„Kommunen am Limit – Menschen brauchen Zukunft!“: 7.500 Menschen machen Druck auf dem Stuttgarter Schlossplatz

Barbara Resch, IG Metall Baden-Württemberg: „Die Beschäftigten lassen sich nicht länger vertrösten“

Maike Schollenberger, ver.di Baden-Württemberg: „Wer unsere Demokratie retten will, sollte mit den Kommunen anfangen“

Kai Burmeister, DGB Baden-Württemberg: „Landespolitik muss handeln – die Menschen wollen Investitionen, nicht Kürzungen“

Rund 7.500 Menschen aus der Region Stuttgart haben heute um „fünf vor 12“ auf dem Stuttgarter Schlossplatz ein deutliches Signal gesetzt! Gemeinsam mit der IG Metall Baden Württemberg, ver.di Baden Württemberg und dem DGB Baden Württemberg forderten sie eine verlässliche soziale und wirtschaftliche Zukunft für Beschäftigte, Kommunen und Industrie.

Unter dem Motto „Kommunen am Limit – Menschen brauchen Zukunft!“ protestierten die Teilnehmenden gegen Sozialstaats Bashing, die finanzielle Auszehrung der Kommunen, Angriffe auf Arbeitsrechte sowie gegen politische Untätigkeit bei zentralen Zukunftsfragen.

Der Demonstrationszug führte vom Schlossplatz durch die Innenstadt bis vor den Landtag von Baden-Württemberg – bewusst dorthin, wo politische Entscheidungen getroffen werden müssen.

Die Botschaft war deutlich: Industrie und Kommunen gehören untrennbar zusammen. Beide brauchen politische Entscheidungen, die Sicherheit schaffen, statt Unsicherheit zu vergrößern.

Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden Württemberg, betonte: „Die heutige Botschaft könnte klarer nicht sein: Es reicht. Die Kolleginnen und Kollegen halten diesen Standort am Laufen und trotzdem wächst die Unsicherheit. Nicht, weil sie schlechter arbeiten würden, sondern weil Politik und Arbeitgeber zu wenig Verantwortung übernehmen.

Wer Investitionen verschiebt, Arbeitsplätze verlagert und gleichzeitig am Sozialstaat sägt, der bremst Innovation aus und zerstört Vertrauen. Die Menschen brauchen Sicherheit, keine Angst vor der nächsten Kündigungswelle.

Deshalb erwarten wir klare Entscheidungen: bezahlbare Energie, schnellere Genehmigungen, Investitionen in Infrastruktur und eine Industriepolitik, die Beschäftigung schützt statt abwickelt. Eine starke Industrie braucht starke Kommunen. Und beides gibt es nur mit einem starken Sozialstaat.

Es muss allen klar sein: Die Beschäftigten lassen sich nicht länger vertrösten. Wir sind viele, wir sind entschlossen und wir werden laut bleiben. Diese Kundgebung ist ein Weckruf!“

Maike Schollenberger, Landesbezirksleiterin von ver.di Baden Württemberg, sagte: „Wer unsere Demokratie retten will, sollte mit den Kommunen anfangen. Dass sich die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt kommunale Daseinsvorsorge und Sozialstaat nicht mehr leisten kann, ist ein verlogenes Narrativ. Sparpolitik ist nicht die Lösung, sie ist der Grund für die kommunale Krise. Das Fiasko bei der Bahn darf sich in unseren Städten und Gemeinden nicht wiederholen.“

Kai Burmeister, Vorsitzender des DGB Baden Württemberg, erklärte: „Unsere Demonstration zeigt, wie groß der Druck ist. Die Menschen wollen Investitionen, nicht Kürzungen. Sie wollen Zukunft, nicht Stillstand. Die Botschaft an die Landespolitik ist eindeutig: Wer an Kommunen, Sozialstaat oder Arbeitsrechten spart, gefährdet Vertrauen und demokratischen Zusammenhalt.

Wir brauchen eine Politik, die Sicherheit schafft – für Beschäftigte, für Kommunen und für den Industriestandort Baden Württemberg. Unsere Jobs sind wichtiger als eure Profite!“

Belastungen im Alltag: Beschäftigte erwarten eine verlässliche Zukunft

Auf der Kundgebung berichteten zahlreiche Betriebs  und Personalräte sowie Vertrauensleute von der realen Situation in Betrieben und Verwaltungen: Belastungen, Sparprogramme, Unsicherheit und steigender Arbeitsdruck für Beschäftigte und ihre Familien.

Schichtarbeit, eingeschränkte Kita Zeiten, hohe Energiekosten und fehlende Investitionen treffen viele längst im privaten Alltag. Ihr Appell war eindeutig: Wenn Kommunen ausbluten, soziale Infrastruktur geschwächt wird und Arbeitsrechte unter Druck geraten, trifft das zuerst die Familien der Beschäftigten. Sie erwarten eine Zukunft, die Sicherheit bietet.

Gewerkschaften fordern entschlossenes Handeln

IG Metall, ver.di und DGB fordern:

– eine aktive Industrie- und Standortpolitik, die Arbeitsplätze sichert und Zukunftstechnologien im Land hält

– eine verlässliche finanzielle Ausstattung der Kommunen

– Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Mobilität und Verwaltung

– bezahlbare Energie für private Haushalte und Unternehmen

– den Erhalt und Ausbau des Sozialstaats

– den Schutz von Arbeitszeit, Gesundheit und Selbstbestimmung.

Warnung vor gesellschaftlicher Spaltung

Die Gewerkschaften warnten zudem vor wachsender sozialer Ungleichheit und politischer Spaltung. Sozialabbau, Kürzungsdebatten und die Schwächung kommunaler Strukturen gefährdeten langfristig den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

IG Metall, ver.di und DGB kündigten an, ihre gemeinsamen Aktivitäten fortzusetzen und die heutigen Forderungen auch in die Zeit nach dem Wahltag einzubringen.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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