Als die DRK-Service GmbH schloss, verlor ich meine größte Chance

Mein blinkendes Notfallschild sollte Rettungskräften den Weg weisen – doch kurz vor dem flächendeckenden Durchbruch kam das Aus.

Ein Problem, das ich in jedem Einsatz erlebte

Nach einem Notruf zählt jede Minute. Doch oft verlieren Rettungsdienste wertvolle Zeit, weil Hausnummern unbeleuchtet, verdeckt oder gar nicht vorhanden sind. Die Suche nach dem richtigen Haus mit der richtigen Nummer kostet wertvolle Zeit – Zeit, die Patienten in Not nicht haben.

Für mich als  Rettungsassistent war das jahrelang Alltag. Immer wieder erlebte ich, wie Notärzte und Sanitäter im Dunkeln nach der richtigen Wohnung suchten. Aus dieser Erfahrung entstand meine Idee: ein blinkendes Notfallschild, das im Fenster oder an der Haustür angebracht wird und Rettungskräfte zielsicher zum Patienten führt.

Eine Erfindung, die bundesweit Aufmerksamkeit bekam

Mein Notfallschild wurde schnell bekannt. Das Bundesministerium für Gesundheit lobte die Idee, der Mitteldeutscher Rundfunk zeichnete sie in der Sendung „Einfach genial“ aus, und zahlreiche Fernsehberichte – vom ARD-Morgenmagazin bis zu RTL aktuell – machten mein Projekt bundesweit sichtbar.

Mehr als vier Millionen Notfallpatienten gibt es jedes Jahr in Deutschland. Für mich war klar: Ein solches Schild gehört in jeden Haushalt – wie ein Feuerlöscher oder eine Hausapotheke.

Jahre der Suche nach einem Partner

Trotz der großen Aufmerksamkeit fand ich lange kein Unternehmen, das bereit war, mein Notfallschild in Serie zu produzieren und zu vertreiben. Gespräche verliefen im Sande, Angebote blieben aus. Meine Enttäuschung wuchs – und mit ihr die Sorge, dass meine Idee nie umgesetzt werden könnte.

Der Hoffnungsschimmer aus Nottuln

Dann kam der Moment, der alles hätte verändern können: Herr Peter G. von der DRK-Service GmbH in Nottuln griff mein Thema auf.

Zum ersten Mal schien ich einen Partner gefunden zu haben, der das Potenzial meiner Erfindung erkannte.

  • Gespräche wurden geführt.
  • Verhandlungen mit Produzenten liefen.
  • Muster und Prototypen waren gefertigt.
  • Technische Anpassungen wurden abgestimmt.
  • Kalkulationen lagen fertig vor.

Der Start schien greifbar. Ich erinnere mich: „Wir waren so nah dran wie nie zuvor.“

Und dann kam das Aus

Bevor das Projekt starten konnte, kam die Nachricht, die alles veränderte:
Die DRK-Service GmbH wurde geschlossen.

Mit der Schließung verschwanden alle Strukturen, die mein Notfallschild endlich hätten auf den Markt bringen können. Meine jahrelange Arbeit, meine Hoffnung, die fast erreichte Umsetzung – alles stand wieder auf Anfang.

Warum meine Idee trotzdem bleibt

Die Probleme, die mich zur Erfindung brachten, bestehen weiterhin. Hausnummern sind oft schlecht sichtbar, Rettungskräfte verlieren wertvolle Minuten, und gerade bei Herzinfarkt oder Schlaganfall entscheidet jede Minute über Leben, Tod oder lebenslange Folgen.

Mein blinkendes Notfallschild hätte helfen können – und vielleicht kann es das eines Tages noch.

Alfred Brandner

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