Wie sich die Raumakustik im Wohnzimmer in kurzer Zeit verbessern lässt

Gute Musik macht gute Laune – zumindest dann, wenn sich keine unangenehmen Töne daruntermischen. Doch ein Song klingt nicht immer gleich. Aus dem Kopfhörer hört er sich meist komplett anders an als aus der Musikanlage im Wohnzimmer. Warum? Weil der Raum – oder besser gesagt dessen Einrichtung – auf die Soundqualität Einfluss nehmen kann.

Wer sich über die eigene Raumakustik ärgert, kann zum Glück mit wenigen Handgriffen Abhilfe schaffen. Wie das funktioniert, verraten die folgenden Zeilen.

Warum das Zimmer von sich hören lässt

Die Gründe, warum viele von uns gern der Lieblingsmusik lauschen, sind vielfältig. Die Klänge können uns motivieren, erheitern, anregen oder auch beruhigen. Kurzum: Musik kann das Gehirn anregen

Doch wie gut oder schlecht sich ein Song anhört, hängt nicht nur vom Talent der Sänger ab. Auch die Qualität der Soundanlage und vor allem die Raumakustik nehmen auf das Gehörte Einfluss.

Aber warum klingen Lieder in unterschiedlichen Räumen denn nun anders? Verantwortlich dafür sind die Schallwellen, die der Lautsprecher der Musikanlage absendet. Anders als wenn wir Kopfhörer tragen, treffen sie nicht direkt auf die Ohren. Stattdessen verteilen sie sich erst einmal im Zimmer.

Schallwellen bewegen sich mit rund 340 Metern pro Sekunde durch den Raum. Dort treffen sie auf die Wände, die Decke sowie Sofa, Regal und Co. Von jeder Oberfläche, die ihnen im Weg steht, prallen sie wieder ab. Die Reflexion kann sich mehrmals wiederholen, bevor die Schallwellen und damit die Töne endlich an unsere Ohren gelangen.

Zwar ist das Gehör eines Menschen nicht so ausgeprägt wie jenes von Hund oder Katze. Dennoch können wir die Schallreflexion hören. Abhängig von ihrer Intensität kann sie einen Song schwächer oder stärker in seiner Qualität beeinträchtigen. 

Warum sich leere Räume nicht zum Musikhören eignen

Wenn Schallwellen von Tischen und anderen Möbeln widergespiegelt werden, können sich Töne verfälscht und unsauber anhören. Bedeutet das, in einem vollkommen leeren Zimmer klingt die Musik am besten? Nein. Im Gegenteil, ist ein Raum vollkommen leer, hören sich Stimmen und andere Töne darin meist befremdlich an.

Ein Grund für den unangenehmen Klang ist der Hall. Prallen die Schallwellen an nackten Wänden ab, entsteht selbst bei leisen Lauten ein Nachhall. Vergehen gefühlt mehrere Sekunden, bis der Schallpegel im Zimmer um 60 Dezibel abfällt, handelt es sich um einen langen Nachhall.

Wie lang die Nachhallzeit tatsächlich ausfällt, hängt zum großen Teil von der Größe eines Zimmers ab. Dabei gilt: Je größer der Raum, desto länger und lauter ist der Nachhall. Wer beim Musikhören auf besonders klare und saubere Klänge Wert legt, stellt seine Anlage daher besser in ein kleines Zimmer. 

Am besten klingt Musik, wenn die Nachhallzeit im Wohnzimmer bei 0,3 bis 0,4 Sekunden liegt. Inzwischen gibt es leicht verständliche Apps für das Smartphone, mit denen sich die Nachhallzeit professionell messen lässt. 

Einfacher ist jedoch die Klatsch-Methode. Dafür reicht es, sich mitten ins Zimmer zu stellen und laut in die Hände zu klatschen. Durch das Klatschgeräusch lässt sich einfach feststellen, wie sehr ein Raum hallt und ob ungewollte Resonanzen entstehen.

Wichtig bei diesem Klatsch-Test: Man sollte aufmerksam die Ohren spitzen und darauf lauschen, wo es Flattergeräusche oder stärkere Rückwürfe gibt. Dabei fällt meist auf, dass der Nachhall in leeren Zimmerecken deutlich ausgeprägter ausfällt als dort, wo mehrere Möbelstücke stehen.

