KAMPFJET, CRASH & KNEIPEN‑CHAOS! Mein verrücktester Freitag in Schwäbisch Gmünd

Ich wollte an diesem Freitag eigentlich nur eines: Ruhe. Ein stressiger Arzttermin lag hinter mir, der Himmel strahlte, die Sonne brannte wie ein goldener Scheinwerfer über der Stadt. Also beschloss ich, mich auf die Sonnenseite meiner Stammkneipe zu setzen und mir ein Rot‑Sauer zu gönnen.

Ein Parkplatz direkt vor der Tür – ein kleines Wunder. Dort stand mein heißgeliebter Kleinwagen, ein Modell, das in Europa längst nicht mehr verkauft wird. Ich setzte mich, bestellte mein Getränk und atmete durch.

Doch die Ruhe hielt nicht lange.

Tiefflug über meinem Kopf

Gegen 10.15 Uhr donnerte plötzlich ein Bundeswehr‑Kampfbomber im Tiefflug über mich hinweg. So tief, dass ich fast glaubte, der Pilot könne mir zuwinken. Die Gäste schauten irritiert nach oben, der Boden vibrierte. Ich dachte noch: Na toll, das fängt ja gut an.

Kaum hatte ich mich wieder gefangen, folgte der nächste Schock.

Ein Kombi kracht in mein Auto

Ein lauter Schlag. Metall auf Metall. Ich drehte mich um – und sah, wie ein großer weißer Kombi mein Auto rammte. Nicht leicht, nicht streifend, sondern richtig.

Die Fahrerin stieg aus, sichtlich nervös, und begann, einen Zettel zu schreiben. Offenbar wollte sie ihn an meiner Windschutzscheibe befestigen.

Ich stand auf, ging hinüber und sagte den Satz, der in solchen Momenten immer wirkt wie aus einer schlechten Serie:

„Da komme ich gerade noch richtig.“

Sie erschrak, ließ fast den Stift fallen.

Keine Papiere – aber eine Einigung

Beim Austausch der Personalien stellte sich heraus: Sie hatte weder Ausweis noch Führerschein noch Fahrzeugpapiere dabei. Ein Umstand, der die Situation nicht gerade entspannte.

Wir machten Fotos, notierten Kennzeichen, dokumentierten den Schaden. Trotz aller Unsicherheiten einigten wir uns. Ich fuhr direkt zur Werkstatt. Noch am Nachmittag wurde ein Gutachtertermin festgelegt, ein Rechtsanwalt eingeschaltet.

Ein Tag, der eigentlich entspannt beginnen sollte, verwandelte sich in ein bürokratisches Hindernisrennen.

Der Panikmacher tritt auf

Später besuchte ich einen Bekannten – ein Mann, der alles anbietet: Autohandel, Kneipe, Mietwagen, Gutachtervermittlung. Und einer, der für seine dramatischen Prognosen bekannt ist.

Ich erzählte ihm vom Unfall. Er hörte zu, schüttelte den Kopf und verkündete mit der Begeisterung eines Totengräbers:

„Das wird ein wirtschaftlicher Totalschaden. Da bekommst du kein Geld. Stell dein Auto einfach zu mir, ich verwert’s.“

Ich ließ ihn reden. Manchmal ist Schweigen die beste Form der Selbstverteidigung.

Werkstatt, Gutachter, Nerven – und keine Spur von Entspannung

Mein Auto stand inzwischen auf der Bühne. Jeder Kratzer wurde begutachtet, jede Schraube fotografiert. Ich verfolgte alles mit großem Interesse – und wachsender Anspannung.

Von Entspannung keine Spur. Es war ein Vorgang, der abgearbeitet werden musste. Mit Geduld. Mit Nerven. Und mit dem Gefühl, dass jeder Schritt neue Fragen aufwarf: Wie hoch ist der Schaden wirklich? Welche rechtlichen Folgen drohen? Wie zuverlässig ist die Unfallgegnerin ohne Papiere? Und: Wird die Versicherung zahlen?

Mein Fazit dieses turbulenten Tages

Ein Kampfbomber über mir. Ein Kombi an der Fahrzeugfront. Ein Panikmacher im Nacken.

Und ich mittendrin – ein Mann, der eigentlich nur ein Rot‑Sauer trinken wollte.

Es hätte schlimmer kommen können. Viel schlimmer. Zum Beispiel hätte das Rot‑Sauer warm sein können.

 

Alfred Brandner

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