Artenschutztag: Weltweiter Artenschutz wird in der Wilhelma erlebbar

Was verbindet die Regenwälder Mittelamerikas mit den Hochgebirgen Zentralasiens und einer blühenden Wiese vor unserer Haustür? Sie alle sind Lebensräume einer großen Vielfalt von Tieren und Pflanzen – und vieler Arten, deren Zukunft keineswegs gesichert ist. Am Sonntag, 6. September 2026, rückt die Wilhelma dieses verbindende Thema in den Mittelpunkt: Beim Artenschutztag von 11 bis 17 Uhr zeigen der Zoologisch-Botanische Garten und seine Partnerorganisationen, wie konkrete Schutzarbeit vor Ort funktioniert und was internationale Zusammenarbeit für den Erhalt der Biodiversität bewirken kann.

Über das Gelände der Wilhelma verteilt geben Informations- und Mitmachstände von rund 15 Organisationen aus Baden-Württemberg und aller Welt Einblicke in ihr Engagement im Artenschutz. Neu mit dabei sind unter anderem die Forschungsgemeinschaft zum Erhalt einheimischer Eulen (FOGE) und der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Ludwigsburg, der zeigt, mit welchen Maßnahmen das in Baden-Württemberg vom Aussterben bedrohte Rebhuhn wieder eine Zukunft bekommen soll. Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) stellt ein Schutzprojekt für Meeresschildkröten in Kenia vor, während sich am Stand des NABU alles um die Schneeleoparden in Kirgistan dreht. Im Ausgangsbereich des Amazonashauses berichtet Caspar Bijleveld, Direktor des Papiliorama in Kerzers in der Schweiz und Gründungsmitglied der Corozal Sustainable Future Initiative (CSFI), wie diese zusammen mit der Wilhelma durch den Ankauf von Land und der Finanzierung von Rangergehältern zum Schutz der Biodiversität in Belize beiträgt. Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) informiert über das „Zootier des Jahres“, den Kronenkranich. Das Hauptzollamt Stuttgart klärt über den Schmuggel geschützter Arten auf.

Überall wird deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen im Artenschutz sind: Während in manchen Teilen der Erde die Zerstörung und Zerschneidung natürlicher Lebensräume bedrohten Arten zusetzt, sind andernorts Wilderei, Nutzungskonflikte zwischen Mensch und Tier oder Veränderungen ganzer Ökosysteme aufgrund des Klimawandels entscheidende Faktoren. Auch unmittelbar vor der eigenen Haustür ist der Erhalt artenreicher Kulturlandschaften eine wichtige Aufgabe. Mitmachaktionen laden dazu ein, diese Zusammenhänge auf anschauliche Weise kennenzulernen und sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welchen Beitrag jeder Einzelne zum Schutz der biologischen Vielfalt leisten kann.

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin erklärt: „Artenschutz beginnt mit dem Verständnis dafür, dass das Überleben einer Art immer auch von ihrem Lebensraum und einem funktionierenden Ökosystem abhängt. Das möchten wir auch am Artenschutztag sichtbar machen. Unsere Partnerinnen und Partner arbeiten unter ganz unterschiedlichen Bedingungen und auf verschiedenen Kontinenten – sie verbindet aber ein gemeinsames Ziel: Tier- und Pflanzenarten dauerhaft eine Zukunft zu sichern. Wir möchten unseren Besucherinnen und Besuchern zeigen, was mit Fachwissen, Ausdauer und gemeinschaftlichem Engagement erreicht werden kann.“

Der Zoologisch-Botanische Garten verbindet die Haltung und Vermehrung bedrohter Arten in menschlicher Obhut mit dem Schutz von Tieren, Pflanzen und ihren Lebensräumen in der Natur. In wissenschaftlich koordinierten Ex Situ-Programmen werden Reservepopulationen bedrohter Tierarten aufgebaut und erhalten. Auch in der Botanik beteiligt sich die Wilhelma an Erhaltungssammlungen und Projekten zur Bewahrung seltener Pflanzen. Die Wilhelma ist zudem seit 2022 Mitglied der Weltnaturschutzunion IUCN. Mit der Gründung eines IUCN Centers for Species Survival (CSS), das den Gefährdungsstatus von Reptilien und Orchideen auf der Roten Liste der IUCN erfasst, hat die Wilhelma ihre Rolle im internationalen Artenschutz weiter ausgebaut.

Gleichzeitig unterstützt die Wilhelma rund 40 In Situ-Artenschutzprojekte in aller Welt. Dabei kamen seit 2023 über eine Million Euro pro Jahr zusammen. Eine wesentliche Grundlage für dieses Engagement bildet der Artenschutz-Euro, den die Besucherinnen und Besucher über den Eintritt in den Zoologisch-Botanischen Garten beitragen. Hinzu kommen die Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelma sowie Spenden von Einzelpersonen und Firmen.

Die Aktionen zum Artenschutztag finden am Sonntag, 6. September 2026, von 11 bis 17 Uhr statt. Die Teilnahme ist im regulären Eintritt in die Wilhelma enthalten.

Foto (© Wilhelma Stuttgart/Stefanie Reska): Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) informiert über den Schutz von Meeresschildkröten in Kenia.

PM Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart

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