Lebensgrundlagen erhalten – wirksamen Klimaschutz im Koalitionsvertrag verankern BUND fordert Grüne und CDU auf, keine Rückschritte bei den ehrgeizigen Klimazielen des Landes zuzulassen.

  • BUND warnt vor Schleifen des Klimaziels
  • Ausbau der Windenergie muss beschleunigt werden
  • Umweltverband fordert Land auf, Kommunen bei der sozialgerechten Umsetzung der Wärmepläne zu helfen

Anlässlich der laufenden Gespräche zwischen CDU und Grünen zu einer weiteren Koalition in Baden-Württemberg äußert sich der BUND-Landesverband besorgt, dass der Klimaschutz unter die Räder kommen könnte.

Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg: „Ich hoffe sehr, dass sich CDU und Grüne in ihren Gesprächen in großer Ernsthaftigkeit mit Klimaschutz und damit der Sicherung unserer Lebensgrundlagen auseinandersetzen. Klimaneutralität ist in Baden-Württemberg für das Jahr 2040 gesetzlich verankert. Zuletzt hatte der Klima-Sachverständigenrat der Landesregierung davor gewarnt, dass das Zwischenziel für 2030 um 17 Prozent verfehlt werden könnte. Ein Ignorieren oder gar Schleifen dieses Ziele käme einer Kapitulation vor der großen Menschheitsaufgabe gleich. Ohne eine deutliche Beschleunigung ist ein Scheitern in Sachen Klimaschutz vorprogrammiert.“

Übergang von fossiler Wärmeversorgung auf erneuerbare Lösungen beschleunigen

Der Umweltverband fordert deshalb die neue Regierung auf, im Strombereich dafür zu sorgen, dass vor allem der Ausbau der Windenergie vorangeht. Die Auswirkungen des aktuellen Krieges im Nahen Osten zeigen deutlich, wie sensibel die wirtschaftliche Entwicklung auch in Baden-Württemberg wegen der fatalen Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ist.
“Insbesondere bei der Wärmewende geht es nun darum, den Übergang von fossiler Wärmeversorgung auf erneuerbare Lösungen zu beschleunigen”, beschreibt Sylvia Pilarsky-Grosch. „Die Wärmeplanung liegt flächendeckend vor. Nun gilt es, die Städte und Gemeinden im ganzen Land bei der sozialgerechten Umsetzung ihrer Wärmepläne zu unterstützen. Ohne weitere Finanzmittel wird dies nicht gehen.“

Studie zeigt: Baden-Württemberger*innen ist Klimaschutz wichtig

Die Menschen im Land erwarten von der neuen Landesregierung, dass sie sich für Klimaschutz einsetzt, wie eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag von BUND und NABU zeigt. Rund 35 Prozent der Befragten sprechen sich für höhere Investitionen in den Klimaschutz aus. 36 Prozent plädieren für eine gleichbleibende Höhe der Investitionen. Ein knappes Drittel (27 Prozent) ist der Meinung, dass weniger in den Klimaschutz investiert werden sollte.

Hintergrund:

Nachdem die Landtagswahl am 8. März 2026 zwischen Grünen und CDU äußerst knapp ausgegangen ist und die beiden Fraktionen im neuen Landtag die gleiche Stärke haben werden, sondieren die Parteien seit dem 24. März. Beide Parteien hatten die Wirtschaft in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfs gestellt. Es wurde Stillschweigen vereinbart und bisher dringen auch keine Informationen über den Stand der Gespräche nach außen. Das Sondierungsergebnis im Jahr 2021 enthielt schon sehr konkrete Vorgaben, die in den darauffolgenden Koalitionsvereinbarungen ausbuchstabiert wurden.

Aktuelle forsa-Ergebnisse belegen außerdem:

  • Für die Mehrheit (56 Prozent) der Baden-Württemberger*innen haben die Themen Natur- und Umweltschutz eine große bis sehr große Rolle für ihre Wahlentscheidung gespielt.
  • Einschränkungen beim Umwelt- und Naturschutz zugunsten des Wirtschaftswachstums lehnt eine große Mehrheit (64 Prozent) ab.

 

Weitere Informationen:

 

PM Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e.V.

 

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