Immobilientransparenzregister: Geldwäsche-Konferenz diskutiert Notwendigkeit und praktische Umsetzung

Deutschland ist ein Geldwäscheparadies. Besonders lukrativ dabei ist der Immobiliensektor. Geldwäsche überführt damit nicht nur immense Summen illegal erworbenen Geldes in die Legalität, sondern treibt gleichzeitig die Mieten in die Höhe. Expert:innen aus Forschung und Praxis der Geldwäschebekämpfung, politische Vertreter:innen der Linken aus dem Bundestag, dem Berliner Abgeordnetenhaus und dem Kommunalparlament sowie die Zivilgesellschaft diskutieren auf der heutigen Konferenz der Linksfraktion im Bundestag das Problem der Geldwäsche im Immobiliensektor und dessen Auswirkungen auf die Mietpreise.

Isabelle Vandre, Sprecherin für die Bekämpfung von Finanzkriminalität und Immobilienspekulation der Linksfraktion: „Deutschland ist ein Geldwäscheparadies – und der Immobilienmarkt einer der größten Tatorte. Geschätzt werden jedes Jahr rund 100 Milliarden Euro in Deutschland gewaschen. Wir können es uns nicht leisten, dass der ohnehin schon durchkapitalisierte Immobilienmarkt von illegalen Geldströmen unterwandert und weiter angeheizt wird. Die Zeche zahlen am Ende die kleinen Leute – mit steigenden Mieten und immer höheren Kaufpreisen. Und das auf einem Wohnungsmarkt, der für viele unbezahlbar geworden ist. Wir fordern die Einführung eines bundesweiten Immobilientransparenzregisters. Es muss endlich nachvollziehbar sein, wem Immobilien tatsächlich gehören und wer hinter Immobiliengeschäften steckt. Nur mit echter Transparenz können Geldwäsche, Steuerflucht und Immobilienspekulation wirksam bekämpft werden.“

Prof. Dr. Mohamad El-Ghazi vom Trierer Institut für Geldwäsche- und Korruptions-Strafrecht: „Der deutsche Immobiliensektor ist und bleibt ein Hochrisikobereich für Geldwäsche. In einer Studie des Trierer Instituts für Geldwäsche- und Korruptionsstrafrecht konnte der Nachweis erbracht werden, dass Geldwäsche negative Effekte auf die Immobilienpreise hat. Konkret: wir alle müssen höhere Preise für das Eigenheim zahlen. Wir brauchen insgesamt mehr Transparenz bei Immobiliengeschäften. Das Immobilientransparenzregister wird ein weiterer wichtiger Baustein im Kampf gegen Organisierte Kriminalität.“

Christoph Trautvetter, Referent beim Netzwerk Steuergerechtigkeit: „Bei den meisten Verbrechen geht es um Geld. Geldwäsche, anonyme Geldflüsse und mangelnde Transparenz am deutschen Immobilienmarkt helfen der organisierten Kriminalität und Steuerhinterziehern genauso wie rücksichtslosen Vermietern. Das von der EU und den Linken geforderte Immobilientransparenzregister ist deswegen nicht bloß eine Frage von handlungsfähiger Verwaltung, sondern auch eine Frage der Gerechtigkeit.“

PM Fraktion Die Linke im Bundestag

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://filstalexpress.de/politik/209378/immobilientransparenzregister-geldwaesche-konferenz-diskutiert-notwendigkeit-und-praktische-umsetzung/

Schreibe einen Kommentar