitisches Signal.

„Zölle und Handelsbarrieren sind Gift für unsere Exportwirtschaft. Sie verteuern Geschäfte, schaffen Unsicherheit und belasten gewachsene Handelsbeziehungen. Gerade für einen international so eng verflochtenen Wirtschaftsstandort wie Baden-Württemberg brauchen wir offene Märkte statt immer neuer Hürden“, sagt BWIHK-Vizepräsident Claus Paal.

Insgesamt exportierten baden-württembergische Unternehmen im ersten Halbjahr 2026 Waren im Wert von rund 126,5 Milliarden Euro und damit 3,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Europa: Der Exportwert stieg auf 87,8 Milliarden Euro. Damit gingen 69,4 Prozent aller baden-württembergischen Ausfuhren in europäische Staaten. Besonders dynamisch entwickelten sich im ersten Halbjahr die Ausfuhren in die Schweiz, die um 18,2 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro stiegen. Die Exporte in das Vereinigte Königreich legten sogar um 28,2 Prozent auf rund 6,9 Milliarden Euro zu.

Demgegenüber sanken die Exporte in die USA um 4,7 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Die Vereinigten Staaten bleiben damit zwar der wichtigste einzelne Absatzmarkt des Landes, entwickelten sich zuletzt aber deutlich schwächer als das Europageschäft. „Die Zahlen zeigen, wie wichtig Europa für unsere Unternehmen ist. Fast sieben von zehn Export-Euro werden mit unseren europäischen Partnern erwirtschaftet. Ein leistungsfähiger europäischer Binnenmarkt, weniger Bürokratie und möglichst wenige Handelshemmnisse sind deshalb für unsere Wirtschaft von zentraler Bedeutung“, so Paal.

Paal warnt zugleich davor, die schwächere Entwicklung des US-Geschäfts hinzunehmen: „Die USA sind und bleiben für Baden-Württemberg ein Schlüsselmarkt. Umso problematischer ist es, wenn neue Handelsbarrieren den Austausch erschweren. Wir brauchen keine Spirale aus Zöllen und Gegenzöllen, sondern verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks. Von ebenso großer Bedeutung ist der zügige Abschluss weiterer Handelsabkommen mit interessierten Ländern und Regionen.“

Hintergrund:

  • Claus Paal ist Vizepräsident des BWIHK und Präsident der IHK Region Stuttgart. Die IHK ist innerhalb des BWIHK federführend für internationale Themen wie die Außenwirtschaft.
  • Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Außenhandelsstatistik, Stand August 2026.

 

 

PM Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag

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