Das politische Wort zum Samstag über Unternehmen Barbarossa, Trümmerfrauen und heutige Entwicklungen

In den letzten Tagen habe ich viel über die Entwicklung vor 85 Jahren des Unternehmen Barbarossa verfolgt. Wenige Tage nach dem Überfall fiel Bialystok in deutsche Hand, dann Minsk, dann Smolensk. Der Weg nach Leningrad und Moskau schien frei. Es ist mir bis heute unbegreiflich, warum Stalin und Schergen die Warnung vor dem Angriff von NS-Deutschland, dem faschistischen Italien, Ungarns und Rumäniens nicht ernst nahmen und diesen unterbanden, bevor er überhaupt begann.
Und spätestens als der Überfall startete, hätte klar sein müssen, dass Hitler und Schergen ihre Pläne umsetzten. Deutsche Truppen hätten niemals Bialystok, Minsk oder Smolensk erreichen dürfen. Es sollte noch Monate dauern, bis der Vorstoß der Achsenmächte aufgehalten wurde – mit Millionen von unschuldigen Opfern.
Im Schatten der kriegerischen Auseinandersetzungen gab es aber auch weitere Verbrechen. So der Pogrom von Jedwabne vom 10. Juli 1941:
Die Reportage ist bereits 15 Jahre alt und eine halbe Generation ist seitdem ins Land gegangen. Ich vermute, dass auch in Polen die Geschichte heute anders ausgelegt wird. Wenn man der Geschichtsforschung glauben darf, waren die Täter zwar Polen, aber möglich war dies nur durch die deutsche Besatzung. Der deutsche Vernichtungswahn gegenüber jüdischem Leben hat spätestens mit diesem Ereignis das Ausland erreicht und sollte noch viel brutalere Formen erreichen. Wir müssen uns die Ereignisse von 1941 – und auch die noch folgenden – stets vor Augen halten, damit sie sich nicht wiederholen.
Am 10. Juli 1946 verfasste der Alliierte Kontrollrat ein Gesetz, dass Frauen zur Beseitigung von Kriegsschäden herangezogen werden sollten – die sogenannten Trümmerfrauen. Dazu empfehle ich diese Reportage:
Natürlich wurden auch schon vorher Frauen herangezogen, aber die Trümmerfrauen sind ein Mythos. Im Westen wurden professionelle Firmen herangezogen und im Osten waren es zwangsverpflichtete, meist belastete Frauen oder solche, die mehr Lebensmittelmarken wollten. Mit Freiwilligkeit hatte das meist wenig zu tun. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass sich viele Frauen auch vor der Arbeit drückten, die ruhig hätten mit anpacken können. So wäre mir nicht bekannt, dass z. B. die Erzeugerin meines Großvaters als Trümmerfrau tätig war, während seine Schwestern trotz ihres jungen Alters schon arbeiten mussten. Bis heute wird ein Opfermythos gepflegt, der dringend revidiert werden muss. Ich empfehle dazu diesen Artikel aus München:
Ich kannte den leider viel zu früh verstorbenen Sepp Dürr, habe ihn sehr geschätzt und er war sicher kein Geschichtsverdreher, der hier irgendwas umschreiben wollte. Und so wie in München war es vielerorts.
Aber auch heute haben wir Probleme. So habe ich neulich diese Umfrage aus Sachsen-Anhalt gesehen:
Auch wenn ich hoffe, dass es selbst in diesem ostdeutschen Bundesland Menschen gibt, die strategisch wählen, müssen wir dringend über die 5%-Hürde reden, denn dadurch haben AfD und BSW die Mehrheit. Es ist ungewiss, ob die SPD über 5% bleibt oder ob Grüne und FDP darüber kommen. Der absolute Supergau könnte dadurch eine AfD-Alleinregierung sein, weil außer ihr nur noch CDU und Linke in den Landtag einziehen, aber zusammen weniger Stimmen holen, als die AfD allein.
In letzter Zeit habe ich auch diverse Berichte über die sich immer weiter zuspitzende Situation in Russland gehört. Der Mangel und der damit verbundene Unmut der Bevölkerung wird immer größer und die Situation erinnert sehr an den Sommer 1918 im deutschen Kaiserreich. Wenige Monate später gab es offene Revolten, der Kaiser floh ins Exil und der Weg zur Demokratie wurde geebnet – leider war dieser sehr steinig und auch von außen bekam die im Entstehen befindliche Republik leider kaum Unterstützung. Der Westen muss jetzt die russische Opposition umso mehr unterstützen und hoffen, dass diese durch die allgemeine Unzufriedenheit Zulauf bekommt. Und wenn die aktuelle Regierung irgendwann stürzt, muss der Westen da sein und Demokraten beim Neuaufbau unterstützen, damit diese einen Neuaufbau wagen können. Bereits nach dem Zerfall der Sowjetunion gab es in Russland Versuche der Demokratisierung, die aber im Chaos endeten und dem System Putin den Weg ebneten. Diese Fehler dürfen sich nicht wiederholen.
Marcel Kunz

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