ver.di ruft bei der AOK Baden-Württemberg am Donnerstag erneut zu Warnstreiks auf

Um vor der dritten Verhandlungsrunde in der bundesweiten Tarifrunde bei der AOK weiter Druck auf die Arbeitgeberseite auszuüben, ruft ver.di die Beschäftigten auch in Baden-Württemberg erneut zu Warnstreiks auf. Am Donnerstag sind Dienst- und Geschäftsstellen der Hauptverwaltung, der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr, Stuttgart-Böblingen, Neckar-Fils, Neckar-Alb, Ulm-Biberach, Ostwürttemberg und Bodensee-Oberschwaben zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

In Stuttgart versammeln sich Streikende aus der Region am Donnerstag ab 8:30 Uhr im DGB Haus. Die Auftaktkundgebung findet um 11 Uhr auf dem Platz vor dem Gewerkschaftshaus und die Abschlusskundgebung nach einer Demonstration über die Theodor-Heuss-Straße am Schlossplatz zwischen Commerzbank und Thalia statt.

ver.di rechnet am Donnerstag auf Grund des Warnstreikes mit erheblichen Einschränkungen für Versicherte.

ver.di Verhandlungsführerin Claudia Chirizzi: „Mit Reallohnverlusten für die AOK-Beschäftigten lassen sich steigende Kassen-Beiträge nicht verhindern. Wer verlässliche und effiziente Krankenkassen will muss die Fachkräfte anständig bezahlen. Für einen fairen und der Leistung der Beschäftigten angemessenen Abschluss müssen sich die Arbeitgeber noch ordentlich bewegen.“

Seit der zweiten Verhandlungsrunde hatte ver.di Baden-Württemberg bereits in den Bezirksdirektionen im Südlichen Oberrhein, Hochrhein-Bodensee und Schwarzwald-Baar-Heuberg, Rhein-Neckar-Odenwald, Mittlerer Oberrhein und Nordschwarzwald gestreikt. Auch im Stadt- und Landkreis Heilbronn mit Öhringen und Untersteinbach wurde zu Warnstreiks vor den Dienststellen aufgerufen.

Noch vor der dritten Verhandlungsrunde wird es am Montag, dem 16. März, eine weitere größere Streikversammlung in Heilbronn geben, in der neben den Beschäftigten aus der Bezirksdirektion Heilbronn Franken auch Streikende aus der Bezirksdirektion Rhein-Neckar-Odenwald erwartet werden. Die Auftaktkundgebung findet um 10 Uhr am Flügelnussbaum neben der Harmonie in Heilbronn statt. Nach einer Demonstration durch die Heilbronner Innenstadt endet die Veranstaltung mit der Abschlusskundgebung wieder an der Harmonie.

Die zweite Runde der Entgeltverhandlungen zwischen ver.di und der Tarifgemeinschaft der Allgemeinen Ortskrankenkassen (TG AOK) fand am 17. und 18. Februar 2026 in Berlin statt.

ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten eine Erhöhung der monatlichen Vergütung um 7,5 Prozent, mindestens jedoch um 375 Euro und die Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 150 Euro, jeweils ab 1. Januar 2026, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Darüber hinaus erwartet ver.di weitere Verbesserungen insbesondere für Auszubildende, Gewerkschaftsmitglieder und bei den Regelungen zum Gesundheitszuschuss.

Zuletzt hat die Arbeitgeberseite nach sechs Nullmonaten eine Erhöhung ab dem 1. Juli 2026 um zwei Prozent, und weitere zwei Prozent ab dem 1. Juli 2027 angeboten. Dieses Angebot ist für ver.di nicht annehmbar.

Die Beschäftigten der gesetzlichen Krankenkassen haben in der Vergangenheit trotz aller Herausforderungen den Auftrag der Krankenversicherung von der Leistungserbringung bis zur Beratung erbracht. Dabei verdienen die Beschäftigten der AOK durchschnittlich weniger als Beschäftigte vieler anderer Krankenkassen. Das erschwert bei bestehendem Fachkräftemangel die Suche nach Personal.

Die Tarifverhandlungen werden am 17. März 2026 fortgesetzt.

Bei der AOK Baden-Württemberg arbeiten rund 11.500 Beschäftigte in 14 Bezirksdirektionen sowie der Hauptverwaltung in Stuttgart und der IT Tochter ITSCare.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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