Greenpeace-Studie: Rechenzentren in den USA ein Drittel klimaschädlicher als in Europa

Der Ausbau von Rechenzentren in Weltregionen, deren Strom hauptsächlich mit fossilem Gas und Kohle erzeugt wird, belastet das Klima zunehmend. Eine neue Studie des Öko-Instituts für Greenpeace untersucht erstmals die Stromquellen von rund 6700 Rechenzentren weltweit und bewertet die CO2-Emissionen der Standorte anhand des lokalen Strommixes.

Dabei zeigen sich deutliche regionale Unterschiede: Rechenzentren in den USA verursachen durch ihren fossilen Strommix etwa ein Drittel mehr klimaschädliche Treibhausgase (414 Gramm CO2 pro Kilowattstunde) als europäische (263g/KWh). „Der Energiemix entscheidet über die Klimabilanz der Rechenzentren und dieser verbessert sich in Europa, während er in den USA schmutziger wird“, sagt Greenpeace-Sprecher Mauricio Vargas. „Besonders die Marktführer Amazon Web Services (AWS), Meta, Google und Microsoft nehmen einen schlechten CO2-Fußabdruck bewusst in Kauf, indem sie ihre Rechenzentren in Regionen mit schmutzigem Strom bauen. Europäische Anbieter sind dagegen im Vorteil. Nur mit erneuerbaren Energien kann die Verbindung von KI und Cloud-Diensten mit Klimaschutz gelingen.”

Vier Konzerne verursachen fast die Hälfte aller Emissionen

Die schon jetzt existierende Klimakluft zwischen Rechenzentren in verschiedenen Regionen wird sich bis 2030 vertiefen, zeigen neue Daten von Bloomberg New Energy Finance und regionale Strommix-Auswertungen: Während der Anteil der Erneuerbaren am Strommix weltweit steigt, wird Strom in den USA schmutziger. Setzt sich der Neubau fossiler Kraftwerke dort fort, wird der CO2-Fußabdruck von in den USA erzeugter Rechenleistung den europäischen bis zum Jahr 2030 um das Doppelte übersteigen. Das ist besonders problematisch, weil die führenden Technologie-Unternehmen AWS, Meta, Google und Microsoft mehr als die Hälfte ihrer Rechenzentren in den USA betreiben und damit 45 Prozent der weltweiten Emissionen verursachen. AWS weist mit rund 14 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr die höchsten absoluten Emissionen auf.

Vor diesem Hintergrund sehen die Autoren die angekündigte Klimaneutralität der Branche bis 2030 kritisch: Bisher stützen Technologiekonzerne ihre Klimabilanz auf gekaufte Ökostromzertifikate. In der Praxis füllen Kohle- und Gaswerke jedoch die Stromlücken, da physische Leitungsverbindungen von erneuerbaren Energiequellen zu Rechenzentren fehlen. “Einzelne Rechenzentren in den USA schneiden teilweise schlechter ab als Datencenter in Usbekistan, wo der Strom vorwiegend mit Kohle erzeugt wird”, so Vargas. “Wenn sich das fossile Roll-Back in den USA fortsetzt, sollten Tech-Konzerne ihre Standorte nicht nur nach der günstigsten Energie auswählen, sondern selbst ausschließlich und nachweislich auf erneuerbare Energien setzen.”

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Rechenzentren künftig nur an Standorten betrieben werden sollten, wo erneuerbare Energien verfügbar sind. Zudem werden Investitionen in direkt angeschlossene Wind- und Solaranlagen, Batteriespeicher sowie die Nutzung von Abwärme empfohlen. Der Zubau neuer Rechenkapazitäten muss mit den Klimazielen übereinstimmen und darf sie nicht gefährden.

PM Greenpeace Deutschland e.V.

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