Blütenzauber in der historischen Gewächshauszeile der Wilhelma – Wie tanzende Blütenröcke: Die Fuchsien stehen in voller Pracht

Wer derzeit durch die historische Gewächshauszeile der Wilhelma wandelt, begegnet einem farbenfrohen Schauspiel: Hunderte Fuchsien präsentieren ihre filigranen Blüten in unterschiedlichsten Formen und Farbkombinationen. Mal wirken sie wie kleine Lampions, mal wie kunstvoll geschichtete Ballettröckchen. Von zartem Weiß und Pastellrosa über leuchtendes Karminrot bis hin zu kräftigem Violett reicht die Palette, die Besucherinnen und Besucher noch bis in den Spätsommer hinein bewundern können.

Mit über 600 Pflanzen aus fast 40 Arten und 120 Sorten zeigt die Wilhelma einen eindrucksvollen Ausschnitt aus der Vielfalt einer Pflanzengattung, die seit Jahrhunderten Gartenliebhaber auf der ganzen Welt fasziniert. Die Ausstellung umfasst sowohl bekannte Zuchtsorten mit besonders großen oder gefüllten Blüten als auch einige der oft schlichter wirkenden Wildarten, aus denen die heutige Formenfülle hervorgegangen ist.

Die ursprüngliche Heimat der meisten Fuchsien liegt in den feuchten Bergwäldern Mittel- und Südamerikas. Dort wachsen sie vor allem in kühleren Höhenlagen und werden von Kolibris bestäubt. Die langen, röhrenförmigen Blüten sind perfekt an die geschickten Flugkünstler angepasst, die mit ihren Schnäbeln tief in die Blüten eindringen, um an den Nektar zu gelangen. In ihrer Heimat können manche Fuchsienarten mehrere Meter hohe Sträucher oder sogar kleine Bäume bilden.

Ihren Namen verdankt die Pflanzengattung dem Tübinger Mediziner und Botaniker Leonhart Fuchs (1501–1566), einem der bedeutendsten Pflanzenkundler der Renaissance. Der französische Botaniker Charles Plumier beschrieb die Fuchsie Ende des 17. Jahrhunderts erstmals wissenschaftlich und ehrte mit der Namensgebung den Gelehrten aus Württemberg.

Dass Fuchsien heute zu den beliebtesten Zierpflanzen Europas zählen, ist vor allem ihrer erstaunlichen Wandlungsfähigkeit zu verdanken. Durch jahrhundertelange Züchtungsarbeit entstanden rund 12.000 Sorten. Einige tragen einfache, elegante Blüten, andere wirken mit ihren mehrfach geschichteten Blütenblättern fast wie kleine Kunstwerke. Für Hobbygärtner gelten Fuchsien als vergleichsweise unkomplizierte Begleiter. Bei ihrer Pflege muss allerdings beachtet werden, dass sie keine starke Sonneneinstrahlung vertragen. Besonders gut gedeihen Fuchsien an hellen, leicht schattigen Standorten. Regelmäßiges Gießen und das Entfernen verblühter Blüten fördern eine lang anhaltende Blüte bis weit in den Herbst hinein.

Foto (© Wilhelma Stuttgart): In der Wilhelma stehen die Fuchsien in voller Blüte.

 

PM Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart

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