Zu Beginn seiner Amtszeit als Ministerpräsident von Baden-Württemberg rief Winfried Kretschmann die „Politik des Gehörtwerdens“ aus. Erfahrungen aus den Protestbewegungen rund um das Bahnprojekt Stuttgart 21, aber auch ein wachsendes Misstrauen gegenüber Verwaltung und Politik erforderten eine Veränderung des Politikstils in Baden-Württemberg.
- Konnte der Wunsch nach mehr Beteiligung im Regierungshandeln interdisziplinär und strukturell in den Verwaltungen etabliert und nachhaltig verankert werden?
- Wie hat sich die Kultur der Beteiligung in Baden-Württemberg entwickelt?
- Was wird den Regierungswechsel überdauern?
- Was sagt die Wirtschaft?
- Was sagt die Wissenschaft?
- Wie beurteilen Verwaltungen, Initiativen und die Zivilgesellschaft die Veränderung des Politikstils in Baden-Württemberg?
Dies sind Fragen, die sich vielschichtig am Ende der Regierungszeit von Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellen.
Im Gespräch mit Pressevertreterinnen und -vertretern am Dienstag (28. April 2026) griff Staatsrätin Barbara Bosch diese Fragen bei der Vorstellung ihrer zweibändigen Publikation „Zugehört – 15 Jahre Politik des Gehörtwerdens“ im Staatsministerium auf. Durch den Dialog mit Kooperationspartnern sowie externen Beobachterinnen und Beobachtern reflektiert sie darin Entwicklungen, Errungenschaften und wagt einen vorsichtigen Blick in die Zukunft der Beteiligungskultur in Baden-Württemberg. Zum Abschluss ihrer Amtszeit (2021–2026) zieht die Staaträtin eine umfassende Bilanz und spannt zugleich einen Bogen von den Anfängen einer verstärkten Beteiligungskultur bis zu ihrer heutigen Verankerung in Baden-Württemberg. Interviews mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der Staatsrätin selbst sowie mit Verkehrsminister Winfried Hermann werden durch wissenschaftliche, behördliche und zivilgesellschaftliche Autorenbeiträge ergänzt. Anhand konkreter Beispiele dokumentiert die Publikation facettenreich die Wirkung und Verankerung partizipativer Verfahren sowie das breite zivilgesellschaftliche Engagement im Land.
Zwei Hefte und drei Poster bilden tagesaktuelle Entwicklungen und langfristige Projekte ab. Mit insgesamt 39 Beiträgen auf rund 180 Seiten kommen dabei 35 Autorinnen und Autoren zu Wort. Neben wissenschaftlichen und philosophischen Perspektiven werden auch assoziierte Akteure der Landesregierung vorgestellt, darunter die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung (SDBB) sowie die Allianz für Beteiligung e.V. Beiträge von Interessenvertretungen und Initiativen werden dialogisch und mit eigenständigen, nicht vorgegebenen Fragestellungen präsentiert. Ergänzt wird die Publikation durch thematische Schwerpunkte wie z.B. zu Inklusion und zur Erinnerungskultur. Abgerundet wird das Werk durch Beiträge der kommunalen Landesverbände und Regierungspräsidien. „Zugehört“ versteht sich als Gesamtbetrachtung, Fazit und Ausblick der Arbeit der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung sowie ihrer Stabsstelle im Staatsministerium Baden-Württemberg. Nach der Veröffentlichung von „Des Volkes Stimme“ im Jahr 2022 legt Staatsrätin Barbara Bosch damit ihre zweite Publikation im Rahmen ihrer Amtszeit vor.
Ebenfalls beim Pressegespräch vor Ort und für Fragen zur Verfügung standen: Prof. Dr. Ortwin Renn, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung sowie ausgewiesener Risiko- und Nachhaltigkeitsforscher an der Universität Stuttgart; Ministerialdirektorin Leonie Dirks, Amtschefin im Ministerium für Gesundheit, Soziales und Integration, hat gemeinsam mit Staatsrätin Barbara Bosch zentrale Beteiligungsformate und Förderprogramme im Land mitentwickelt; Ralf Broß, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg und ehemaliger Oberbürgermeister von Rottweil; Hans-Peter Maichle, langjährig kommunalpolitisch engagiert und Vorsitzender der Bürgerinitiative B10-NEU
Weitere Informationen
Fotos der Veranstaltung können im Nachgang über https://stm.baden-wuerttemberg.de/mediathek heruntergeladen und honorarfrei verwendet werden (Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg/Ilkay Karakurt).
PM Staatsministerium Baden-Württemberg