Spannender Neuankömmling: Der Goldschakal durchstreift vermehrt Baden-Württemberg

Zum Internationalen Tag der Schakale (19.4.) informiert der NABU über die Art und ihre nahen Verwandten Wolf, Fuchs und Hund

Ist es ein großer Fuchs, ein freilaufender Hund oder ein kleiner Wolf? Keines von allem. Seit einigen Jahren durchstreift der Goldschakal (Canis aureus) zunehmend Baden-Württemberg. Zum Internationalen Tag der Schakale (19.4.), der extra für den Neuankömmling ins Leben gerufen wurde, stellt der NABU das scheue Tier mit den spitzen Ohren und dem rötlich bis gelblich-grauen Fell vor. Seit 1997 breitet er sich still und unauffällig in Deutschland aus. Fast zum Tier des Jahres 2026 gewählt, zeigt seine Entwicklung im Südwesten: Es ist gut, sich auf ihn dauerhaft einzustellen.

Goldschakale durchstreifen viele Landkreise im Südwesten

Wie viele Goldschakale aktuell hier leben, lässt sich nicht genau sagen. Zu wenig ist über die Lebensweise der neuen Art hierzulande bekannt. Laut Monitoring der Forstlichen Versuchsanstalt (FVA) – basierend auf Fotos, Meldungen und genetischen Analysen – breitet sich der Goldschakal weiter in Baden-Württemberg aus. Einzelne Tiere wurden bereits in den Landkreisen Alb-Donau, Biberach, Böblingen, Emmendingen, Enzkreis, Heilbronn, Karlsruhe, Neckar-Odenwald, Ortenau, Rastatt, Ravensburg, Reutlingen, Rottweil, Sigmaringen, Tuttlingen und Waldshut gesichtet.

Vor fünf Jahren gab es im Schwarzwald-Baar-Kreis den ersten deutschen Nachwuchs, seitdem kamen dort jährlich einige Welpen zur Welt. Auch im Landkreis Konstanz hat sich ein Paar vor zwei Jahren angesiedelt und bekommt jährlich Ende April/Anfang Mai Junge. Zwar ist die Sterblichkeit der Kleinen hoch, doch der Goldschakal wird im Südwesten bleiben. Als selbst zugewanderte Art ist er hier heimisch und ganzjährig geschützt, er darf im Südwesten nicht bejagt werden. Blickt man auf die Erfahrungen anderer Regionen Europas, könnte der Goldschakal in wenigen Jahrzehnten auch in großen Teilen Baden-Württembergs vorkommen.

Wie unterscheidet sich der Goldschakal von Fuchs, Hund und Wolf?

Der aus Südasien und Südosteuropa eingewanderte Goldschakal hat kleine Ohren, einen kurzen buschigen Schwanz und einen kräftigen Körper. Dabei sieht er Wölfen, großen Hunden und Füchsen ähnlich. Doch wie lässt er sich eindeutig unterscheiden? „Der Wolf ist größer mit gerader Schnauze. Der Kopf des Goldschakals erinnert eher an den eines Rotfuchses statt eines Hundes, der Fuchs ist jedoch deutlich schlanker. Der Goldschakal ist eher gedrungen – hat man keinen direkten Vergleich, kann es aber schwer sein, den Goldschakal rein optisch direkt zu bestimmen“, weiß NABU-Artenschutzreferentin Alexandra Ickes.

Der Stammbaum des Goldschakals zeigt: Sein engster Verwandter ist der Wolf (Canis lupus) und diesem ähnelt er auch im Aussehen am meisten. Doch mit dem Rotfuchs (Vulpes vulpes) teilt er viele Vorlieben was Nahrung und Lebensraum betrifft. Wo es Wölfe gibt, sucht man den bis zu einem Meter langen Goldschakal in der Regel vergebens, zugleich meiden die kleineren Füchse eher das neue Säugetier. Er lebt im Familienverband, ernährt sich als Allesfresser flexibel jedoch vorwiegend von Kleinsäugern, gefolgt von Huftieren (meist Kadaver) und Pflanzen, und durchstreift auf Nahrungssuche ein Territorium von bis zu 30 Quadratkilometern. Dabei ist er bezüglich der Landschaft nicht wählerisch. Goldschakale sind sehr anpassungsfähig und können mit diversen Umweltbedingungen klarkommen. Gibt es ausreichend Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten, haben sie alles, was sie brauchen.

„Für den Menschen stellt der Goldschakal keine Gefahr dar. Als scheues Wildtier geht er dem Menschen so gut es geht aus dem Weg“, stellt Ickes klar. Eine Begegnung ist ein seltenes Ereignis und kann als Glücksfall gesehen werden. Ickes rät: „Bei Wildtierbegegnungen sollte man dem Tier stets Rückzugsmöglichkeiten geben und es nicht bedrängen. Anlocken durch Fütterungen ist verboten.“

Hintergrund:

 

Foto (J. Böcker): Goldschakal in Baden-Württemberg

 

PM NABU (Naturschutzbund Deutschland), Landesverband Baden-Württemberg e. V.

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