Liga der Freien Wohlfahrtspflege unter neuer Leitung von Sonja Elser von der AWO

Bewährte Strukturen möglichst erhalten – das ist die große Herausforderung für die Verbände der Liga der Freien Wohlfahrtspflege. Im Landkreis steht ihr in den kommenden beiden Jahren Sonja Elser vor.

„Der vergangene Herbst stellte eine Zäsur dar und läutete einen Kulturwandel ein in der Wahrnehmung des Gemeinwohles und der sozialen Arbeit“. Sonja Elser, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt im Landkreis Göppingen, die jetzt den Vorsitz der Liga der Freien Wohlfahrtspflege übernommen hat, sieht einen deutlich höheren Aufwand für die Mitarbeitenden der Mitgliedsverbände zukommen. Denn die Träger werden für einzelne Angebote keine Zuschüsse mehr vom Landkreis erhalten.

„Das wird Auswirkungen auf unsere Klienten haben stellt Sascha Lutz, Geschäftsführer der Diakonischen Bezirksstelle Geislingen-Göppingen fest. Denn über Jahrzehnte hinweg gewachsene Strukturen werden möglicherweise wegbrechen, Hilfeangebote also, die Menschen unter Umständen ein Leben lang begleitet haben in ganz unterschiedlichen Situationen. „Unsere Aufgabe wird es sein, den Schaden gering zu halten und weiter Perspektiven aufzuzeigen, auch wenn die sicherlich schlechter werden“, erwartet Elser. Das werde die Hauptaufgabe der kommenden Jahre sein. Die Frage sei freilich: „Was können wir uns aus eigener Kraft leisten und was nicht.“ Sie ist indes davon überzeugt: „Wir wurden im Landkreis früher aufgerüttelt als andere – man braucht nur einen Blick auf die Bundes- und Landespolitik werfen“.

Sonja Elser, Geschäftsführerin AWO:  „Menschen scheinen nicht mehr Teil von Beschlüssen zu sein“.

Die Kürzungen und Streichungen im Kreishaushalt und die daraus resultierenden Folgen „lösen eine große Verunsicherung bei unseren Mitarbeitenden aus. Sie fragen nach dem Wert der eigenen Arbeit und ihrer Sinnhaftigkeit“, erlebt Sascha Lutz. Und ergänzt: „Wir planen keine Entlassungen, aber Verträge werden nicht verlängert.“ Die Vertreter*innen der übrigen Verbände stimmen dem zu. „Weh getan“ habe auch „die Art der Diskussion“. „Wir haben viele Gespräche geführt. Am Ende hat nur ein ausgeglichener Haushalt gezählt“, ergänzt Alexander Sparhuber, Geschäftsführer des DRK-Kreisverband Göppingen.

Das der Wegfall gerade von Präventivangeboten Auswirkungen in die Gesellschaft hinein haben wird, davon sind Karin Woyta (Paritätischer) und Franz-Xaver Baur (Caritas) überzeugt. Wie diese freilich aussehen werden, das werde die Zukunft zeigen. „Das Ausmaß kennt niemand“, sind sie sicher.

Von den Sparbeschlüssen der bürgerlichen Mehrheit im Kreistag sind alle Träger mit ihren Familientreffs betroffen. „Sie beim Landkreis anzusiedeln, machte Sinn. Das zeigt der Erfolg der Arbeit“, unterstreichen alle. Derzeit verhandeln die freien Träger mit den betroffenen Kommunen um Konzepte, wie dieses wertvolle und wirksame Präventionsangebot weitergeführt werden kann. „Dazu sind wir alle im höchsten Maße bereit“, bekräftigen alle Verbandsvertreter*innen.

Elser sieht einen positiven Aspekt aus dem Agieren der Kreispolitiker. „Die Träger haben den Schulterschluss gezogen und haben an einem Strang gezogen. Das war großartig!“ Sie verweist zudem „auf die bisherige richtig gute Sozialpartnerschaft auf der Arbeitsebene mit der Landkreisverwaltung“.

Der Liga der freien Wohlfahrtspflege gehören im Landkreis die Arbeiterwohlfahrt, der Caritas-Verband Fils-Alb-Neckar, das Deutsches Rote Kreuz, die Diakonische Bezirksstelle Geislingen-Göppingen und der Paritätische an. Das Sprachrohr für aus ganz unterschiedlichen Gründen benachteiligten Menschen war vor über 70 Jahren begründet worden.

Foto: Liga der freien Wohlfahrtspflege vlnr: hinten Baur Elser Sparhuber, vorn Woyta Lutz

PM Liga der freien Wohlfahrtspflege

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