NABU: Mehr Mut, mehr Tempo und finanzielle Mittel für Naturwiederherstellung

Nationaler Plan zur WVO hilft Baden-Württemberg, Moore und Flüsse zu renaturieren und Ziele zur Stärkung der Biodiversität zu erreichen

Der NABU Baden-Württemberg begrüßt den von Bund und Ländern vorgelegten nationalen Plan zur Umsetzung der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (WVO) in Deutschland. „Die Natur ist unsere Lebensversicherung. Doch Papier allein renaturiert keine Moore und bringt keine Arten zurück. Wir brauchen ein mutiges, verbindliches und wirksames Arbeitsprogramm, auch für Baden-Württemberg“, ist der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle überzeugt.

Natur wo immer möglich wiederherzustellen und dabei die Lebensqualität für die Menschen zu verbessern – das sei das Gebot der Stunde. Denn der Zustand der Natur auch im Südwesten ist fragil. Das zeigen die langen Roten Listen gefährdeter Arten, die rund 40 Prozent der heimischen Tiere und Pflanzen betreffen. „Es braucht mehr Mut, mehr Tempo und finanzielle Mittel, um zerstörte Moore, begradigte Flusslandschaften oder trockengelegte Nasswiesen wiederherzustellen,“ betont Enssle. „Wieder mehr Wasser in der Landschaft zu halten, hilft nicht nur der Artenvielfalt, sondern macht uns auch gegenüber dem Klimawandeln resilienter.“

Enssle sieht dabei auch die nächste Landesregierung in der Pflicht, den mit dem Biodiversitätsstärkungsgesetz begonnenen Weg konsequent fortzuführen und teils schneller umzusetzen. „Mehr Ökolandbau, mehr Refugialflächen in der Landwirtschaft als Rückzugsräume für Vögel und Insekten sowie die Verbindung von Lebensräumen über den Biotopverbund zahlen direkt auf die Ziele der WVO bei uns ein. Moore und Nasswiesen schützen, Auen und Flüsse wiederherstellen – das muss schneller gehen. Aber gerade hier dauern die Verfahren immer noch viel zu lang. Wir brauchen Bürokratieabbau und Planungsbeschleunigung, aber nicht bei der Naturzerstörung, sondern bei ihrer Wiederherstellung. Natur-Turbo statt Bau-Turbo“, fordert Enssle.

„Um die anstehenden Aufgaben zu meistern, sind Cem Özdemir und Manuel Hagel gut beraten, die Ökologie im nächsten Landeshaushalt weiter zu stärken – so wie es Cem Özdemir in seinen Schwerpunkten und die Grünen in ihrem Wahlprogramm angekündigt haben“, erinnert Enssle. „Das betrifft nicht nur den originären Naturschutzhaushalt, sondern auch den Bereich der Landwirtschaft mit dem Förderprogramm FAKT und die Forstwirtschaft mit den Zuführungen für Gemeinwohlleistungen an den Staatsforstbetrieb ForstBW sowie das Förderprogramm für den Kommunal- und Privatwald“, hält Enssle fest.

Hintergrund:

Der nationale Wiederherstellungsplan ist das zentrale Instrument zur Umsetzung der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur, die seit 2024 für alle Mitgliedsstaaten gilt. Sie legt verbindliche Ziele zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme fest. Ziel ist es unter anderem, bis 2030 auf mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresflächen wirksame Wiederherstellungsmaßnahmen und somit eine Trendwende beim Naturverlust einzuleiten. Der nationale Wiederherstellungsplan legt hierfür Maßnahmen, Flächenkulissen, Zeitpläne und Finanzierungsansätze fest. Bund, Länder, Kommunen, Verbände und Gesellschaft müssen als nächsten Schritt den Plan prüfen, nachschärfen und tragfähig machen bis zur Vorlage bei der EU-Kommission im September 2026.

Weitere Infos zum Thema:

 

PM NABU (Naturschutzbund Deutschland), Landesverband Baden-Württemberg e. V.

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