Von Januar-April 2006 streikte der Öffentliche Dienst in Baden-Württemberg regelmäßig. Ich erinnere mich noch an Fernsehbilder von massenweise Müll, der nicht abgeholt wurde, war aber persönlich nicht davon betroffen. Einmal war ich als Schüler sogar bei einer Kundgebung dabei, um den Streikenden meine Solidarität zu zeigen. Und der Mammutstreik hatte Erfolg.
Die Bediensteten holten passable Ergebnisse raus, die ohne den Durchhaltewillen wahrscheinlich nicht zustande gekommen wären. Schade, dass die Arbeitgeberseite nicht schon eher kompromissbereit war, man hätte sich so einiges ersparen können. Dieses Beispiel sollte im kollektiven Gedächtnis der BRD erhalten bleiben, damit man weiß, was man erreichen kann, wenn man nur lang genug dranbleibt.
Dann habe ich vor einiger Zeit einen Artikel über „Mütterliche Vernachlässigung“ in Oklahoma gesehen. Dort werden Mütter, die zulassen, dass Gewalttäter ihre Kinder misshandeln, härter bestraft, als die Schänder. Es nimmt dort teilweise abstruse Züge an, aber vom Grundprinzip her finde ich das richtig und wünsche mir, dass man in Deutschland auch so einen Strafparagraphen einführt. Wie oft kommt es vor, dass Frauen mit ihren Kindern ohne Erlaubnis der Väter wegziehen, weil sie online einen neuen Partner kennenlernen, der sich dann als Gewalttäter entpuppt. Dann müssen sie weg und ins Frauenhaus, was diese ebenfalls überlastet. Neulich habe ich einen Bericht im SWR gesehen, dass wegen Wohnungsmangel teilweise Familien nach dem Frauenhaus in die Wohnungslosigkeit entlassen werden müssen, was mich fassungslos gemacht hat. In solchen Fällen sage ich, bringt die Kinder zu den treusorgenden Vätern zurück und überlasst die Frauen sich selbst – wer so etwas tut, sollte nicht noch Hilfe bekommen. Ich weiß nicht, wie viele Fälle in Frauenhäusern so etwas ausmacht, aber würde man solchen Tussen die Plätze verweigern, würde das Problem zumindest ein bisschen gelindert. Und wenn man solche Frauen noch juristisch mit mehrjährigen Haftstrafen belangen könnte, würde ich Freudentränen weinen.
In Oklahoma gehen die Gesetze viel zu weit. Dort werden selbst Frauen, die gegen aggressive Väter vorgehen, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie nicht schon präventiv vorgegangen sind. Und da frage ich mich, wie sie das tun sollen. Viele Männer werden erst im Laufe der Zeit gewalttätig und hellsehen kann so viel ich weiß niemand. Manchmal ist es auch nicht so einfach, gewalttätigen Partnern zu entkommen, weil man erst einmal eine neue Bleibe finden muss oder diese in diesen Fällen noch brutaler werden, was für die Kinder noch gefährlicher werden kann.
Aber würde man dieses Gesetz stark evaluiert bei uns einführen, es gäbe wahrscheinlich ein paar mehr Inhaftierte, es würden sich aber viele andere Probleme lösen oder lindern. Auch gäbe es eine präventive Abschreckung, dass viel Unheil gar nicht erst angerichtet werden würde, weil man Angst vor den Konsequenzen haben muss. Vielleicht sollte sich unsere Politik auf den Weg machen, Gesetze anzupassen. Und jeder Einzelne kann was gegen Missstände tun. Wenn man sich wundert, warum eine Mutter mit Kindern umzieht, nachfragen. Und wenn sich herausstellt, dass der Umzug rechtswidrig ist, Polizei und Behörden informieren. Und sollten diese untätig bleiben, die Kinder nehmen und zu den Vätern zurückbringen. Vielleicht mag das Ergebnis auf den ersten Blick etwas traumatisch sein. Aber es wird Recht und Gerechtigkeit genüge getan, das Kindeswohl ist gesichert und präventiv kann viel Mist verhindert werden.
Marcel Kunz