Am vergangenen Freitag, den 19. Juni 2026, hat der Bundesvorstand des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) eine Position zur Social-Media-Nutzung von Jugendlichen abgestimmt. Im Kern geht es darum, dass auf den verschiedenen politischen Ebenen und gesamtgesellschaftlich Verantwortung dafür übernommen werden muss, dass die Nutzung sozialer Medien vereinbar ist mit den Prinzipien von Kinderschutz. Ein pauschales Verbot wird abgelehnt.
Dies wird in der Position „Verantwortung übernehmen statt verbieten“ in sechs Thesen begründet. Dabei verweist der Verband auf die Relevanz von Social-Media-Kanälen als Informationsquelle und Ort der Partizipation für Jugendliche. Der Verband setzt sich für eine gesamtgesellschaftliche Stärkung der Medienkompetenz ein. Er verurteilt das Social-Media-Verbot als „low hanging fruit“ in einer vielschichtigen Debatte, bei der dem Abbau analoger Begegnungsräume nicht ausreichend Beachtung geschenkt wird. Zudem wird auf die Verantwortung in der Erziehungsgemeinschaft hingewiesen. Nicht zuletzt verweist der Bundesvorstand auf die rechtliche Limitierung eines „deutschen“ Verbotes, da dies auf europäischer Ebene beschlossen werden müsste. Daneben wird hervorgehoben, dass es Aufgabe der Politik ist, die Plattformbetreiber wirksam zu begrenzen. Denn: Die Risiken der Nutzung von sozialen Medien werden natürlich gesehen.
Der Bundesvorsitzende des VBE, Tomi Neckov, ordnet ein: „Die Debatte läuft und wir bringen uns seit vielen Monaten hierbei ein. Wichtig war uns immer, zu betonen, dass ein Verbot die Teilhabe der Jugendlichen und ihre Recht auf Information deutlich einschränkt. Deshalb braucht es die Durchsetzung geltenden Rechts gegenüber den Anbietern, aber auch Möglichkeiten der Altersverifikation.“ Ein Punkt ist ihm im Kontext der aktuellen Debatten besonders wichtig: „Wir sehen, wie durch Sparmaßnahmen zum Beispiel im Bereich der Jugendhilfe immer mehr analoge Angebote, sich zu treffen, unattraktiver werden oder gar entfallen. Gleichzeitig digitale Räume der Begegnung sperren zu wollen, läuft vollkommen an der Realität der jungen Menschen in diesem Land vorbei. Ich erwarte, dass dieser Aspekt endlich mehr Gehör in der Debatte findet.“
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus dem frühkindlichen Bereich, der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion.
PM Verband Bildung und Erziehung (VBE)