Mit diesen Tricks lässt sich die Raumakustik optimieren

Für passionierte DJs ein passendes Geschenk zu finden, kann schwierig werden. Die meisten Musikfans freuen sich allerdings bereits über eine gute Musikanlage, die ihre Lieblingslieder ordentlich abspielt. Doch eine Anlage, die beim Probehören im Geschäft mit einem satten Klang besticht, kann sich zu Hause komplett anders anhören.

Um auch im Wohnzimmer ein angenehmes Klangerlebnis zu genießen, sollte die Raumakustik verbessert werden. Natürlich entsteht nur in den wenigsten Zimmern ein Nachhall, der beim Musikhören deutlich auffällt. Nur wer etwa in einer leeren Lagerhalle wohnt, wird sich über ein lästiges Echo ärgern müssen.

Doch auch in einem klassischen Wohnraum können sich Klänge leicht verfälscht anhören. Um das zu vermeiden, muss die Schallreflexion einerseits abgeschwächt und andererseits diffuser gestaltet werden. Das kann mit den folgenden Einrichtungstipps funktionieren:

Den richtigen Bodenbelag auswählen

Bleiben Fliesen, Laminat oder Betonfußboden leer, entsteht eine weitere Fläche, an der Schallwellen abprallen können. Ja härter dabei der Boden ausfällt, desto stärker kann der Schall reflektieren. Die Folge: Ein langer Nachhall stört das Klangerlebnis.

Um die Schallreflexion deutlich zu schwächen, empfiehlt sich ein Teppich. Dieser sollte so groß sein, dass er mindestens die Hälfte des Fußbodens abdeckt. Wer keine großen Teppiche im Wohnzimmer auslegen möchte, entscheidet sich alternativ für mehrere Läufer.

Die Wände individuell gestalten

Leere Wände wirken sich auf die Schallreflexion noch deutlich stärker aus als ein Fußboden ohne Teppich. Schließlich hat ein Raum gleich vier davon – und alle lassen die Schallwellen wieder zurückprallen. 

Um ein unangenehmes Hallen beim Musikhören zu vermeiden, können die Wände mit Bildern und andere Dekorationsobjekten behängt werden. Dabei gilt: Je dichter die Deko-Elemente nebeneinander hängen, desto besser wird der Schall gedämpft.

Ein noch professionelleres Klangergebnis entsteht durch den Einsatz von Akustikpaneelen. Hierbei handelt es sich meist um Holzpaneele, die man an die Wand schraubt. Einige Modelle besitzen sogar Lufteinschlüsse, sodass sie den Schall noch besser schlucken.

Die Fenster verhängen und dekorieren

Kaum jemand mag das Gefühl, im eigenen Wohnzimmer von den Nachbarn oder Passanten beobachtet zu werden. Daher befinden sich meist Gardinen, Rollos oder Vorhänge an den Fenstern. Für die Raumakustik ist dieser Blickschutz vorteilhaft, denn auch er schwächt die Schallreflexion effektiv ab.

Auch hierbei gilt: die Masse machts. Je schwerer ein Stoff ausfällt, desto besser kann er die Schallwellen absorbieren. Für ein sauberes Klangerlebnis eignen sich Vorhänge aus Samt oder Brokat daher besser als leichte Gardinen. 

Die Möbel an das gewünschte Musikergebnis anpassen

Ein Teppich, dekorierte Wände und Vorhänge tragen zwar dazu bei, den Nachhall in einem Zimmer einzudämmen. Besonders in großen Räumen reichen sie allerdings nicht aus, um ungewollte Resonanzen komplett zu verhindern.

Abhilfe schaffen jedoch die Möbel, die klassischerweise im Wohnzimmer stehen. Insbesondere Polstermöbel wie Sofa und Sessel eignen sich gut, um den Schall zu absorbieren. Dabei sind breite Sitzlandschaften meist die besseren „Schallschlucker“ als zierliche Stühle und Zweisitzer.

Aus welchem Material Sofa und Co. bestehen, spielt übrigens nur eine untergeordnete Rolle. Ein Ledersofa kommt ebenso wie ein Modell mit Cordbezug als bequemer Schalldämpfer infrage. 

Polstermöbel stehen im Wohnzimmer meist mitten im Raum. Um an den Wänden den Nachhall zu reduzieren, lohnt sich die strategische Platzierung von Schränken, Bücherregalen oder gar einer Schrankwand. Sinnvoll ist es dabei, an jeder Wand mindestens ein größeres Möbelstück aufzustellen.

PM

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