Manche leben mitten unter uns, andere sind in ihren natürlichen Lebensräumen selten geworden: Raubtiere haben unterschiedlichste Lebensräume erobert und dafür bemerkenswerte Fähigkeiten entwickelt. Am Sonntag, 16. August 2026, dreht sich in der Wilhelma von 11 bis 17 Uhr alles um diese vielseitige Gruppe von Säugetieren. Beim Thementag „Raubtiere“ im Rahmen der „Wilden Wochenenden“ lädt das Team der Wilhelmaschule dazu ein, ihre besonderen Anpassungen kennenzulernen – und der Frage nachzugehen, wie ein dauerhaftes Zusammenleben von Menschen und Raubtieren gelingen kann.
Dafür muss der Blick gar nicht in die Ferne schweifen. Auch in unseren heimischen Wäldern sind Raubtiere unterwegs. Fuchs und Wildkatze gehören ebenso dazu wie zahlreiche große und kleine Beutegreifer anderer Regionen der Erde. Die Expertinnen und Experten der Wilhelmaschule vermitteln, welche Fähigkeiten Raubtiere zu hochspezialisierten Säugetieren machen und wie unterschiedlich ihre Lebensweisen sein können.
Doch vielerorts geraten Raubtiere unter Druck. Lebensraumverlust und Konflikte mit dem Menschen können ihre Bestände gefährden. Der Thementag richtet deshalb den Blick auch auf die Ursachen dieser Bedrohungen und darauf, was zum Schutz der Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen getan werden kann. Die Besucherinnen und Besucher erfahren dabei, welche Rolle der internationale Artenschutz spielt – und welche Handlungsmöglichkeiten es auch im eigenen Alltag gibt.
Wie sich ein scheinbarer Gegensatz zwischen den Interessen von Menschen und dem Schutz von Raubtieren auflösen lässt, zeigt die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA). Sie unterstützt an diesem Tag das Team der Wilhelmaschule und informiert an der oberen Gepardenanlage über ein Schutzprojekt in Namibia. Wo Geparde in der Nähe von Viehherden leben, kann es zu Konflikten kommen, wenn die Katzen Nutztiere reißen. Für die Geparde kann das tödliche Folgen haben. Eine wirkungsvolle Lösung setzt an, bevor solche Konflikte entstehen: Herdenschutzhunde bewachen die Nutztiere und halten Geparde von den Herden fern. Gemeinsam mit der Wilhelma und ihrem Förderverein finanziert die AGA die Vermittlung dieser Hunde an Viehhirten. So lassen sich Nutztiere schützen, ohne dass Geparde verfolgt werden müssen.
Der Thementag zeigt: Wer Raubtiere langfristig schützen will, muss nicht nur die Tiere selbst im Blick haben, sondern auch die Lebensräume und Menschen, mit denen sie diese teilen.
Wie bei den „Wilden Wochenenden“ üblich, ist die Teilnahme am Thementag „Raubtiere“ kostenlos und bereits im Eintritt in die Wilhelma enthalten.
Foto (Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohan): Bei Robben – hier Kalifornische Seelöwen – handelt es sich um Raubtiere, die an eine vor allem aquatische Lebensweise angepasst sind.
PM Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart