BRANDNER GEGEN DIE SONNEN ‑ BRUTZEL ‑ BRUT !

Die Ostalb glüht, das Filstal flimmert – und mittendrin Alfred Brandner, der Mann, der sich nicht einfach braten lässt. Während die Sonne über Schwäbisch Gmünd, Göppingen, Donzdorf, Geislingen und das ganze Filstal wütet wie ein überdrehter Flammenwerfer, kämpft Brandner sich durch einen Sommer, der alles fordert: Schweiß, Nerven, Durchhaltevermögen. Und er liefert. Mit Haltung. Mit Humor. Mit einer Härte, die selbst die Sonne kurz beleidigt die Strahlen einzieht.

Im Freibad von Göppingen herrscht Ausnahmezustand. Sonnencreme-Smog, kreischende Kinder, Handtuch-Barrikaden. Wasser? Ein scheues Fabelwesen. Menschen? Eine Naturgewalt. Brandner findet einen Platz, der so klein ist, dass selbst ein Gartenzwerg Platzangst bekäme. Doch er bleibt – aus Prinzip. Wer im Leben schon echte Kämpfe ausgefochten hat, lässt sich von einer Liegewiese nicht einschüchtern.

Auf der B29 Richtung Filstal wird jeder Meter zum Ritt durch die Gluthölle. Der Asphalt brennt wie ein Hochofen, der Helm wird zur Folterkammer, der Fahrtwind fühlt sich an wie ein Föhn, der beschlossen hat, Karriere zu machen. Vernunft? Hat bei 38 Grad längst Urlaub. Brandner fährt trotzdem – und überlebt. Natürlich. Denn wer die Ostalb kennt, weiß: Aufgeben ist keine Option.

Im Dojo  steigen die Temperaturen auf Sahara-Niveau. Jeder Kick ein Risiko, jeder Schlag ein Abenteuer. Schweiß tropft, Mut wächst, die Hitze staunt. Brandner trainiert, bis selbst die Gluthölle kurz innehält. Ein Mann, der nicht nur kämpft, sondern zeigt, wie man Haltung bewahrt, wenn die Welt schmilzt.

In der Stammkneipe irgendwo zwischen Filstal und Ostalb kämpft der Wein ums Überleben – die Gäste auch. Man sitzt da wie ein schlecht gegrilltes Grillhähnchen und hofft auf einen Luftzug, der nie kommt. Brandner bestellt trotzdem ein zweites Rot – Sauer. Aufgeben? Nicht sein Stil. „I schwitz ned – i glänz“, sagt er und meint es auch so. Ein Satz, der in diesem Sommer zum Lebensmotto taugt.

Zu Hause in Gmünd wird die Badewanne zum traurigsten Ort des Sommers. Warmes Wasser, warme Laune, minimale Hoffnung. Ein Kapitel, das man niemandem erzählt. Und der Mittagsschlaf? Ein schlechter Witz. Die Wohnung heizt sich auf wie ein Backofen, der Handwerker nebenan hämmert, als gäbe es einen Preis für maximale Nervenzerstörung. Ruhe? Ein Märchen. Schlaf? Ein Gerücht. Brandner? Ein Mann, der trotzdem versucht, die Augen zu schließen – und scheitert. Mit Stil.

Doch jetzt naht die Erlösung: Meteorologen kündigen den Mega-Regen an. Endlich Abkühlung über der Ostalb, endlich Durchatmen im Filstal, endlich ein Sommer, der nicht sofort brät. Vielleicht sogar einer, den man genießen kann. Vielleicht. Und wenn nicht – Brandner macht trotzdem weiter. Denn dieser Sommer mag stark sein, aber Brandner ist stärker.

Alfred Brandner

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