Jetzt ist in BW offiziell Ferienzeit. Für viele bedeutet das: Stress, Stau, Schweiß, Kinder, die im Auto kleben wie Kaugummi unter der Schulbank. Für mich bedeutet es: Ich mache das schon seit Wochen. Und zwar besser.
Während andere noch überlegen, ob die Sonnencreme vom letzten Jahr abgelaufen ist, sitze ich längst auf meiner BMW R1150R, die mir jeden Morgen ins Ohr brüllt: „Komm, wir fahren raus. Die Welt wird heute wieder schön.“
MEINE R1150R – EIN MOTORRAD WIE EIN SOMMERSTATEMENT
Die Garage geht auf, die Maschine glänzt wie ein frisch polierter Gedanke, und ich weiß: Jetzt beginnt mein persönlicher Sommerjournalismus.
Ich starte den Motor – und ab da ist alles egal, was nicht nach Freiheit riecht. Die Alb, die Täler, die Seen – sie liegen da wie eine Bühne, die nur auf mich wartet. Ich fahre los, und die Welt macht Platz. Nicht aus Respekt. Aus Einsicht.
BUD‑SPENCER‑BAD – MEIN WHIRLPOOL, MEIN BLUBBER‑BÜRO, MEIN SOMMERSTUDIO
Erster Halt: Bud‑Spencer‑Bad. Der Whirlpool ist mein täglicher Reset, mein Spa, mein Sommerbüro. Ich liege drin, das Wasser sprudelt, die Gedanken legen sich flach – und ich merke: Das hier ist nicht Wellness. Das ist Überlebensstrategie.
Kinder kreischen, Pommes duften, Wasser klatscht – und ich liege mittendrin wie ein Mann, der weiß, dass Erholung nicht flüstert, sondern brüllt. Es ist laut, es ist chaotisch, es ist Sommer pur – und ich bin mittendrin wie ein Reporter, der seine Story nicht schreibt, sondern badet.
EISENBACH, EBNISEE, BODENSEE – MEINE DREI WASSERWELTEN
Nach dem Whirlpool geht’s weiter. Ich folge dem Wasser wie andere dem Navi:
- Eisenbachsee ,– mein ruhiger Begleiter.
- Ebnisee – mein Sommerklassiker.
- Bodensee – mein persönliches Meer.
Ich sitze am Ufer, die Maschine hinter mir, die Sonne vor mir, und denke: „Wenn das hier kein Urlaub ist, dann hat das Wort ein Problem.“
LANDKREIS GÖPPINGEN – MEIN SOMMERBOULEVARD
Ich fahre oft rüber nach Göppingen nebst Umfeld. Nicht aus Pflicht – aus Stil.
Wiesensteig, dieses kleine Bergdorf, ist mein persönliches Sommer‑Filmset. Albkulisse, Dorfidylle, ein Hauch von „Hier rennt nichts außer der Zeit“. Ich setze mich hin, schaue in die Landschaft und merke: Hier bin ich richtig. Hier bin ich frei. Hier bin ich ich.
Dann geht’s hoch auf die Alb. Kurven, Wind, Weite – ein Stück Straße, das sich anfühlt wie ein Gespräch mit einem Freund, der nie widerspricht.
CAFÉSTOPP – DER ESPRESSO ALS SOMMERANSAGE
Irgendwann halte ich an einem Café. Ich brauche keinen Namen, keinen Stammplatz, keinen Schnickschnack. Ich brauche nur einen freien Tisch und meinen Espresso.
Dieses winzige Ding, das aussieht wie ein Scherz, aber schmeckt wie eine Kampfansage. Ein Espresso, der sagt: „Ich bin klein, aber ich regle deinen Tag.“
Manchmal kommt ein Rot‑Sauer dazu – je nachdem, wie laut der Sommer gerade ist.
Ich sitze da, beobachte Menschen, höre Gespräche, und genieße diese kommunikative Leichtigkeit, die nur entsteht, wenn niemand etwas beweisen muss.
Politik bleibt draußen. Meistens. Denn klar – ein bisschen Motzen gehört dazu. Nicht böse, nicht destruktiv – sondern als kleine seelische Durchlüftung. Ein Ventil, das zeigt: Ich bin wach. Ich bin da. Ich nehme die Welt wahr.
MENSCHEN, DIE BLEIBEN – GESPRÄCHE, DIE TRAGEN
Das Schönste an diesen Tagen sind die Begegnungen. Freunde, Bekannte, Menschen, die man nicht sucht, aber findet. Es sind Gespräche, die nicht geplant sind, aber genau zur richtigen Zeit kommen.
Ich genieße das Greifbare, das Unkomplizierte, das Menschliche. Keine großen Bühnen, keine großen Dramen. Nur das Leben, wie es ist – und wie es gut ist.
SCHLUSSAKKORD – SOMMER AUF VOLLER LAUTSTÄRKE
Jetzt, wo die Ferien offiziell gestartet sind, werde ich wieder auf meiner R1150R sitzen. Nicht, weil ich fliehen muss. Sondern weil ich angekommen bin.
Ich bin der Mann, der die Ferien lebt, bevor sie beginnen. Der Typ, der im Whirlpool denkt, im Café lacht, auf der Alb atmet und am Ebnisee die Füße ins Wasser hält. Ich bin mittendrin – laut, lebendig, frech, knallig, boulevardesk, druckfertig.
Alfred Brandner