Lesermeinung zu Beitrag „Göppingen richtet eine Waffen- und Messerverbotszone ein“ auf Filstalexpress vom 11.2.20.26

Göppingen richtet eine Waffen- und Messerverbotszone ein. Ein politisches Theaterstück, das Sicherheit spielen soll — aber nur Kulissen aufstellt.

Man verkauft es als mutige Maßnahme. Als Schutz. Als Fortschritt.

Ich nenne es beim Namen: Symbolpolitik für die Galerie.

Denn die, die man angeblich stoppen will, lachen darüber. Ein Amokläufer, der in seiner eigenen Realität versinkt? Ein Täter im psychischen Ausnahmezustand? Ein Schwerkrimineller, der seit Jahren gelernt hat, Regeln zu ignorieren?

Die halten sich nicht an Verbote. Die halten sich nicht an Schilder. Die halten sich nicht an Politik.

Und dann kommt der nächste Witz: Wer soll das eigentlich kontrollieren? Die Polizei, die schon jetzt jeden Tag am Limit arbeitet? Die, die man seit Jahren ausdünnt, überlastet und gleichzeitig mit Erwartungen überfrachtet?

Man schafft eine Zone, die man nicht überwachen kann — und verkauft das als Sicherheit. Das ist nicht mutig. Das ist nicht verantwortungsvoll. Das ist ein Placebo für die Öffentlichkeit.

Man bekämpft Symptome, weil man sich nicht traut, die Ursachen anzufassen.

Denn Ursachenarbeit ist unbequem. Sie ist teuer. Sie ist politisch unsexy. Sie bringt keine schnellen Schlagzeilen.

Aber genau dort liegt die Wahrheit:

  • soziale Brüche
  • psychische Krisen
  • Perspektivlosigkeit
  • frühe Gewaltkarrieren
  • fehlende Prävention
  • fehlende Anlaufstellen

Solange wir diese Baustellen ignorieren, bleibt jede Verbotszone ein Feigenblatt. Ein Versuch, Unsicherheit zu verwalten, statt Sicherheit zu schaffen.

Ich will keine Beruhigungspolitik. Ich will Ehrlichkeit. Ich will Mut. Ich will Lösungen, die wirken — nicht solche, die nur gut aussehen.

Alfred Brandner

 

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