Am 28. Juli 2026 stellte das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart das neue Jahrbuch 2025 vor. Die Publikation zeigt spektakuläre Funde und neue Erkenntnisse der archäologischen Denkmalpflege in Baden-Württemberg.
Ein über 7.000 Jahre alter Bestattungsplatz der frühen Jungsteinzeit, neue spektakuläre Funde aus einer frühkeltischen Grabkammer und die bronzene Kleinplastik eines springenden Ziegen- oder Steinbocks – sie alle zählen zu den archäologischen Höhepunkten des Jahres 2025 in Baden-Württemberg. Regierungspräsidentin Susanne Bay, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart, Prof. Dr. Claus Wolf, und Landesarchäologe Prof. Dr. Dirk Krausse präsentierten den neuen Band der Reihe „Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg“ am Dienstag, 28. Juli 2026, im Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen.
In 75 Beiträgen werden die Ergebnisse von Forschungs- und Schutzprojekten sowie von Rettungsgrabungen aus dem ganzen Land vorgestellt. Das zeitliche Spektrum erstreckt sich über einen Zeitraum von mehr als 40.000 Jahren und reicht von der Altsteinzeit bis zur frühen Neuzeit.
Regierungspräsidentin Susanne Bay sagte: „Es ist fantastisch, was jedes Jahr bei den Ausgrabungen ans Tageslicht kommt. Jede Untersuchung erzählt einen wichtigen Teil der Geschichte des jeweiligen Ortes und der unseres Landes. Es ist wichtig, dass wir diese wertvollen Einblicke bewahren.“
Prof. Dr. Claus Wolf, Präsident des LAD, betonte: „Die Neuentdeckungen zeigen, dass sich der Einsatz für unser archäologisches Erbe lohnt.“
Auch die Herausforderungen der archäologischen Denkmalpflege kamen zur Sprache. Landesarchäologe Prof. Dr. Dirk Krausse schilderte: „Bauvorhaben auf archäologischen Fundstätten führen regelmäßig zum Verlust von originalen Denkmalen“. Unverzichtbar seien daher Rettungsgrabungen, bei denen die Denkmale fachgerecht dokumentiert und für die Nachwelt festgehalten werden. Zudem zeigen sich die negativen Auswirkungen des Klimawandels. Als Beispiel nannte er die Pfahlbausiedlungen der Jungsteinzeit am Bodensee, die durch extreme Niedrigwasserstände und die damit verbundene Austrocknung zunehmend gefährdet sind.
Ein besonderes Highlight aus den Grabungen 2025 ziert das Titelbild des Buches. Es zeigt einen Streifen der Birkenrinde mit Darstellung eines stehenden männlichen Pferdes. Das kunstvoll verarbeitete Holzstück wurde im Jahr 2025 im Schacht einer frühkeltischen Grabkammer in Riedlingen geborgen und gehörte ursprünglich wahrscheinlich zu einem Behälter. Solche Darstellungen aus der Hallstattzeit nordwestlich der Alpen sind extrem selten und bisher auf wenige Metall- und Tonobjekte beschränkt. Daher gilt der Fund als Sensation. „Der Fund zeigt, dass im Umfeld der Heuneburg bereits im frühen 6. Jahrhundert vor Christus Gegenstände aus organischen Materialien figürlich verziert wurden“, sagte Krausse.
Im Rahmen der Buchpräsentation wurden einige herausragende Funde aus dem vergangenen Jahr im Foyer des LAD in Esslingen präsentiert.
Die Publikation
Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2025
304 Seiten mit farbigen Abbildungen und Karten
Softcover, 25 EUR
ISBN 978-3-942227-65-0
Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart in Verbindung mit der Gesellschaft für Archäologie in Baden-Württemberg e. V. Gefördert durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg.
PM Regierungspräsidium Stuttgart