Umfrage: ver.di-Mitglieder sprechen sich gegen Erhöhung des Renteneintrittsalters und Abschaffung des 8-Stunden-Tages aus – Werneke: „Starkes Signal an die Bundesregierung“

In einer aktuellen repräsentativen ver.di-Befragung unter den ver.di-Mitgliedern, die mit Unterstützung des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap durchgeführt wurde, sprechen sich die Befragten mit großer Mehrheit gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters und gegen die Abschaffung des 8-Stunden-Tages aus; zudem fordern sie die Einführung einer Vermögenssteuer.

Dazu sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke: „Die Umfrage-Ergebnisse senden ein starkes Signal an die Bundesregierung: Hände weg vom 8-Stunden-Tag und keine Verschlechterungen bei der Rente! Wir brauchen stattdessen eine Rentenreform, die die Lebensleistung der Menschen anerkennt und ein ausreichend hohes Niveau in der gesetzlichen Rente sicherstellt. Und beim Thema Arbeitszeit fordern wir, dass die tägliche Höchstarbeitszeit von in der Regel acht Stunden erhalten bleibt, statt 13-Stunden-Schichten zu ermöglichen. Auch dies haben unsere Mitglieder mit ihren Aussagen in der Umfrage bekräftigt.“

Zu den Befragungsergebnissen im Einzelnen: Den Vorschlag, das gesetzliche Renteneintrittsalter an die statistische Lebenserwartung zu koppeln und damit schrittweise zu erhöhen, lehnen 83 Prozent der Befragten ab; nur elf Prozent finden ihn richtig. Zudem sorgt sich eine Mehrheit der Befragten darum, bis zur Rente gesundheitlich weiter wie bisher arbeiten zu können; 56 Prozent der Befragten („nein, auf keinen Fall“: 21 Prozent, „eher nein“: 35 Prozent) bezweifeln dies; „ja, auf jeden Fall“ sagen nur acht Prozent, während „eher ja“ 32 Prozent sagen. Groß sind zudem die Sorgen bezüglich der finanziellen Absicherung im Alter. Die überwiegende Mehrheit macht sich deutliche Sorgen: „sehr große“ (26 Prozent), „große“ (25 Prozent) oder „einige“ (30 Prozent); „nur wenige“ Sorgen machen sich 15 Prozent, und „überhaupt keine“ Sorgen nur drei Prozent.

Zu den Plänen zur Abschaffung des 8-Stunden-Tages im Arbeitszeitgesetz äußern sich die Befragten so: Der Aussage „Ich hätte mehr Sorgen um meine Gesundheit“ stimmen 87 Prozent zu („stimme voll und ganz zu“: 66 Prozent, „stimme eher zu“: 21 Prozent); nur elf Prozent stimmen nicht zu („eher nicht“: 8 Prozent, „überhaupt nicht“: 3 Prozent); fehlende Werte resultieren aus “Weiß-nicht“-Antworten. Der Aussage „Ich hätte größere Schwierigkeiten, Beruf und Familie/Freizeit zu vereinbaren“ stimmen 81 Prozent zu (60 Prozent voll und ganz, 21 Prozent eher); 16 Prozent (eher nicht: 11 Prozent, überhaupt nicht: 5 Prozent) stimmen nicht zu. Der Aussage, dass der Arbeitgeber Druck ausüben würde und täglich oder an manchen Tagen länger gearbeitet werden müsse, stimmen 60 Prozent (voll und ganz: 34 Prozent, eher: 26 Prozent) zu; ein Drittel (eher nicht: 24 Prozent, überhaupt nicht: 9 Prozent) stimmt nicht zu. Dass dann die Arbeitszeit selbstbestimmt besser verteilt werden könne, glauben 6 Prozent voll und ganz sowie 15 Prozent eher; 31 Prozent glauben dies eher nicht und 40 Prozent überhaupt nicht.

Die Einführung einer Vermögenssteuer würden 81 Prozent der Befragten begrüßen und 14 Prozent ablehnen (fehlende Werte sind „Weiß-nicht“-Antworten).

Werneke abschließend: „Die Umfragewerte zeigen: Unsere Mitglieder wünschen einen starken Sozialstaat, und er ist finanzierbar. Die Auseinandersetzung um die Finanzierung des Sozialstaats ist ein Verteilungskonflikt. Der öffentlichen Armut steht ein gigantischer Reichtum gegenüber. Das private Nettovermögen beläuft sich auf fast 20 Billionen Euro. Das reichste Promille – 0,1 Prozent – besitzt ein Fünftel des gesamten Vermögens. Mit einer Vermögensabgabe und einer Vermögenssteuer können die Superreichen stärker an der Finanzierung des Sozialstaats beteiligt werden.“

Hinweis zur Befragung der ver.di-Mitglieder: In einer repräsentativen Zufallsstichprobe (n = 3.522) wurden die ver.di-Mitglieder in der Zeit vom 8. Juli 2026 bis 27. Juli 2026 befragt. Die Befragung wurde mit Unterstützung von infratest dimap durchgeführt.

PM Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

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