NABU: Sorge um Spatzen, Aufatmen bei den Finken – Die 22. „Stunde der Gartenvögel“ im Südwesten mit durchwachsenen Ergebnissen

Die Ergebnisse der 22. „Stunde der Gartenvögel“ sind da: In Baden-Württemberg haben 5.300 Vogelfreundinnen und -freunde vom 8. bis 19. Mai mehr als 97.000 Vögel in 3.600 Gärten gesichtet und gemeldet. „Im Vergleich zum Vorjahr haben weniger Menschen an der Mitmachaktion teilgenommen“, sagt Dr. Stefan Bosch, Fachbeauftragter des NABU Baden-Württemberg für Vögel. Auch die Zahl der Vogelsichtungen nahm ab: „Im dritten Jahr in Folge wurden mit durchschnittlich nur 26,9 weniger als 30 Vögel je Garten gezählt“, so Bosch. Unter den Top 10 der meistgezählten Vogelarten in Baden-Württemberg waren Haussperling, Amsel, Kohlmeise, Star, Blaumeise, Elster, Feldsperling, Mauersegler, Rabenkrähe und Mehlschwalbe.

Spatzen am weitesten verbreitet, aber abnehmend

Platz ein besetzt unverändert der Haussperling, umgangssprachlich als Spatz bekannt, mit landesweit 4,5 Vögeln pro Garten. Verglichen zum Vorjahr ist das allerdings ein Minus von sieben Prozent. Der Negativtrend schreitet seit Jahren voran und ist auch auf Bundesebene mit minus neun Prozent zu sehen. „Diese typische Stadtvogelart brütet immer weniger in den Ballungsräumen“, so Stefan Bosch. „Die schlechtesten Ergebnisse erzielten Heilbronn und Stuttgart. Inzwischen gibt es mehr Spatzen im Schwarzwald als in Großstädten. Die einzige positive Ausnahme und zugleich Spitzenreiter in Baden-Württemberg ist Freiburg mit sechs Spatzen pro Garten.“ Dem Haussperling fehlen, wie anderen Gebäudebrütern auch, Nistplätze und Insektennahrung zur Jungenaufzucht.

Buchfink häufiger – Grünfink auf niedrigem Niveau

Aufatmen bei der Zählung der Finken: Die Ergebnisse zeigen aktuell keinen Hinweis auf eine neue Infektionswelle durch Trichomonaden. Die häufigste Finkenart in Siedlungen in Baden-Württemberg ist der Buchfink mit 0,5 Vögeln je Garten, der vor allem im Alb-Donau-Kreis und dem Bodensee zugelegt hat. Bundesweit kann beim Buchfinken sogar ein sattes Plus von 14 Prozent bei den Sichtungen im Vergleich zum Vorjahr verbucht werden. Der Grünfink verharrt auf niedrigem Niveau, mit besten Werten im Landkreis Sigmaringen, Biberach, Enzkreis. Bundesweit hat sich die Zahl gemeldeter Grünfinken seit 2023 nahezu halbiert.

Aufwind für Alpensegler

Ein deutlicher Rückgang ist auch bei den Mauerseglern zu verzeichnen. Trotz perfektem Seglerwetter sind die Zahlen nach einem Plus im Vorjahr wieder zurückgegangen. Hochburgen sind Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe und Pforzheim. „Erfreulich ist hingegen die Zunahme bei seinem Verwandten, dem Alpensegler. Diese Art breitet sich nordwärts aus, hohe Zahlen erreicht Baden-Württemberg als einziges Bundesland mit Vorkommen in Südbaden, Karlsruhe und Stuttgart“, freut sich Bosch.

Insgesamt haben bundesweit fast 56.000 Menschen bei der diesjährigen Vogelzählung mitgemacht und aus mehr als 38.000 Gärten weit über eine Million Vögel gemeldet. Die „Stunde der Gartenvögel“ ist eine Mitmachaktion des NABU und seines bayerischen Partners LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz). Die nächste Vogelzählung ist die „Stunde der Wintervögel vom 8. bis 10. Januar 2027.”

Hintergrund:

Weitere Infos: www.stundedergartenvoegel.de

Ergebnisse im Einzelnen: www.NABU.de/sdg-ergebnisse

Gebäudebrüter unterstützen: Jede Spende hilft: Gebäudebrüter schützen – NABU BW

 

PM NABU Baden-Würmbergtte

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