Das Forstliche Gutachten 2024 zeigt, dass anhaltend hoher Wildverbiss den Waldumbau hin zu klimaresilienten Mischwäldern gefährdet. Waldbesitzer und Jägerschaft sind gefordert, gegenzusteuern.
Symbolbild
Verbiss-Trends haben sich nur wenig verändert
Das Forstliche Gutachten 2024 wurde in 6.720 Jagdrevieren durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen auf, dass weiterhin großer Handlungsbedarf besteht. Insbesondere bei den Eichenarten zeigt sich bedauerlicherweise eine kontinuierliche Verstärkung der Verbissintensität.
Bei der Tanne habe sich zumindest nur geringe Verschlechterung gezeigt, obwohl die Verbissbelastung in über 75 Prozent der Reviere immer noch zu hoch sei. „Der Aufwand für den Waldumbau steigt. In vielen Jagdrevieren gelingt die natürliche Verjüngung oftmals nur mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen, wie Wuchshüllen oder Zäunen. Es steht viel auf dem Spiel, wenn der Waldumbau nicht vorankommt, weil er durch Wildverbiss ausgebremst wird“, sagte Minister Hauk.
Zielvereinbarung über den Abschuss von Rehwild im Pachtgebiet
Das Ergebnis des Forstlichen Gutachtens unterstützt die Waldbesitzer im Dialog mit der Jägerschaft, um die Höhe des Wildbestandes an die jeweilige Verbisssituation vor Ort anzupassen, damit der Umbau zu artenreichen und gemischten Wäldern gelingen kann. Die Forstlichen Gutachten machen zudem Vorschläge zur Abschussplanung. Gemäß des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes Baden-Württemberg (JWMG) vereinbaren Jagdverpächter und Jagdpächter spätestens alle drei Jahre eine Zielvereinbarung über den Abschuss von Rehwild im Pachtgebiet.
Forstliches Gutachten
Eine landesweite Arbeitsgruppe hat sich im Rahmen der Runden Tische Waldumbau & Jagd der Weiterentwicklung des Forstlichen Gutachtens gewidmet und folgendes Informationsmaterial als Entscheidungsgrundlage für Waldbesitzer und Jägerschaft entwickelt, um die Erarbeitung einer Zielvereinbarung zu erleichtern und zu vereinfachen:
-
In Infoblättern zum Forstlichen Gutachten (PDF) und zur Zielvereinbarung zur Rehwildbejagung (PDF) werden das Verfahren, die Hintergründe und beispielhafte Abläufe kurz und leicht verständlich dargestellt. Sie schaffen allen Interessierten einen schnellen und informativen Überblick.
-
Jagdgenossenschaften beziehungsweise Jagdrechtsinhaber können ein interaktives Formular „Zielvereinbarung zur Rehwildbejagung“ (PDF) mit hilfreichen, erklärenden Informationen nutzen, um eine auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmte Zielvereinbarung zu erstellen.