Ferien mit Freiraum: In Uhingen machen Kinder, was ihnen guttut

Die Ferienbetreuung im Nassachtal setzt auf Abenteuer, Selbstständigkeit und ein starkes Team – und gibt jungen Menschen dabei jede Menge Verantwortung. Die Uhinger Ferienbetreuung verbindet zwei Wochen Sommer, Spiel und Freiheit mit einem besonderen Konzept: Junge Auszubildende organisieren das Angebot eigenverantwortlich.

„Die machen das toll, unsere Kinder sind in der Ferienbetreuung sehr gut aufgehoben.“ Das sagt eine Mama aus Uhingen, deren zwei Töchter während der Sommerferien zwei Wochen die Grundschule im Nassachtal besucht haben. Denn dort fand erneut die Ferienbetreuung der Stadt Uhingen statt (Foto links). Zuvor hatte der CVJM Uhingen zu seiner beliebten Sommerfreizeit ebenfalls in die Grundschule ins Nassachtal geladen, wo etwa 60 Mädchen und Jungen unterhaltsame Tage verbrachten. Dem stand nun das städtische Angebot in nichts nach. Es bot – wie auch in der Vergangenheit – Abwechslung, Entspannung und Freiheit.

Das dürfte auch daran liegen, dass die Ferienbetreuung von jungen Menschen geplant und organisiert wird, die sich mit den Wünschen von Kindern und Jugendlichen auskennen: Auszubildende der Uhinger Kindergärten sowie Helfer der Mittagsbetreuung.

45 Mädchen und Jungen nutzten das Angebot in der ersten Woche, 39 Kinder in der zweiten Woche. „Unser Angebot ist einerseits eine Entlastung für die Eltern, die während der Sommerferien keine sechs Wochen Urlaub nehmen können, und andererseits eine enorme Bereicherung für die Kinder“, sagt Yvonne Klockow von der Stadtverwaltung, die die Ferienbetreuung seit einigen Jahren verantwortet.

Doch ohne das Team (Foto links)vor Ort wäre die Ferienbetreuung in Uhingen nicht das, was sie ist: für die teilnehmenden Kids ein wichtiger Rückzugsort zum Kindsein und aus Elternsicht eine verlässliche Lösung, um bis zum Sommerurlaub den Job und die Betreuung der Kinder unter einen Hut zu bringen. Wie auch im Jahr 2025 lenkt ein Duo den Alltag: Ronja Fischer vom städtischen Kindergarten Mittlere Mühle, die ihre Ausbildung zur Erzieherin mit hervorragenden Ergebnissen zum 31.08.2026 abschließt, und Student Roby Nicolosi, der wöchentlich für einige Stunden die Mittagsbetreuung an der Uhinger Hieberschule unterstützt.

Dem engagierten Duo stehen sechs weitere Auszubildenden aus den Uhinger Kindergärten sowie 5 Praktikantinnen zur Seite. „Wir sind ein komplett neues Team, aber es läuft super“, erklärt Ronja Fischer.

Während sie und Roby Nicolosi die Ferienbetreuung 2025 während der Sommerferien erstmals stemmten und somit nicht wussten, worauf sie sich einlassen, konnten sie nun auf ihrem Erfahrungsschatz aufbauen. „Die Abläufe sind bekannt und viele Kinder kannten uns auch schon vom vergangenen Jahr, was vieles erleichtert“, sagt Roby Nicolosi. „Beim Einkauf der Lebensmittel und Bastelmaterialien hatten wir ein besseres Gefühl für die nötigen Mengen“, fügt Ronja Fischer hinzu.

Und das ist ein wesentlicher Teil der FeBe: Städtische Auszubildende kümmern sich von Anfang an eigenverantwortlich um die Planung der Tagesabläufe mit Frühstück, Mittagessen und abwechslungsreichen Aktivitäten. Sie ermitteln den dafür nötigen Bedarf an helfenden Händen, Getränken und Lebensmitteln und kalkulieren die anstehenden Ausgaben mit dem zur Verfügung stehenden Budget.

