Greenpeace-Berechnung: Übergewinne der Ölkonzerne steigen nach Ende des Tankrabatts stark auf täglich 26 Millionen Euro

In der ersten Woche nach Auslaufen des Tankrabatts sind die Übergewinne auf dem deutschen Tankstellenmarkt seit 1. Juli wieder deutlich gestiegen. Bei Benzin erreichten die zusätzlichen Gewinne mit 10,8 Millionen Euro pro Tag einen neuen Höchststand. Das zeigt eine neue Berechnung des Ölmarktexperten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace (Die Berechnung online). Bei Diesel und Benzin zusammen strichen die Ölkonzerne zwischen dem 1. und 7. Juli jeden Tag durchschnittlich 26,2 Millionen Euro zusätzlich ein. Bleiben die Übergewinne auf diesem Niveau, addieren sie sich im Juli auf 811 Millionen Euro – ein Wert, der nur von den Rekordzahlen aus dem April übertroffen wird.

“Die Ölkonzerne zocken die deutschen Autofahrenden seit Monaten ab und die Bundesregierung sieht ihnen dabei tatenlos zu – das ist ein Skandal”, sagt Greenpeace Mobilitätsexpertin Lena Donat. “Die fossile Inflation nimmt vielen Menschen die Luft zum Atmen. Wir brauchen jetzt endlich eine Übergewinnsteuer, damit die schamlosen Extragewinne der Konzerne dafür verwendet werden können, Haushalte zu entlasten und die Abhängigkeit von klimaschädlichem Ölverbrauch zu senken.” Greenpeace fordert, Übergewinne als finanzielle Entlastung der am härtesten Betroffenen zurückfließen zu lassen und mit Bahn und ÖPNV die Alternativen zu Verbrenner-Autos zu stärken.

“Die Ölkonzerne führen die Bundesregierung an der Zapfsäule vor”

Zwischen Mai und Juni hat der 1,6 Milliarden Euro teure Tankrabatt der Bundesregierung die Spritpreise sinken lassen, wurde von den Konzernen jedoch nicht vollständig weitergegeben. Die Berechnung zeigt, dass sich hinter den seither wieder gestiegenen Spritpreisen, deutlich ausgeweitete Gewinnmargen verstecken: In der ersten Juliwoche verdienen die Konzerne pro Tag zusätzliche 26,2 Millionen Euro. Im Juni waren es 18,3 Millionen Euro täglich. “Kaum läuft der Tankrabatt aus und sind die Augen der Öffentlichkeit etwas weniger wachsam, langt die Ölbranche wieder richtig zu”, so Donat. “Diese Zahlen zeigen, wie die Ölkonzerne die Bundesregierung an der Zapfsäule vorführt. Weiter tatenlos daneben zu stehen, untergräbt die gesellschaftliche Akzeptanz von Politik.”

Seit Beginn des Irankriegs addieren sich die Übergewinne auf dem deutschen Tankstellenmarkt auf 3,15 Milliarden Euro. Damit könnte der Bund seinen Beitrag zum Deutschlandticket über zwei Jahre finanzieren.

PM Greenpeace Deutschland e.V.

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