RABus-Ergebnisse sollen autonomen Regelbetrieb im ÖPNV voranbringen

Ergebnisse aus dem baden-württembergischen Leuchtturmprojekt RABus belegen: Autonomes Fahren wird zu einer realen Möglichkeit im öffentlichen Verkehr. Das Land nutzt die Erkenntnisse und startet einen Beteiligungsprozess mit der Branche. Ziel: ein autonom fahrender Regelbetrieb im ÖPNV.

Mit neuen Erkenntnissen zum nächsten Level

Das Projekt RABus (Reallabor für den automatisierten Busbetrieb) hat sich in den vergangenen viereinhalb Jahren mit großem Engagement der Aufgabe gewidmet, die Zukunftstechnologie des autonomen Fahrens weiterzuentwickeln, um die Mobilität von morgen zukunftssicherer und nachhaltiger zu gestalten. Mit dem erfolgreichen Abschluss von RABus werden die gewonnenen Erkenntnisse nun als Grundlage dafür genutzt, das autonome Fahren aufs nächste Level zu heben.

Autonomes Fahren hat Zukunft

In den Reallaboren in Friedrichshafen und Mannheim haben mehr als 1.600 Bürgerinnen und Bürger selbstfahrende Shuttles im öffentlichen Straßenverkehr getestet. Die positiven Rückmeldungen und die hohe technische Verlässlichkeit der Fahrzeuge zeigen: Autonomes Fahren ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern bereits heute Realität – erlebbar, zuverlässig und sicher.

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte hierzu: „Das Land Baden-Württemberg verfolgt das Ziel, den Einsatz autonomer Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr insbesondere im Bedarfsverkehr on demand konsequent voranzutreiben. Projekte wie RABus sind hier wertvolle Wegbereiter, denn sie zeigen, woran wir konkret arbeiten müssen, damit autonomes Fahren im öffentlichen Verkehr zunehmend Realität wird. RABus ist eine belastbare Grundlage, die jetzt für den weiteren Markthochlauf autonomer Shuttles im ÖPNV genutzt wird.“

Mit Abschluss des Forschungsprojekts wird deutlich, dass für einen erfolgreichen und skalierbaren Einsatz autonomer Shuttles im ÖPNV klare politische, regulatorische und technische Rahmenbedingungen entscheidend sind. Dafür braucht es:

  • Klare Rechtsgrundlagen und standardisierte Genehmigungsprozesse
  • Einheitliche technische Standards für die Integration in den ÖPNV
  • Benennung der neuen Anforderungen an die Verkehrsbetriebe
  • Integration der neuen Betriebsmodelle in ein verlässliches, gut verknüpftes ÖPNV-Gesamtsystem mit funktionierenden Umstiegen auf schienengebundene Angebote
  • Eine zielgruppengerechte Ansprache und Kommunikation als Erfolgsfaktor für die Akzeptanz des autonomen Fahrens

 

Land weitet Zusammenarbeit mit der ÖPNV-Branche aus

Für die Skalierung und den Markthochlauf von autonom fahrenden Shuttles ist es wichtig, gemeinsam mit den ÖPNV-Akteuren vor Ort umsetzbare Konzepte zu entwickeln und bei der Wirtschaft eine Nachfrage an größeren Stückzahlen zu schaffen. Dafür hat das Land gemeinsam mit engagierten Verkehrsunternehmen, Aufgabenträgern, Verkehrsverbünden und der Wissenschaft einen breit angelegten Beteiligungsprozess gestartet. Gemeinsam arbeiten die Mitwirkenden derzeit an Möglichkeiten für eine strukturierte und abgestimmte Beschaffung von autonomen Fahrzeugen sowie an Standards zur Integration dieser Fahrzeuge in den öffentlichen Verkehr in Baden-Württemberg.

Verkehrsminister Hermann betonte: „Wir wissen inzwischen, dass autonom fahrende Busse und Shuttles eine große Chance für den öffentlichen Verkehr im Land bieten. Denn wir können damit dem anwachsenden Personalmangel entgegentreten und mehr und flexiblere Angebote schaffen – gerade in Randzeiten und in ländlicheren Räumen.“

Dieses gemeinsame Verständnis hat das Land im Rahmen eines Letters of Intent (LOI) mit Verbänden der ÖPNV-Branche festgehalten. Mit dem LOI verständigen sich die Partner darauf, dass sie aktiv am Übergang des autonomen Fahrens vom Projekt zum flächendeckenden Regelbetrieb arbeiten wollen. Autonome Fahrzeuge sollen den klassischen ÖPNV ergänzen – insbesondere in ländlichen Räumen, Randzeiten und peripheren Gebieten – und langfristig zur Modernisierung sowie zur Entlastung angesichts des Fachkräftemangels beitragen.

Stimmen zu RABus und zum Letter of Intent

Ulrike Weinrich, Projektleiterin RABus, FKFS: „Im Namen des gesamten Konsortiums danken wir für die Möglichkeit, dieses Projekt aktiv mitgestalten zu dürfen. RABus hat praxisnah gezeigt, wie automatisiertes Fahren im öffentlichen Verkehr unter realen Betriebsbedingungen funktionieren kann – von konkreten Betriebserfahrungen bis hin zu belastbaren Grundlagen für zukünftige Anwendungen. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine tragfähige Basis für weitere Aktivitäten in Baden-Württemberg und darüber hinaus.“

Ulrich Weber, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Landesgruppe Baden-Württemberg: „Autonomes Fahren ist eine konkrete Chance für einen leistungsfähigen und zukunftssicheren ÖPNV. Gemeinsam mit dem Land und den Partnerorganisationen wollen wir den Schritt von Pilotprojekten in den verlässlichen Regelbetrieb machen – für mehr Flexibilität, Effizienz und ein attraktives Angebot für die Fahrgäste.“

Yvonne Hüneburg, Geschäftsführerin des Verbands Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO): „Nun gilt es die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Projekt in den Echtbetrieb zu bekommen. Autonomes Fahren im Bereich der Öffentlichen Mobilität kann das bestehende Angebot weiter verbessern und so Nutzern, insbesondere im ländlichen Raum, künftig mehr Möglichkeiten im On-Demand-Verkehr verschaffen. Ein großes Vorhaben, das auch in der Herausforderung und Verantwortung steht, das Bestehende mit dem Künftigen zu vereinen. Daran arbeiten wir gerne mit!“

Ralf Broß, OB a.D., Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg: „Vom Projekt direkt in die kommunale Praxis – daran wollen wir auch in Zukunft gemeinsam mit den Partnerorganisationen arbeiten. Autonom fahrende Fahrzeuge eröffnen viele neue Möglichkeiten für die kommunalen Aufgabenträger. Flexible Angebote werden den klassischen ÖPNV ergänzen und so auch attraktiv machen für neue Nutzergruppen.“

Download: Abschlusbbericht RABus (PDF,barrierefrei)

 

PM Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

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