VBE Baden-Württemberg fordert landesweites Förderprogramm für klimafeste Kindertageseinrichtungen

Die zunehmenden Hitzewellen stellen Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg vor wachsende Herausforderungen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg fordert deshalb, Hitzeschutz verbindlich als Bestandteil des Gesundheits- und Arbeitsschutzes sowie der Qualitätsentwicklung in Kitas zu verankern.

„Immer häufiger müssen Kinder und pädagogische Fachkräfte bei Temperaturen spielen, lernen und arbeiten, die eine erhebliche gesundheitliche Belastung darstellen. Der Klimawandel ist längst im Alltag der Kindertageseinrichtungen angekommen“, erklärt der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand.

Besonders Kinder unter sechs Jahren reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen. Gleichzeitig leisten pädagogische Fachkräfte auch unter schwierigen Bedingungen täglich professionelle Arbeit. Dieses Engagement kann fehlende bauliche und organisatorische Voraussetzungen jedoch nicht dauerhaft ersetzen.

„Während in vielen Bereichen bereits über verbindliche Hitzeschutzmaßnahmen gesprochen wird, kämpfen zahlreiche Kitas noch immer mit überhitzten Gruppenräumen, fehlender Verschattung und unzureichend ausgestatteten Außenbereichen“, betont Susanne Sargk, Leiterin des VBE-Landesreferats Kita.

Der VBE fordert deshalb ein landesweites Förderprogramm für klimafeste Kindertageseinrichtungen. Dazu gehören insbesondere:

  • außenliegender Sonnenschutz an Gebäuden,
  • ausreichend beschattete Spiel- und Aufenthaltsflächen,
  • klimaangepasste Außenanlagen mit mehr Grünflächen und natürlichen Schattenspendern,
  • moderne Lüftungs- und – wo erforderlich – Kühlungskonzepte sowie
  • die verbindliche Berücksichtigung des Hitzeschutzes bei Neubauten und Sanierungen.

Weiter verweist der VBE darauf, dass geeignete Förderinstrumente bereits zur Verfügung stehen. „Die Mittel aus der Klima-Milliarde sollten gerade dort eingesetzt werden, wo sie Kinder und Beschäftigte unmittelbar schützen. Darüber hinaus bietet das Sondervermögen für den Ausbau der Infrastruktur zusätzliche Möglichkeiten. Baden-Württemberg hat entschieden, 68 Prozent der Mittel, die über dieses Programm ins Land fließen, den Kommunen zur freien Verfügung bereitzustellen. Das eröffnet die Chance, gezielt in klimafeste Kitas und Schulen zu investieren und Bildung nachhaltig zu gewährleisten“, erläutert Gerhard Brand.

Neben baulichen Maßnahmen sieht der VBE auch einen wichtigen Bildungsauftrag. Kinder erleben die Folgen des Klimawandels bereits heute unmittelbar. Kindertageseinrichtungen können sie dabei unterstützen, Naturphänomene altersgerecht zu verstehen und Verantwortung für ihre Umwelt zu entwickeln – ohne Ängste zu schüren.

„Kinder brauchen keine Katastrophenszenarien. Sie brauchen Erwachsene, die Sicherheit vermitteln und ihnen zeigen, dass gemeinsames Handeln etwas bewirken kann. Genau dafür sind Kitas wichtige Bildungsorte“, sagt Sargk.

Abschließend appelliert der VBE Baden-Württemberg an Land, Kommunen und Träger, die Folgen des Klimawandels bei allen Investitionen in Kindertageseinrichtungen konsequent mitzudenken. Hitzeschutz dürfe kein Zufallsprodukt sein, sondern müsse künftig selbstverständlicher Bestandteil jeder Kindertageseinrichtung werden. Nur so können Kinder gesund aufwachsen und pädagogische Fachkräfte dauerhaft unter guten Bedingungen arbeiten.

PM Verband Bildung und Erziehung (VBE) Landesverband Baden-Württemberg

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