„Unsere Auszubildenden tragen enorm viel Verantwortung und lernen in den zwei Wochen nicht nur für die Ausbildung, sondern auch fürs Leben“, fügt Yvonne Klockow hinzu. „In welcher Stadt gibt es sonst diese einmalige Chance für junge Menschen?“

Das wissen auch Ronja Fischer und Roby Nicolosi zu schätzen, die ihr Team bei der Organisation miteinbezogen haben. Unter anderem waren die „FeBe-Neulinge“ beim Einkauf der Materialien dabei, um gleich von Anfang an eine bedarfsgerechte, wirtschaftliche und ressourcenschonende Beschaffung von Lebensmitteln, Verbrauchsmaterialien und pädagogischen Arbeitsmitteln zu lernen.

Auch lernten sie, was die FeBe im Nassachtal ausmacht: wenige, aber dafür klare Regeln und ein respektvolles Miteinander zwischen Betreuern und Kindern. Auch der 2025 verstärkt in den Mittelpunkt der Betreuung gerückte „Freiheitsgedanke“ fand sich dieses Mal wieder. „Die Kinder sollen sich hier austoben dürfen, sich entdecken können und innerlich dank der Erfahrungen wachsen dürfen“, beschreibt Ronja Fischer den Leitgedanken.

Das kommt natürlich auch bei den Eltern gut an: „Hier gibt es spannende Aufgaben und die Kinder kommen glücklich nachhause“, hörten die Betreuer immer wieder. Das positive Feedback hängt auch damit zusammen, dass Mamas und Papas einbezogen werden. Auf einem Wochenplan lesen sie beim Bringen und Abholen ihrer Kinder, was ansteht und was gemacht wurde.

„Aus pädagogischer Sicht geben wir ihnen dadurch eine Gesprächsgrundlage mit ihren Kindern, die nach den Stunden hier bei uns vielleicht ausgepowert sind und nicht so gesprächig sind“, erklärt Roby Nicolosi. Auch das: ein 2025 eingeführtes und nun etabliertes Instrument.

Allerdings gibt es auch ein paar Neuheiten, die die Abläufe vereinfachen und das Wir-Gefühl stärken. Machen die Betreuer eine Ansage, erschallt zunächst ein lautes „Seid mal alle ruhig“, auf das alle Kinder mit einem noch lauteren „Hey“ antworten und anschließend gemeinsam klatschen. „Das hört sich einfach cool an“, schwärmt Ronja Fischer, die mit dem Ende ihrer Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin und der Übernahme als pädagogischer Fachkraft im Kindergarten Mittlere Mühle letztmals die Organisation der Ferienbetreuung gestemmt hat.

Ja, einerseits sei etwas Wehmut dabei, diese besondere Aufgabe nicht mehr ausführen zu können. „Es ist aber ein schönes Gefühl, diese Verantwortung an unsere Nachfolger weitergeben zu können und dann zu sehen, wie sie die Ferienbetreuung prägen werden.“

Und auch in diesem Jahr gab es für die Kinder wieder jede Menge zu entdecken. Bei der Ferienbetreuung in der Grundschule im Nassachtal finden Betreuerteam und Kinder dafür ideale Bedingungen vor: Die gemächlich hinter der Schule dahinplätschernde Nassach lädt zu erfrischenden Entdeckungstouren in der sommerlichen Hitze ein, während die idyllische Lage ein Gefühl von freiheitlichem Kindheitsabenteuer vermittelt.

Im großzügig bemessenen Gebäude, in der Turnhalle, auf der Wiese und dem Schulhof können die Kinder und Betreuer unterschiedlichen Bastelangeboten wie Batiken oder Tassenbemalen sowie sportlichen Aktivitäten nachgehen. Besonders beliebt war in diesem Jahr das Basteln einer Knalltüte aus Papier. Außerdem stand wie schon im vergangenen Jahr ein Ausflug in die Forscherfabrik nach Schorndorf auf dem Programm.

Zum diesjährigen Betreuungsteam gehören neben Ronja Fischer und Roby Nicolosi noch die Auszubildenden Lara, Sabina, Louis, Karina, Lara und Selin. Unterstützt wurden sie von Svea, Anika, Asiye, Malin und Diana.

Fotos (Stadt Uhingen): Gemeinsam füreinander: Die Betreuer, größtenteils Auszubildende städtischer Kindergärten, stemmen 2 Wochen lang den abwechslungsreichen Alltag für Kinder

PM Stadtverwaltung Uhingen

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