Liebe Mitbürgerin und lieber Mitbürger,
Iran, Ukraine und noch zahlreiche weitere weltweite Kriege und Krisenherde wirken sich leider nachteilig auch auf uns aus. Der Sprit wird teurer, die Lebenshaltungskosten ebenso und viele Firmen entlassen Mitarbeitende – oder stehen gar vor dem Aus. Die wirtschaftliche Gesamtlage war schon einmal besser.
Umso mehr freut es mich, Ihnen in aller Deutlichkeit zu sagen: In Zeiten, in denen sich einige Unternehmen und Gewerbetreibende schwer mit Investitionen tun und demnach auch nicht nach neuen Gewerbeflächen Ausschau halten, können wir in Uhingen diejenigen anlocken, die sich aller Widrigkeiten auf Wachstumskurs befinden und in Uhingen eine neue Heimat finden.
Regelmäßig fragen Unternehmen aus der Region bei uns im Uhinger Rathaus an, ob wir über Gewerbeflächen verfügen. Das zeugt deutlich davon, dass Uhingen trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiterhin als attraktiver Wirtschaftsstandort wahrgenommen wird. Dafür sind einige Faktoren verantwortlich. Deren Ausgestaltung zählt zum täglichen Geschäft der Mitarbeitenden in der Stadtverwaltung zählt und kann nur durch ein Miteinander zwischen Stadt und Gemeinderat umgesetzt werden. Die Standortfaktoren, die für Uhingen sprechen, sind:
- die verkehrsgünstige Lage im Filstal zwischen Stuttgart und Ulm (B10, Bahnhof)
- die Nähe zur A8 und zur Region Stuttgart
- die vorhandene industrielle Prägung
- ein gewachsener Mittelstand
- sowie bestehende Netzwerke im produzierenden Gewerbe.
Mit unserem Stadtentwicklungskonzept legen wir die Leitplanken fest, um unseren industriell geprägten Standort mit starker metallverarbeitender Struktur weiter zu stärken – und auch für andere Branchen attraktiv zu gestalten. Besonders relevant ist dabei, dass über die Hälfte der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im produzierenden Gewerbe tätig sind. Das ist ein beeindruckender Fakt
Nun ruhen wir uns natürlich nicht darauf aus, sondern sind typisch schwäbisch „ond schaffe emsig weiter“. Das bedeutet, dass wir innerörtliche Gewerbeflächen erschließen und bei Anfragen baufertige Grundstücke präsentieren können. Auf einigen sind schon rege Bautätigkeiten zu beobachten:
- Römerstraße-Ost: Auf dem ehemaligen Trainingsgelände des einstigen FC Uhingen siedelt sich eine Firma aus dem Landkreis Göppingen an, die sich auf die Aufbereitung von Motoren spezialisiert hat – und auf Wachstumskurs ist. Insgesamt sind auf diesem Gelände 2-4 Bauplätze geplant, was bedeutet: Wir können auch weitere Anfragen bedienen.
- Seestraße: Die nächste Erschließung von Gewerbeflächen steht am anderen Ende unserer Stadt an – in Richtung Ebersbach. Gegenüber des Baufachmarkts Obi befindet sich eine freie Fläche zwischen Stuttgarter Straße und den Bahngleisen. Hierfür wurde bereits der Bebauungsplan erstellt und demnächst erfolgt die Auswahl der Gewerbetreibenden, die sich dort ansiedeln wollen. Denn auch für diese Flächen gibt es Firmen, die ihr Interesse bekundet haben.
Zusätzliche Unternehmen benötigen auch zusätzliche Arbeitskräfte. Wer bislang bei den Firmen arbeitet, wird von seinem Wohnort nach Uhingen pendeln – und womöglich einen kürzeren Arbeitsweg und geeigneten Wohnraum suchen. Und auch diesen Bedarf können wir bedienen, beispielsweise durch die Erschließung von 7 Bauplätzen im Stadtteil Holzhausen an der Bruckstraße und innerorts durch das Schaffen vom Wohnraum an der Ulmer Straße.
