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Heute Warnstreiks im öffentlichen Dienst in den Regionen Stuttgart und Heilbronn – morgen Karlsruhe, Heidelberg/Mannheim und Tübingen 

Unmittelbar vor der dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst der Länder ruft ver.di Baden-Württemberg zu weiteren Warnstreiks auf. Mit regionalen Streiktagen setzt die Gewerkschaft die Arbeitsniederlegungen fort. Heute streiken insgesamt rund 750 Beschäftigte in der Region Stuttgart und der Region Heilbronn, den Abschluss machen morgen Streikende in den Regionen Karlsruhe, Tübingen und Heidelberg/Mannheim. Die Verhandlungen werden ab Mittwoch, 11. Februar, in Potsdam fortgesetzt und sind bis Freitag angesetzt. An den Kundgebungen nehmen teilweise auch Streikende der AOK teil, bei der aktuell auch die Gehaltsrunde läuft.

Maike Schollenberger, ver.di Baden-Württemberg, sagte bei der Kundgebung in Stuttgart: „Wir streiken heute für einen starken öffentlichen Dienst. Wir streiken aber auch für die zentrale Weichenstellung in 2026: Verschärfen wir die wirtschaftliche Krise durch rigoroses und einseitiges Sparen bei abhängig Beschäftigten oder investieren wir in Menschen und Kaufkraft statt nur in Beton.“

Warnstreiks nach ver.di Bezirken:

Stuttgart:
Regionaler Warnstreiktag am Montag, 9. Februar, in Stuttgart:
Aufgerufen sind alle Landeseinrichtungen: Dazu gehören neben den Universitäten und Hochschulen die Studierendenwerke, die Wilhelma, die Staatsgalerie, das Statistische Landesamt, das Staatstheater, das Landesamt für Besoldung, BitBW, die Ministerien und der Landtag, das Zentrum für Psychiatrie in Winnenden und andere Dienststellen.
Streikablauf: Streikgelderfassung ab 09.00 Uhr im Gewerkschaftshaus, Streikversammlung ab 10.00 – 10.30 Uhr, großer Saal, Auftakt Demo ab 10.45 Uhr, Demo durch die Innenstadt, Abschlusskundgebung: ab 11.30 Uhr vor dem Finanzministerium unter anderem mit der ver.di Landesbezirksleiterin Maike Schollenberger.

Heilbronn-Neckar-Franken:
Regionaler Warnstreiktag am Montag, 9. Februar, in Heilbronn:
Hochschule Heilbronn, DHBW, Studierendenwerk, Zentrum für Psychiatrie Weinsberg mit Außenstellen in Schwäbisch Hall, ASB Heilbronn-Franken, Vermessungstechniker des Landratsamts Neckar-Odenwaldkreis, Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg, Lindenparkschule Heilbronn.
Mit dabei sind Streikende der AOK aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn und dem Neckar-Odenwald-Kreis in der laufenden Tarifrunde bei der AOK.
Beginn Kundgebung um 9:00 Uhr an der Harmonie, anschließend Demonstration durch die Innenstadt zurück zur Harmonie, im Anschluss Abschlusskundgebung.

Fils-Neckar-Alb:
Regionaler Warnstreiktag am Dienstag, 10. Februar, in Tübingen:
Aufgerufen werden alle Dienststellen in den Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Esslingen. Mit dabei sind Streikende der AOK Neckar-Fils und Neckar-Alb in der laufenden Tarifrunde bei der AOK.
Demo ab 10:00 Uhr vor dem Clubhaus Wilhelmstr. Tübingen. Ab 11:15 Uhr Kundgebung am Europaplatz Tübingen u.a. mit der stellvertretenden Landesbezirksleiterin Hanna Binder.

Mittelbaden-Nordschwarzwald:
Regionaler Warnstreiktag am Dienstag, 10. Februar, in Karlsruhe:
Unter anderem KIT, Regierungspräsidium, ZfP Calw, CVUA, Theater und weitere Dienststellen. Demo ab 10:15 Uhr vom ver.di Haus, 11:15 Uhr Kundgebung unter anderem mit der ver.di Landesbezirksleiterin Maike Schollenberger.

Rhein-Neckar:
Bezirklicher Warnstreiktag am Dienstag, 10. Februar, in Heidelberg: Treffpunkt 10:00 Uhr Schwanenteichanlage Demo zum Universitätsplatz, Kundgebung an 11:00 Uhr mit Benjamin Stein – stellvertretender Landesbezirksleiter ver.di Baden-Württemberg und Maggie Paal – Mitglied der Bundestarifkommission.
Aufgerufene Betriebe sind unter anderem PZN Wiesloch, Zi Mannheim, Universität Heidelberg und Mannheim, Studierendenwerk Heidelberg und Mannheim, Technische Hochschule Mannheim, DHBW, ASB,  Bewährungshilfe, Vermögen und Bau BW, Leibnitz-Institute – IDS, GESIS, ZEW.

In der Tarif- und Besoldungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder fordert ver.di sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Darüber hinaus sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags (TV-L) soll zwölf Monate betragen.

ver.di führt die Länder-Tarifrunde als Verhandlungsführerin auch für die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für rund 925.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen) haben am 3. Dezember 2025 in Berlin begonnen. Weitere Verhandlungsrunden waren am 15./16. Januar und sind am 11./12./13. Februar in Potsdam. ver.di fordert zudem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie auf die knapp eine Million Versorgungsempfänger:innen.

In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt gut 110.000 direkt von den Tarifverhandlungen betroffene Angestellte und 194.000 indirekt betroffene Beamt:innen.
Allein bei den sieben Zentren für Psychiatrie arbeiten an neun Standorten rund 10.000 Beschäftigte. Für die Beschäftigten der vier Uniklinika gilt ein eigenständiger Tarifvertrag.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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