DRK-Kreisverband Göppingen: „Selbstverwaltung ist ein Erfolgsmodell“

Im „Bereichsausschuss für das Rettungswesen“ werden alle wichtigen Entscheidungen zur Versorgung der Menschen im Notfall getroffen. Vor 40 Jahren wurde er gegründet. Zuvor war im Rettungsbeirat über alle aktuelle Fragen befunden worden.

Seit 66 Jahren engagiert sich Edmund Baur beim Malteser Hilfsdienst (MHD). Und war auch bei der ersten Sitzung des Rettungsbeirates für den Rettungsdienst am 17. Mai 1976 im Kleinen Sitzungssaal des Landratsamtes konstituierendes Mitglied. Mit der Gründung des Gremiums auf der Basis eines neuen Rettungsdienstgesetzes wurde das Rettungswesen ausgebaut und professionalisiert. Der Kreisbeauftragte und Landesbeauftragte des MHD erinnert sich an die Zeiten davor. „Rettungssanitäter waren Anlaufstellen und wurden bei Notfällen in die Nachbarschaft gerufen.“ Der „Sanka“ wurde fast ausschließlich bei Unfällen alarmiert. Die Mitglieder des Rettungsbeirates – im Wesentlichen die Hilfsorganisationen und die Krankenkassen – empfahlen Standorte für neue Rettungswachen und die entsprechende Ausstattung mit Fahrzeugen. Nach einer Gesetzesnovelle in den achtziger Jahren ging das Gremium in den Bereichsausschuss über. „Der entscheidende Unterschied war, dass das Gremium in eigener Zuständigkeit über die Belange des Rettungsdienstes entschied“, betont Alexander Sparhuber. Der Bereichsausschuss erhielt also deutlich mehr

Edmund Baur, Kreisbeauftragter und Landesbeauftragter des MHD: „Die Selbstverwaltung ist ein Erfolgsmodell und ist die beste Art, den Rettungsdienst zu organisieren.“

Kompetenzen als das Vorgängergremium. „„So können rasch angemessene Lösungen für die rettungsdienstliche Versorgung der Bevölkerung gefunden werden“, sagt der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Göppingen. Dies schaffe nicht nur Planungssicherheit. „Es dient auch der Entbürokratisierung.

Auf der Grundlage von Gutachten zum Rettungsdienst beschloss der Bereichsausschuss regelmäßig den Ausbau des Rettungswesens.

So wurden im Jahr 2004 in Süßen und Deggingen neue Rettungswachen eingerichtet. Im Jahr 2007 folgte die Installation eines zweiten Notarzteinsatzfahrzeuges an der Klinik am Eichert. Nach einem neuerlichen Gutachten wurde im Sommer 2019 die Rettungswache in Bartenbach in Betrieb genommen. Im Dezember 2023 erfolgte die Verlegung des zweiten Notarzteinsatzfahrzeuges von der Klinik am Eichert in den Göppinger Westen, sowie die Indienststellung eines weiteren Rettungswagens in Dürnau. Aktuell findet die Erstellung jeweils einer Rettungswache in Schnittlingen und Mühlhausen im Täle statt, beide Rettungswachen sollen bis Ende des Jahres 2026 den Betrieb aufnehmen. „Durch diese Dezentralisierung sind wir näher und schneller bei den Patienten“, so Edmund Baur. Mit der besseren Notfallversorgung einher ging auch die weitergehende Qualifizierung der Mitarbeitenden. „Die Einführung der dreijährigen Ausbildung zum Notfallsanitäter legte den Grundstein für Weiteres“, so Andreas Bachmann, der Leiter des Rettungsdienstes des DRK-Kreisverbandes.

„Der Rettungsdienst wurde kontinuierlich ausgebaut, weil die Anforderungen stiegen“, so Edmund Baur. Die Gründe sind vielfältig. Heute werden die Rettungskräfte schneller alarmiert, der demografische Wandel spiele eine Rolle und auch, „dass es weniger ambulante und stationäre Angebote gibt“, ergänzt Andreas Bachmann,

Im Bereichsausschuss waren auch die Entscheidungen zur technischen Erneuerung gefallen, zur digitalen medizinischen Dokumentation oder etwa zur Einführung der digitalen Ortung. „Das am nächsten stationierte Fahrzeug wird so automatisch als erstes von der Integrierten Leitstelle (ILS) alarmiert“, weiß Andreas Bachmann. Die ILS hatten 2007 DRK, Stadt und Landkreis eingerichtet. Zuvor waren Einsätze ausschließlich vom DRK koordiniert worden.

Edmund Baur und Alexander Sparhuber betonen bei einem gemeinsamen Gespräch die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit weit über den Bereichsausschuss hinaus. Dies trage ganz wesentlich dazu bei, dass der Landkreis Göppingen, was etwa die Hilfsfristen anbelangt, also die Zeit von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Notfallort, immer einen Spitzenplatz im Land belege.

Info:

Am 20. Juni (10 bis 14 Uhr) werden die Hilfsorganisationen des Landkreises auf dem Göppinger Marktplatz eindrucksvoll ihre Leistungsfähigkeit demonstrieren und erinnern dabei an die Gründung des Rettungsbeirates vor 50 Jahren. Alle Mitglieder des Bereichsausschusses werden über ihre Angebote informieren.

Ausführliche Informationen unter: www.bereichsausschuss-goeppingen.de, www.ba-gp.de, www.rettungsdienst-goeppingen.de und www.rd-gp.de.

PM DRK Kreisverband Göppingen

 

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