Der Frühling ist da, am 1. März auch offiziell mit dem meteorologischen Frühlingsanfang. In Gartencentern, Gärtnereien und auf dem Wochenmarkt leuchten Frühlingsblüher um die Wette. Auch die ersten Wildbienen summen an sonnigen warmen Tagen bereits durch den Garten. Der NABU gibt Tipps, wie sich Gärten, Terrassen und Balkone in insektenfreundliche Plätze verwandeln, damit es bald überall summt und brummt.
Wer im Garten für offene trockene Bodenstellen sorgt und Glockenblumen aussäht oder pflanzt, kann ab Ende April mit etwas Glück die Glockenblumen-Schmalbiene, Wildbiene des Jahres 2026, beobachten. Mit einer abwechslungsreichen Pflanzenauswahl, die vom Frühjahr bis in den Herbst blüht, sorgen Garten- und Balkonbesitzende dafür, dass allerlei Wildbienen, Schwebfliegen, Hummeln, Schmetterlinge und Käfer ganzjährig Nektar und Pollen finden.
Heimische Pflanzen machen Wildbienen satt
Jetzt im zeitigen Frühjahr ist auch ein guter Zeitpunkt, um blühende heimische Sträucher oder Rosen mit ungefüllten Blüten zu pflanzen. Ungefüllte Blüten sind als Nahrungsquelle wertvoll, da sie reichlich Nektar und Pollen bieten. Viele Insekten sind auf heimische Pflanzen spezialisiert, besonders ausgeprägt haben manche Wildbienen und Schmetterlinge „ihre“ Lieblingspflanzen – so auch die Wildbiene des Jahres 2026. „Sie ist ziemlich wählerisch und mag ausschließlich Glockenblumen (Campanula). Wer offene Bodenstellen mit sandigem oder löss-lehmigem Substrat anbietet und daneben ihre Pollenquelle pflanzt, muss nicht lange auf die längliche Wildbiene warten“, ist NABU-Wildbienenexperte Martin Klatt überzeugt. Gut für Balkon und Terrasse: Glockenblumen lassen sich auch in Blumentöpfen aussäen und anpflanzen.
Vielfalt im Garten und auf dem Balkon
Nicht so wählerisch ist die Gehörnte Mauerbiene, deren Männchen jetzt an sonnigen Plätzen aus den Brutkammern schlüpfen. Sie sammeln an Korbblütlern wie Gänseblümchen und Löwenzahn, Kreuzblütlern und Hahnenfußgewächsen, wie Scharbockskraut und Buschwindröschen. Die Eier legen die Weibchen in freie Brutkammern mit Pollen als Nahrung für den Nachwuchs ab. Dafür nutzen sie auch sogenannte Wildbienenhotels. „Am besten hilft man dieser kleinen Wildbiene mit dem rostroten Po mit heimischen Wildblumen und einem Plätzchen zum Brüten. Ein mit dem Mähroboter kahlrasierter, monotoner Rasen lässt diese Wildbiene und viele andere Tiere hungernd zurück“, warnt NABU-Insektenexperte Klatt.
Blumenwiese und Teich für Insekten
Eine artenreiche Blumenwiese ist nicht nur pflegeleicht, sondern auch ein Paradies für Wildbienen und Schmetterlinge. Beim Kauf von Saatgut ist jedoch Vorsicht geboten: Viele Mischungen aus dem Baumarkt enthalten gebietsfremde oder exotische Arten, die heimischen Insekten wenig nützen. „Setzen Sie auf regionales Saatgut, um die Artenvielfalt zu unterstützen. Auch Kräuter wie Thymian, Ysop und Salbei sind wertvolle Nahrungsquellen und lassen sich in Kübel, Hochbeete oder Kräuterspiralen integrieren“, rät daher NABU-Gartenexpertin Aniela Arnold.
Jetzt kann auch ein kleiner Gartenteich als Trinkstelle für Insekten und andere Tiere angelegt werden. Ist er naturnah, fischfrei und mit einem flachen Ufer gestaltet, finden sich bald Amphibien ein, die die Mückenlarven in Schach halten.
Offene Webinar-Reihe „Ein Jahr im Naturgarten“
Um diese und andere Themen rund um die naturnahe Gartengestaltung geht es in der kostenfreien NABU-Webinar-Reihe „Ein Jahr im Naturgarten“. Ab März erfahren Garteninteressierte einmal pro Monat, was gerade im Garten zu beobachten und zu tun ist.
Anmeldung unter www.MenschNatur.org/webinar. Weitere Infos zu Naturgärten.
Mitmachen bei der Meldeaktion von NABU/naturgucker: Frühe Blüher
Foto (© Gerd Reder): Wildbiene 2026 Glockenblumen-Schmalbiene
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PM NABU (Naturschutzbund Deutschland) Landesverband Baden-Württemberg e.V.