Primus BVB kommt mit Pokaltitel im Gepäck – Für die FRISCH AUF Frauen steht an diesem Mittwoch um 19 Uhr das vorletzte Heimspiel der Hauptrunde auf dem Programm

Die Hürde ist hoch, extrem hoch. Zumal den Göppinger Bundesliga-Handballerinnen an diesem Mittwoch um 19 Uhr beim vorletzten Heimspiel der Hauptrunde gegen den frischgebackenen Pokalchampion Borussia Dortmund um seine Vizeweltmeisterinnen Sarah Wachter (Tor), Lisa Antl (Kreis) und Alina Grijseels (Rückraum Mitte) der Ausfall seiner beiden Spielmacherinnen droht. Doch auch wenn die FRISCH AUF Frauen auf Haruno Sasaki, die mit einem im Training erlittenen Muskelfaserriss auf jeden Fall passen muss, und eventuell auch Lea Neubrander (Infekt) verzichten müssen, wollen sie sich gegen den Tabellenführer und Titelanwärter Nummer eins achtbar aus der Affäre ziehen.

Und wer weiß, vielleicht öffnet sich dem Team von Trainer Nico Kiener ja das ein oder andere Türchen, sollten die Beine der Dortmunderinnen nach den beiden Partien am Wochenende in Stuttgart beim Haushahn Pokal-Final-Four im Halbfinale gegen die HSG Blomberg-Lippe (35:32) und im Endspiel gegen die „Flames“ der HSG Bensheim/Auerbach (30:25) um die künftige Göppingerin Matilda Ehlert etwas schwer und der Kopf vielleicht schon beim Playoff-Spiel um den Einzug in das Viertelfinale der Champions League an diesem Sonntag gegen FTC Budapest aus Ungarn sein. „Der BVB wird mit viel Aufwind anreisen. Sie haben sich im Pokal beim Turnier der vier führenden Teams der Bundesliga durchgesetzt und sind derzeit wohl auch das beste deutsche Team“, sagt Göppingens Trainer Nico Kiener. „Man hat in den beiden Spielen gesehen, was da auf uns zukommen wird. Wir wollen das Bestmögliche aus dieser Partie für uns herausholen und müssen zuerst schauen, wer auflaufen kann, da es außer Haruno und Lea Neubrander noch die eine oder andere Wackelkandidatin gibt.“

Man wolle in dem Duell zwischen David und Goliath befreit aufspielen und versuchen, an die gute Leistung beim Auswärtsspiel in Oldenburg (29:29) anzuknüpfen. Dass der Tabellenführer, der bislang nur einmal verlor und das recht früh in der Saison beim 32:38 in Bensheim und der sich in Stuttgart mit dem zweiten Pokaltitel überhaupt krönte nach nunmehr 29 Jahren, in der Göppinger EWS Arena die Zügel schleifen lassen wird, glaubt Nico Kiener nicht. „Das ist ein Profiteam, dem die englischen Wochen nichts ausmachen. Beim Pokalturnier haben einige Spielerinnen mehr gespielt, andere weniger, die dann jetzt zum Einsatz kommen werden, ohne dass ein großer Qualitätsverlust zu erwarten ist, da alle Positionen sehr gut besetzt sind“, weiß der Göppinger Coach.

Die Sportliche Leiterin der Göppingerinnen, Birute Schaich, weilte am Finaltag in der Stuttgarter Porsche Arena und tauschte Kontakte aus mit Frauen-Bundestrainer Markus Gaugisch, Torwartrainerin Jasmina Rebmann-Jankovic oder DHB-Nachwuchstrainer Gino Smits, die neben weiterer geballter Handballprominenz wie dem ehemaligen Nationalspieler Stefan Kretzschmar in der Landeshauptstadt zugegen waren. Dabei konnte sich die ehemalige Göppinger Bundesligaspielerin nochmals hautnah vom Potenzial und der Qualität des Dortmunder Teams überzeugen. „Momentan ist bei uns leider etwas der Wurm drin. Jeder Ausfall macht sich natürlich bemerkbar und sorgt dafür, dass wir improvisieren müssen. Aber wir versuchen das Beste aus der Situation zu machen.“

Trotz der nicht optimalen Vorzeichen freut man sich sehr auf das Heimspiel gegen einen Gegner solchen Kalibers mit einer Vielzahl international erfahrener Nationalspielerinnen und hofft gegen das schwarz-gelbe Spitzenteam aus dem Ruhrpott auf eine gute Zuschauerkulisse. So auch Torhüterin Petra Hlogyik, die sich zusammen mit Celina Meißner in Oldenburg als sicherer Rückhalt ihres Teams erwies und in der Schlussphase mit drei Zuckerparaden auftrumpfte. „Die letzten anderthalb Monate waren für uns alle ziemlich schwierig. Leider konnten wir einige Punkte, die wir eigentlich hätten mitnehmen müssen, nicht holen. Aus Oldenburg sind wir mit gemischten Gefühlen nach Hause gekommen – einerseits glücklich, andererseits auch ein bisschen enttäuscht, da ein Sieg schon drin war für uns“, blickt die Göppinger Keeperin zurück. „Der Pokalsieg mit den beiden Spielen in Stuttgart am vergangenen Wochenende hat dem BVB sicher einige Energie gekostet, aber schenken werden sie uns ganz sicher nichts. Wenn wir etwas holen wollen, müssen wir an unsere Grenzen gehen und vor allem in der Defensive sehr gut stehen.“ Im Angriff dürfe man sich so gut wie keine technischen Fehler oder Ballverluste erlauben, sonst bestrafe das der BVB sofort und gnadenlos. „Wenn wir das einhalten können, dann können wir den Zuschauern ein gutes Spiel zeigen“, so Petra Hlogyik weiter.

Frank Höhmann

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