Der Schulleitungsmonitor Deutschland zeigt, dass viele Schulleitungen bereit sind, stärker mit Daten zu arbeiten. Gleichzeitig attestiert sich die Hälfte der Befragten nur mittelmäßige, weitere 15 Prozent geringe Kompetenzen, die Schule auf Basis erhobener Daten zu verändern. „Es muss jetzt damit begonnen werden, Schulleitungen und Lehrkräfte in den Prozess zu holen. Sie müssen noch besser verstehen, welche Daten wofür gut sind, und wie sie die Ergebnisse interpretieren und sinnvoll in Maßnahmen umsetzen können. Das Motto muss sein: Datengestützte Entwicklung durch rechtzeitige Einbindung, Vorbereitung und Unterstützung bei gleichzeitiger Entlastung von Schulleitung“, fordert Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), mit Blick auf die heute erschienene Studie der Wübben Stiftung Bildung.
„Schulleitungen erleben ihre Arbeit als dauerhaft belastend. In unseren repräsentativen forsa-Schulleitungsbefragungen konnten wir zeigen, dass dies auf die Arbeitsverdichtung, hohe bürokratische Anforderungen und die sich aus dem Fachkräftemangel ergebenden Herausforderungen zurückgeführt werden kann. Der Schulleitungsmonitor der Wübben Stiftung zeigt die Konsequenz des hohen Arbeitspensum: Ein Fünftel der Schulleitungen zeigen Burnout-Symptome. Kein Wunder, dass 80 Prozent der Befragten angeben, unzufrieden mit der Unterstützung der Schulbehörde zu sein. Am Ende setzt die Politik darauf, dass die Schulleitungen trotz ihres hohen Unmuts dem Beruf gerne nachgehen und hohe Motivation aus der Arbeit mit Kindern und im unterstützenden Kollegium ziehen. Das reicht aber langfristig nicht“, warnt Neckov.
Der VBE-Chef fordert: „Die Umfrage zeigt einmal mehr, dass die gesundheitliche Situation von Lehrkräften stärker beobachtet und geeignete Maßnahmen identifiziert und angewendet werden müssen, um zum Beispiel das Burnout-Risiko zu senken, aber auch die Arbeit der Schulaufsicht zu unterstützen. Die OECD-Studie TALIS ist dafür das richtige Instrument. Mit einer breit angelegten Kampagne, bei der wir u. a. die Bildungsministerkonferenz angeschrieben haben und mit vielen der Bildungsverantwortlichen schon im Gespräch waren, fordern wir die Teilnahme Deutschlands an der nächsten TALIS Studie 2030 ein.“
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus dem frühkindlichen Bereich, der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion.
PM VBE Verband Bildung und Erziehung