Liebe Mitbürgerin und lieber Mitbürger, die gewerbliche Innenverdichtung gewinnt für Kommunen im Landkreis Göppingen zunehmend an Bedeutung. Hintergrund sind knappe verfügbare Gewerbeflächen, steigende Anforderungen an Klima- und Flächenschutz sowie der wirtschaftliche Druck, Unternehmen im Landkreis zu halten oder neu anzusiedeln. Das Land Baden-Württemberg verfolgt deshalb seit einigen Jahren verstärkt das Leitbild „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“.
Im Landkreis Göppingen zeigt sich bereits heute ein Mangel an kurzfristig verfügbaren größeren Gewerbeflächen. Laut Kreisentwicklungskonzept sind sowohl die klassischen Gewerbeflächen als auch die innerörtlichen Entwicklungsflächen häufig kleinteilig strukturiert und nur begrenzt verfügbar.
Die gewerbliche Innenverdichtung bietet aus ökologischer Sicht mehrere wesentliche Vorteile: Reduzierung des Flächenverbrauchs, geringerer Infrastrukturaufwand, Klimaschutz und kürzere Wege sowie Flächenrecycling statt Neuerschließung.
Trotz der ökologischen Vorteile ist die gewerbliche Innenverdichtung für Kommunen häufig kosten- und arbeitsintensiv. Die Kosten können deutlich höher liegen als bei einer Neubebauung auf unbebauten Flächen. Hinzu kommen Kosten für: Bodengutachten, Altlastensanierung, Kampfmittel- oder Schadstoffprüfung, Entsorgungskosten und komplexere Genehmigungsverfahren. Innenentwicklung erfolgt meist im Bestand und damit in enger Nachbarschaft zu Wohnbebauung, Verkehr oder bestehenden Betrieben.
Doch gerade mittelständische Unternehmen achten heute sehr stark auf eine schnelle Verfügbarkeit von Flächen, gute Verkehrsanbindung, Glasfaser- und Energieversorgung, niedrige Bürokratie und Erweiterungsmöglichkeiten.
Und damit können wir punkten, was die hohe Nachfrage an Gewerbeflächen bestätigt. Das ist insbesondere deshalb bemerkenswert, weil viele Kommunen derzeit Schwierigkeiten haben, neue Betriebe anzusiedeln oder Erweiterungsflächen bereitzustellen. Hinzu kommt, dass produzierende Unternehmen bei uns qualifizierte Fachkräfte, bestehende Lieferketten, branchenspezifisches Know-How und eine industrielle Infrastruktur vorfinden.
Uhingen punktet mit den sogenannten „Agglomerationseffekten“: Unternehmen siedeln sich bevorzugt dort an, wo bereits wirtschaftliche Strukturen ihrer Branche vorhanden sind.
Und wenn die Nachfrage nach Gewerbeflächen vorhanden ist, freie Außenflächen jedoch begrenzt bleiben, gewinnt die gewerbliche Innenentwicklung weiter an Bedeutung. Für Uhingen bedeutet das: bestehende Gewerbegebiete effizienter nutzen, Leerstände oder mindergenutzte Flächen aktivieren, ältere Gewerbestandorte modernisieren und Nachverdichtung gezielt zu ermöglichen.
Die Nachfrage bestätigt somit indirekt, dass Investitionen in Innenverdichtung wirtschaftlich sinnvoll sein können — selbst, wenn sie zunächst höhere Planungs- und Entwicklungskosten verursachen. Durch unser Angebot in Uhingen stärken wir nicht nur unsere Stadt, sondern auch den Landkreis Göppingen als Wirtschaftsregion.
Es grüßt Sie herzlich,
Ihr Matthias Wittlinger
Bürgermeister Stadt Uhingen