Kommentar zur Insolvenz der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH

Der Insolvenz-Antrag der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH kam dann doch überraschend schnell, aber vor dem Hintergrund der Bundesgesundheitspolitik aber vorhersehbar. Alle Kliniken erwirtschaften inzwischen Defizite, die nach den Plänen der Bundesregierung noch höher werden. Eine öffentliche Klinik kann durch die Träger, bei den ALB FILS KLINIKEN der Landkreis, gestützt werden, private Kliniken haben hier keine alternativen Finanzierungsmöglichkeiten.

Es läuft ein Sanierungsverfahren, aber wie soll eine Sanierung aussehen? Drei Monate Geld für die Beschäftigten von der Agentur für Arbeit. Und dann? Stellenabbau? Weniger Angebote? In Bad Ditzenbach Schließung der Therme? Es gibt keine Wege zur Fortführung der beiden Kliniken der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH. Die Angebote in Bad Ditzenbach und Bad Überkingen waren gut und nachgefragt. Aber mit jedem Patienten wurden die Verluste größer.

Der Landkreis Göppingen sollte mal ein überregionaler Gesundheitsstandort werden, so wurde zumindest vor Jahren politisch diskutiert. Aber umgesetzt wurde von den Plänen nie etwas. Jetzt schwindet die Idee, bleibt abzuwarten, was übrigbleibt beim Gesundheitsangebot. Eventuell nur ein paar Facharztpraxen. Denn auch das Christophsbad in Göppingen mit der Rehaklinik in Bad Boll ist privat finanziert. Wie lange reicht hier das Geld? Wie lange sind die Eigentümer bereit die Kliniken aus dem Konzern (u.a. Getränke) querzufinanzieren.

Und letztendlich, wie lange kann sich der Landkreis Göppingen es sich leisten jährlich über 20 Millionen in die ALB FILS KLINIKEN zu stecken?

Joachim Abel

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