IHK BW zu Potenzialen und Herausforderungen von KI in den Betrieben

Vier von zehn Ausbildungsbetrieben setzen Künstliche Intelligenz bislang noch nicht in der betrieblichen Ausbildung ein. Das zeigt ein Ergebnis der DIHK/IHK-Ausbildungsumfrage 2026, das der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) zur heutigen Konferenz der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des DGB Baden-Württemberg (BW) über die Potenziale und Herausforderungen Künstlicher Intelligenz veröffentlicht. Rund 37 Prozent der befragten Unternehmen nutzen KI bereits für Lernprozesse oder die Prüfungsvorbereitung.

„Künstliche Intelligenz wird die Arbeitswelt nachhaltig verändern. Umso wichtiger ist, dass Unternehmen ihre Auszubildenden frühzeitig an den kompetenten Umgang mit KI heranführen. Unsere Umfrage zeigt, dass hier noch erhebliches Potenzial besteht“, sagt Andrea Bosch, Leiterin der Abteilung Berufliche Bildung und Fachkräfte der IHK Region Stuttgart. Die IHK ist im BWIHK für Ausbildungsthemen federführend. „Deshalb brauchen Unternehmen und Beschäftigte passgenaue Qualifizierungsangebote, die sich schnell in die betriebliche Praxis übertragen lassen.“

Dass der Bedarf wächst, spüren auch die Industrie- und Handelskammern (IHKs) – die Nachfrage nach Weiterbildungen rund um Künstliche Intelligenz steigt kontinuierlich. Besonders erfolgreich ist die Zusatzqualifikation ‚Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen‘ für Auszubildende. Seit ihrem Start haben sie in Baden-Württemberg bereits rund 600 Teilnehmende erfolgreich abgeschlossen. Allein in der Region Stuttgart stieg die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von 29 im Jahr 2023 auf 194 im Jahr 2026. Ab diesem Sommer wird die Zusatzqualifikation an 14 Industrie- und Handelskammern angeboten – elf davon in Baden-Württemberg sowie an Standorten in Bremen, Darmstadt und Osnabrück. Weitere Kammern bereiten derzeit die Einführung vor.

Auch die darauf aufbauenden Fortbildungsabschlüsse entwickeln sich positiv. Bereits 50 Fachkräfte haben den Abschluss ‚Geprüfte/-r Berufsspezialist/-in KI und maschinelles Lernen‘ erfolgreich abgelegt. Mehrere Industrie- und Handelskammern – darunter Stuttgart, Karlsruhe, Reutlingen, Mannheim und Bremen – haben die entsprechenden Rechtsvorschriften bereits eingeführt. Parallel läuft der erste Lehrgang zum ‚Bachelor Professional KI und maschinelles Lernen‘.

„Viele Unternehmen spiegeln uns zurück, dass genau solche praxisnahen Qualifizierungsangebote jetzt gebraucht werden“, sagt Claudius Audick, der bei der IHK Region Stuttgart für die Berufliche Fortbildung zuständig ist. „Unser branchenübergreifendes und modular aufgebautes Konzept ermöglicht Unternehmen einen niedrigschwelligen Einstieg ebenso wie die gezielte Weiterqualifizierung von Fach- und Führungskräften.“

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei der offene Ansatz der Bildungsangebote. Lernmaterialien, digitale Kurse und Lehrpläne stehen so zur Verfügung, dass sie von Bildungsanbietern bundesweit genutzt werden können. Dadurch können neue Entwicklungen – etwa im Bereich generativer KI – schnell in die Lehrgänge integriert werden. Mit ihren Qualifizierungsangeboten wollen die IHKs Unternehmen dabei unterstützen, die Potenziale von Künstlicher Intelligenz systematisch zu erschließen und die dafür notwendigen Kompetenzen in Ausbildung und Weiterbildung aufzubauen.

Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) ist eine Vereinigung der zwölf baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). In Baden-Württemberg vertreten die zwölf IHKs die Interessen von mehr als 650.000 Mitgliedsunternehmen. Zweck des BWIHK ist es, in allen die baden-württembergische Wirtschaft und die Mitgliedskammern insgesamt betreffenden Belangen gemeinsame Auffassungen zu erzielen und diese gegenüber der Landes-, Bundes- und Europapolitik sowie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und anderen Institutionen zu vertreten.

 

PM Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag

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