Wenn das Eislinger Rathaus zur Demokratie-Werkstatt wird, lernen Schülerinnen und Schüler, warum jede Stimme zählt, dass Kompromisse wichtig sind und Politik Spaß machen kann. Dafür schlüpfte die Klasse 4d der FSG in Begleitung ihrer Lehrkräfte Jessica Heese und Nick Sauer mit viel Engagement und großer Neugier in die Rolle des Gemeinderats und der Verwaltung.
Wie entstehen politische Entscheidungen? Warum dauern Diskussionen manchmal länger als gedacht? Und warum geht es in der Kommunalpolitik nicht darum, den eigenen Wunsch durchzusetzen, sondern das Beste für alle zu finden? Die Antworten erhielten die Schülerinnen und Schüler dort, wo Demokratie gelebt wird: im Großen Sitzungssaal des Rathauses. Mit einem Handschlag begrüßte Oberbürgermeister Oliver Marzian die jungen Nachwuchspolitiker, auf dessen Besuch die Klasse bereits gespannt gewartet hatte. Mitgebracht hatte er Fragen zur Stadtverwaltung, um das in der Schule vermittelte Wissen nochmals in Erinnerung zu rufen. Eine süße Belohnung für souveräne Antworten beflügelte den Ehrgeiz, bevor es bei der Besetzung der verschiedenen Rollen richtig spannend wurde. Schnell war der neue Oberbürgermeister, der Kämmerer und die Protokollantin ausgemacht. Die 22 Nachwuchsstadträtinnen und -stadträte debattierten rund 1 1/2 Stunden unermüdlich und teils sehr kontrovers, ob nun der Schlosspark mit einem Abenteuerspielplatz bebaut werden sollte oder nicht. Aus ersten, persönlichen Wünschen entwickelte sich eine sachliche Debatte. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung unterschiedliche Meinungen anzuhören, andere ausreden zu lassen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage: „Was kommt der Allgemeinheit zugute?“ Schnell zeigte sich, dass den jungen Bürgerschaftsvertretern insbesondere soziale Anliegen und die Bedürfnisse älterer Menschen am Herzen lagen. Die Diskussion wurde so lebhaft, engagiert und ideenreich geführt, dass immer neue Vorschläge eingebracht wurden. Schließlich musste Kinderoberbürgermeister Theodor ein Machtwort sprechen und die Beschlussfassung herbeiführen. Nach einer demokratischen Abstimmung stand fest: Es müssen mehr Wohnungen für Senioren und Hilfsbedürftige her. Der Abenteuer-Spielplatz muss daher warten. „Das war eine tolle Erfahrung“, bekräftigten die beiden Lehrkräfte, Jessica Heese und Nick Sauer. Durch das Planspiel haben die Viertklässler verstanden, dass im Rathaus politische Entscheidungen demokratisch beraten und beschlossen werden, die sie im Alltag direkt betreffen – und vor allem, dass Politik kein fernes, unbedeutendes Konstrukt ist, sondern im eigenen Wohnort passiert und davon lebt, dass sich Menschen einbringen.
Foto (Bildquelle: Stadt Eislingen): Die Nachwuchspolitiker und die neu formierte Eislinger Verwaltungsbank haben gezeigt, was in einer Demokratie möglich ist, wenn Menschen Mut zur Verantwortung, Einsatz und Kompromissbereitschaft mitbringen.
PM Stadtverwaltung Eislingen