Öffentlicher Antrag zu den neuen Busfahrplänen

Sehr geehrter Herr Landrat Möller,

wir wurden nun von zahlreichen Personen mit großer Kritik auf die seit 1. Juni geltenden neuen Busfahrpläne angesprochen. 

Mit dem neuen Fahrplanangebot sollte der ÖPNV im Landkreis gestärkt und für seine Nutzer attraktiver werden. Das Gegenteil ist nun aber offenbar der Fall. Die neuen Fahrzeiten der Busse sind teilweise nicht mehr auf die Schulzeiten abgestimmt. Gleiches gilt vereinzelt für die Abstimmung mit den Zugfahrplänen.

Wir fordern nicht mehr Busse, sondern lediglich sinnvolle und effiziente Fahrpläne, die sich nach den Bedürfnissen seiner Nutzer richten. Dies sind zum großen Teil Schülerinnen und Schüler, die zuverlässig zur Schule und danach auch wieder nach Hause kommen möchten – insbesondere wenn sie immer mehr dafür bezahlen. Gleiches gilt für Zugpendler. Wenn das nicht mehr gewährleistet ist, verliert der ÖPNV seinen Sinn und Nutzen!

Der ÖPNV muss bedarfsgerecht und verlässlich sein. Es kann nicht sein, dass nachmittags und abends teure Busse leer durch die Gegend fahren, während die Schulkinder morgens wegen Überfüllung an der Windschutzscheibe des Busses kleben und nach der Schule kein Bus mehr fährt, der sie nach Hause heimbringt.

Es wurden uns u.a. folgende konkreten Probleme mit den neuen Busfahrplänen gemeldet:

  • Schulkinder aus den Göppinger Schulen, die mit der Linie 906 vom Göppinger ZOB nach Jebenhausen durch die Wohngebiete bis hoch zum Wasen müssen, warten nach der 5. und 6. Stunde sowie auch nach der Mittagsschule fast eine Stunde auf den Bus. Mit dem alten Fahrplan waren die Busse direkt nach Schulende zu erreichen. Jetzt fahren hingegen nur noch stündlich Kleinbusse zu völlig unpassenden Zeiten kurz nach oder sogar vor Schulende, sodass dies nicht mehr möglich ist.
  • Der Kleinbus der Linie 906 fährt zudem samstags und sonntags gar nicht mehr durch die Wohngebiete in Jebenhausen bis hoch zum Wasen. Für ältere Personen in den betroffenen Gebieten wird damit das Busfahren massiv erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht.
  • Auch die neuen Fahrpläne der Linien 922 und 922A zwischen Uhingen, Sparwiesen, Hattenhofen und Zell u.A. haben zur Folge, dass die Busse teilweise schon vor dem Schulende abfahren, sodass Schulkinder bis zu einer Stunde warten müssen.
  • Die Linie 921 aus Hattenhofen über Schopflenberg nach Göppingen fährt entgegen der üblichen Taktung nur alle 60 Minuten. Der neue Fahrplan führt nun dazu, dass der Regionalexpress nach Stuttgart, der eine Minute nach Ankunft des Busses abfährt, nicht mehr erreicht werden kann. Damit fällt nun eine Alternative für die Fahrt nach Stuttgart weg und es konzentriert sich alles auf den deutlich langsameren MEX 16.

Es bleibt zu hoffen, dass es sich hierbei nur um Einzelfälle handelt und die neue Fahrplangestaltung nicht insgesamt auf einer Fehlplanung beruht.

Wir beantragen daher, dass alle mit den neuen Busfahrplänen geschaffenen Probleme (s.o.), insbesondere für Schulkinder, Zugpendler und Senioren, schnellstmöglich behoben werden und hierüber spätestens in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verkehr am 23. Juni öffentlich berichtet wird. Dies beinhaltet auch die Prüfung, ob über die oben genannten Punkte hinaus noch weitere Probleme durch die neuen Busfahrpläne entstanden sind. 

Darüber hinaus ist es uns ein Anliegen, dass der Busverkehr im Landkreis priorisiert behandelt wird. Es fahren mittlerweile alle 30 Minuten mehr oder weniger leere Busse von Göppingen nach Kirchheim, während die Busverbindungen ins und im Oberen Filstal weiterhin unzureichend sind. Landkreisübergreifende Angebote sind sicherlich sinnvoll, aber zunächst einmal sollte der Busverkehr im eigenen Landkreis funktionieren. Auch aus dem Oberen Filstal kamen im Übrigen bereits einzelne Meldungen, dass die neuen Busfahrzeiten zu Problemen führen.

Danke und viele Grüße
Oliver Strommer
 
Vorsitzender FDP-Kreistagsfraktion Göppingen

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