Am Donnerstag, 12.03. findet ab 18:00 Uhr im Willi-Bleicher-Gewerkschaftshaus in Stuttgart die Vernissage der Fotoausstellung „10 Jahre zivile Flotte“ statt. Zu diesem Anlass finden zwei Lesungen statt. Die Ausstellung wird noch bis zum 24. April gezeigt.
Die Fotoausstellung des Fotografen und Journalisten Chris Grodotzki blickt aus teilnehmender Perspektive auf ein Jahrzehnt ziviler Seenotrettung im zentralen Mittelmeer zurück.
An diesem Abend wird Grodotzki aus seinem Buch „Kein Land in Sicht“ lesen, in dem er aus persönlicher Sicht und professioneller Recherche die Geschichte der zivilen Seenotrettung rekapituliert und reflektiert.
Chris Grodotzki begleitet die zivile Seenotrettung seit 2015. Nach jahrelanger Berichterstattung über Umweltkonflikte und das europäische Grenzregime schloss er sich der Organisation Sea-Watch an. Dort war er unter anderem Medienkoordinator, Organisationssprecher, Seefahrer und zuletzt Einsatzleiter an Bord der Sea-Watch 5. Seine Fotografien dokumentieren Rettungseinsätze, Momente der Hoffnung, aber auch politische Blockaden und menschliche Tragödien.
Die Premiere der Ausstellung „10 Jahre zivile Flotte“ in Stuttgart will ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen setzen, in einer Zeit, in der das Sterben an Europas Außengrenzen aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verschwinden droht. Dafür wird an der Vernissage mit „Da waren Tage“, dem Debütroman von Luna Ali auch ein literarischer Blick auf die Situation in Syrien geworfen.
Luna Ali, geboren 1993 in Syrien, studierte Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis in Hildesheim, Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut und Anthropologie an der Universität Leipzig. Sie arbeitete als Autorin u. a. an Produktionen an den Schauspielhäusern Düsseldorf, Dortmund, Hannover sowie in Berlin. Luna Ali schildert in ihrem Debüt, wie sich die Ereignisse in Syrien in das Leben, das Handeln und die Sprache ihres Protagonisten einschreibt. Und so stellt „Da waren Tage“ drängende Fragen über die Bedeutung politischen Handelns und kollektiven Begehrens in unserer Gegenwart.
„Hier sind wir auch ganz nah bei den Gewerkschaften“, so Liane Papaioannou, Vorsitzende des DGB-Stadtverbands Stuttgart und 1. Bevollmächtigte der IG Metall Stuttgart: „Denn Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten kommen hier zusammen, finden Halt, Orientierung und eine gemeinsame
Stimme. Wer arbeitet, gehört dazu – unabhängig davon, woher er oder sie kommt. Diese gelebte Solidarität macht Gewerkschaften zu einer der stärksten Integrationskräfte in unserem Land“.
Vernissage und Lesung: 12. März 2026 | 18 Uhr | Willi-Bleicher-Haus Stuttgart
Lesung von Chris Grodotzki: Kein Land in Sicht (2025 Mandelbaum) und Luna Ali: Da waren Tage (2024 S. Fischer)
Die Ausstellung wird in Stuttgart in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung, dem ver.di Bezirk Stuttgart, der IG Metall Stuttgart, der Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie der Seebrücke Stuttgart gezeigt.
Im Rahmen der Veranstaltungen finden noch zwei Begleitveranstaltungen statt:
- Vortrag: 24.März 2026 | 18 Uhr | Willi-Bleicher-Haus Stuttgart
Katharina Bergmann zur Situation von Geflüchteten an der nordfranzösischen EU-Außengrenze und zur Arbeit der badischen Seenotrettungsorganisation SARAH
- Lesung: 25. März 2026 | 19:00 bis 21:30 Uhr
Graphic-Novel-Lesung mit Adrian Pourviseh, Das Schimmern der See – Als Seenotretter auf dem Mittelmeer
PM DGB-Region Stuttgart