Oft geht es bei weiblicher Lust vordergründig um die Befriedigung des Mannes. Weibliche Befriedigung wurde lange tabuisiert und auch heute noch wird sie wenig thematisiert. Dadurch kursieren viele Mythen über die Sexualität von Frauen. Zum Frauen*Tag – oder Feministischen Kampftag – am 8. März fordern wir darum: Weibliche Lust soll nicht länger hinter patriarchalen Tabus und Scham verschwinden! Wir gehen dafür mit einem neuen Namen, einem neuen Auftritt, einer neuen Info-Website und einer Kooperation mit der Künstlerin Kim Hoss an den Start.
Frauen werden weltweit in einer Vielzahl von Lebensbereichen weiterhin systematisch benachteiligt und diskriminiert. Auch in der gesundheitlichen Versorgung besteht diese Benachteiligung: Die Forschung zur Diagnostik und Behandlung vieler Erkrankungen ist für männliche Patienten normiert. HIV und Aids bleiben bei Frauen häufiger lange unentdeckt, weil sie nicht zu den gemeinhin benannten Risikogruppen gezählt werden. Späte Diagnosen können zur Folge haben, dass wirksame Therapien zu spät begonnen werden.
Zur Frauengesundheit gehört auch die weibliche Lust. Fangen wir damit an, festgefahrene Mythen und quatschigen Irrglauben über Sex und Lust von Frauen abzuschaffen!
Um ordentlich Wind zu machen haben wir in diesem Jahr die Künstlerin Kim Hoss eingeladen. Gemeinsam mit ihr entzaubern wir Mythen über weibliche Lust und Sexualität: Frauenkörper sind kompliziert und dienen nur der Fortpflanzung? Frauen haben weniger Lust auf Sex als Männer? Oder: Ältere Frauen haben gar keine Lust mehr? Alles Quatsch! Weibliche Sexualität ist lustvoll, sicher und selbstbestimmt! Den Reel-Song, den Kim Hoss zum Frauen*Tag für uns geschrieben und komponiert hat, gibt es auf Instagram und auf unserer neuen Website. Dort klären wir auch über die veralteten Mythen auf und setzen ihnen Fakten entgegen.
Denn unter dem neuen Namen „Frauen*Gesundheit“ und mit einem neuen Look bieten wir auf
www.frauen-gesundheit.info nützliche Infos über Frauengesundheit und sexuell übertragbare Infektionen (STI). Außerdem geben wir praktische Tipps über selbstbestimmte Prävention von STI mit Kondomen, Femidomen, Lecktüchern oder dem Medikament PrEP („Prä-Expositions-Prophylaxe“), das eine Ansteckung mit HIV verhindern kann. Die Schreibweise „Frauen*Gesundheit“ mit Stern weist auf die Vielfalt von Geschlecht hin. Wir meinen mit Frauen(*) alle Personen, die sich von dem Begriff angesprochen fühlen, egal ob cis, trans oder inter.
„Wir machen Schluss mit Mythen über weibliche Lust! Frauen* sind genauso lustvoll wie Männer und können sicher und selbstbestimmt Sex haben. Das Festhalten an altem Irrglauben sorgt dafür, dass sich viele Frauen* nicht trauen, über ihre Sexualität zu sprechen oder ihre Bedürfnisse klar zu äußern“, sagt Hanna Kieninger, Projektmanagerin für Frauen*Gesundheit von der Aidshilfe Baden-Württemberg. „Dabei ist es nur bei einem selbstbestimmten Umgang mit Frauen*Gesundheit möglich, sich auch wirklich effektiv zu schützen.“
Das Projekt Frauen*Gesundheit möchte den Zugang zu Informationen über die eigene Gesundheit, Präventionsmöglichkeiten und Testangebote erleichtern – im Internet und anderswo. Mit vielen Info-Aktionen im ganzen Land machen die Mitgliedsorganisationen in Baden-Württemberg auf diese Themen und auf ihre Test- und Beratungsangebote der Aidshilfen und Zentren für sexuelle Gesundheit aufmerksam. Dieses Jahr verteilen wir zum Frauen*Tag Präventionsmaterialien wie Kondome, Lecktücher, interne Kondome/Femidome und Gleitgel sowie verschiedene Give-Aways wie Tragetaschen, Taschentücher oder Lippenpflegestifte mit unserem neuen Logo und dem selbstbewussten Slogan „Hot & safe! Lustvoll. Sicher.
Selbstbestimmt.“.
Hintergrund:
In Deutschland leben derzeit (Stand: 2024) etwa 98.000 Menschen mit HIV, davon rund 20.200 Frauen, also 20,6 %. Etwa 1.400 Frauen davon wissen nichts von ihrer Infektion. UNAIDS schätzt, dass Ende 2024 weltweit rund 40,8 Millionen Menschen mit dem HI-Virus leben. Mehr als die Hälfte aller Menschen mit HIV (53 %) sind Mädchen und Frauen.
Über HIV/Aids zu reden, fällt den meisten Menschen schwer – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung. Wir möchten mit unserer Arbeit sichtbar machen, wie wichtig es ist, über sexuelle Gesundheit zu sprechen.
Die Aidshilfe Baden-Württemberg e.V. ist der Landesverband der 12 Aidshilfen und Zentren für sexuelle Gesundheit in Baden-Württemberg. Wir setzen uns für die Aufklärung und Prävention von HIV sowie anderen sexuell übertragbaren Infektionen ein und engagieren uns für Solidarität und Akzeptanz von Menschen mit HIV oder Aids.
Mit zielgruppenspezifischen Projekten und Aktionen unterstützten wir Menschen dabei, ihre Gesundheit zu schützen und eigenverantwortlich zu handeln. Wir setzen jedes Jahr Aufklärungskampagnen zum Frauen*Tag am 8. März und zum Frauen*Gesundheitstag am 28. Mai um. Außerdem organisieren wir in Baden-Württemberg ein jährliches Treffen von Frauen, die mit HIV leben.
PM Aidshilfe Baden-Württemberg e.V.