GdP zur Innenministerkonferenz „Fußball ohne Gewalt“ und zu aktuellen Aussagen von NRW-Innenminister Herbert Reul

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, begrüßt die Beschlüsse der Innenministerkonferenz (IMK) zum Thema „Fußball ohne Gewalt“, fordert zugleich aber konkrete Entlastungen für die Polizei und ein konsequentes Vorgehen gegen gewaltbereite Störer.

„Die Innenministerkonferenz erkennt klar an, dass Gewalt im Umfeld von Fußballspielen kein Randproblem ist, sondern immer wieder von einer kleinen, aber hochgefährlichen Klientel ausgeht. Diese Krawallmacher, Hooligans und gewaltbereiten Ultras greifen gezielt Polizeibeamte an und gefährden unbeteiligte Fans“, erklärte Kopelke.

Die IMK stellt auch fest, dass diese Gruppen von gewaltbereiten Störern regelmäßig für erhebliche Sicherheitsrisiken sorgen und schwere Straftaten wie Körperverletzungen und Pyrotechnik-Einsatz begehen. Kopelke betonte dazu: „Einheitliche und konsequent durchgesetzte Stadionverbote sind ein wichtiger Schritt. Wer zündelt, randaliert oder Einsatzkräfte angreift, hat im Stadion nichts verloren – und darf auch nicht einfach in der nächsten Stadt wieder auftauchen.“

Mit Blick auf die von NRW-Innenminister Herbert Reul benannten rund 700.000 Einsatzstunden der Polizei pro Saison alleine in NRW sagte Kopelke: „Diese Zahl ist noch deutlich höher, wenn alle Polizeibehörden betrachtet werden. Die Zahl aus NRW zeigt eindrücklich die enorme Belastung unserer Kolleginnen und Kollegen. Fußball ist ein gesellschaftliches Großereignis – aber es darf nicht sein, dass die Polizei einen Großteil der Kosten und Risiken durch Gewalttragen allein schultern muss.“ Zugleich unterstrich Kopelke die Verantwortung der Vereine und Verbände: „Die IMK hat völlig zu Recht die gemeinsame Verantwortung aller Beteiligten betont. Vereine und Ligen müssen ihren Beitrag deutlich verstärken – insbesondere bei der Prävention, Identifizierung und dem Ausschluss von Gewalttätern. Vereine müssen mitwirken, um die Einsatzstunden zu reduzieren und Polizei zu entlasten.“

Kritisch äußerte sich der GdP-Chef zur bisherigen Umsetzung: „Solange wir es mit den immer gleichen Intensivtätern zu tun haben, ist klar: Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus. Wir brauchen konsequentere Strafverfolgung, schnellere Verfahren und spürbare Sanktionen.“ Abschließend machte Kopelke deutlich, dass die Entlastung der Polizei ein zentrales Ziel bleiben müsse: „Die Reduzierung von Einsatzstunden ist kein Nice-to-have, sondern zwingend notwendig. Jeder Fußball-Einsatz bindet Kräfte, die dann an anderer Stelle in der Bundesrepublik für Bürgerinnen und Bürger fehlen. Sicherheit im Stadion darf nicht auf dem Rücken der Polizei organisiert werden.“

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die größte Interessenvertretung der Polizeibeschäftigten Deutschlands. Sie engagiert sich für ihre bundesweit über 210.000 Mitglieder, für die Zukunftsfähigkeit der Polizei sowie auf dem Gebiet der Sicherheits- und Gesellschaftspolitik.

PM Gewerkschaft der Polizei (GdP)

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