Die weltweite Bewegung schlägt ein neues Kapitel auf und stärkt dabei Gemeinschaften und Projekte, die die Vision ihres Gründers verkörpern
Nach drei Tagen des Schweigens im Gedenken an den Gründer Carlo Petrini zeigt Slow Food heute auf, wie es als globale Bewegung weiter voranschreitet und bekräftigt dabei das Engagement für ein Lebensmittelsystem, das für alle gut, sauber und fair ist.
In Zeiten wachsender geopolitischer Spannungen, Klimakrise, Biodiversitätsverlust und zunehmender Ungleichheiten betont Slow Food seine Rolle als gemeinschaftliche Kraft, die weltweit in lokalen Realitäten verankert ist und führt Petrinis Vision und Werte in diese neue Phase.
Mit Aktivitäten in über 150 Ländern verbindet Slow Food Landwirte, Fischer, Köche, Aktivisten und junge Leute in den lokalen Lebensmittelsystemen und in einem einzigartigen, vielfältigen globalen Netzwerk.
„Carlo hat uns gelehrt, dass Engagement auch leicht, mutig und mit gegenseitigem Vertrauen getragen werden kann“, so Edward Mukiibi, Präsident von Slow Food. „Wir sind viele – und gemeinsam können wir die Zukunft gestalten.“
Terra Madre 2026: ein Wendepunkt für die Bewegung
Dieses neue Kapitel nimmt Gestalt an bei Terra Madre Salone del Gusto 2026 (Turin, Italien, 24.–27. September) – ein Meilenstein für Slow Food und sein globales Netzwerk. Von Carlo Petrini als visionäres Treffen ins Leben gerufen, wird Terra Madre zum ersten Mal das weltweite Netzwerk in seiner Abwesenheit zusammenbringen – geeinter denn je und fest entschlossen, die gemeinsame Mission weiterzutragen.
Neben Terra Madre wird die Internationale Teilnehmendenversammlung Vertreterinnen und Vertreter von Slow Food aus aller Welt zusammenbringen, um die künftigen Prioritäten und die Ausrichtung der Bewegung zu bestimmen.
„Terra Madre 2026 wird zugleich Würdigung und Wendepunkt sein“, sagt Edward Mukiibi, Präsident von Slow Food. „Es ist auch eine Chance, die Vision zu bekräftigen, die uns leitet: eine Globalisierung, die in lokalen Gemeinschaften verwurzelt ist; ein Netzwerk, das wächst, ohne Lebensmittel zu vereinheitlichen oder Geschmäcker zu standardisieren, das Vielfalt bewahrt und indigenes Wissen wertschätzt, statt es zu ersetzen.“
Gärten in Afrika: Ein lebendiges Vermächtnis
Zu den greifbarsten Vermächtnissen Petrinis zählt das Projekt Slow Food Gärten in Afrika, das weiterhin wächst und mit nachhaltiger Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und Bildung konkrete Antworten auf heutige Herausforderungen gibt.
„In diesen Gärten sehen wir eine Landwirtschaft, die Menschen ernährt, Böden regeneriert und Gemeinschaften stärkt – und uns zeigt, wie die Zukunft aussehen soll“, so Mukiibi. Seit 2011 hat das Programm 3.490 Schul- und Gemeinschaftsgärten in 38 Ländern unterstützt und über 500.000 Menschen eingebunden. Im Jahr 2024 gaben 97 % der teilnehmenden Haushalte an, besseren Zugang zu frischen und gesunden Lebensmitteln zu haben, während 89 % ein gestiegenes Einkommen oder finanzielle Stabilität meldeten.
Um dieses Vermächtnis zu würdigen, hat Slow Food eine spezielle Spendenaktion ins Leben gerufen:
👉 https://donate.slowfood.com/de/projekte/in-gedenken-an-carlo-petrini
Eine globale Bewegung geht voran
Mit ihrem Netzwerk aus Landwirten, Fischern, Köchen, jungen Menschen und Aktivisten weltweit beginnt Slow Food diese neue Phase mit einem erneuerten Bewusstsein für gemeinsame Verantwortung.
„Wir blicken nicht mit Wehmut zurück, sondern mit Entschlossenheit nach vorn“, sagt Mukiibi. „Das, was wir erhalten haben, ist nicht nur Erbe, sondern eine Verantwortung, die wir gemeinsam tragen – jeden Tag und in jeder Gemeinschaft.“
Weitere Informationen
Terra Madre 2026: https://2026.terramadresalonedelgusto.com/en/
PM Slow Food Deutschland e.V.