Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert den Vorschlag von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, das Fahrverbot für Lkw an Sonn- und Feiertagen teilweise aufzuheben. „Der Vorstoß geht zu Lasten der Beschäftigten im Transport- und Logistikgewerbe und stellt die gesetzlich geschützten Sonn- und Feiertage als Tage der Ruhe und Erholung in Frage“, sagte Uwe Köpke, Bereichsleiter im ver.di-Bundesfachbereich Postdienste, Speditionen und Logistik.
„Wer das Sonn- und Feiertagsfahrverbot aus reinen wirtschaftlichen Erwägungen teilweise abschaffen will, greift direkt in die Arbeits- und Lebensbedingungen von hunderttausenden Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrern ein. Gerade in einer Branche, die seit Jahren unter Fachkräftemangel, hohem Zeitdruck und belastenden Arbeitsbedingungen leidet, sind gemeinsame Ruhezeiten der Beschäftigten mit Familie und Freunden unverzichtbar.“
Aus Sicht von ver.di würde die Aufhebung des Fahrverbots den wirtschaftlichen Druck auf Unternehmen und Beschäftigte weiter erhöhen. Auch wenn Arbeitszeiten und damit die Lenk- und Ruhezeiten gesetzlichen Regelungen unterliegen, wächst die Erwartung, Transportkapazitäten an sieben Tagen in der Woche bereitzustellen. Dies erschwert die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und sozialem Leben erheblich.
Der Sonn- und Feiertag erfüllt eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Gemeinsame freie Tage ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe, ehrenamtliches Engagement sowie Zeit mit Familie und Freunden. Diese Schutzfunktion darf nicht aus kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen aufgeweicht werden.
Statt bestehende Schutzregelungen infrage zu stellen, fordert ver.di nachhaltige Maßnahmen zur Stärkung der Logistikbranche. Köpke: „Dazu gehören bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne, ausreichend Personal, moderne Infrastruktur sowie verlässliche Planbarkeit der Arbeitszeiten.“