Handwerkskonjunktur Baden-Württemberg – Handwerk blickt verhalten ins Jahr – Eine leichte Erholung im Jahr 2026 ist möglich – wenn die Politik liefert

Das baden-württembergische Handwerk schaut zum Jahresanfang mit Zurückhaltung, aber auch mit vorsichtiger Hoffnung nach vorne. Entscheidend wird nun sein, ob politische Rahmenbedingungen dazu beitragen, diese Bodenbildung in eine nachhaltige Erholung zu überführen.

Zum Start ins erste Quartal 2026 erwartet jeder fünfte Betrieb eine Verbesserung seiner Geschäftslage, gut die Hälfte rechnet mit einer unveränderten Situation. Gleichzeitig geht mehr als ein Viertel der Betriebe (27 Prozent) von einer Verschlechterung aus. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bewegen sich diese Werte auf ähnlichem Niveau. Das Handwerk hofft nun, dass der Tiefpunkt erreicht ist und sich im weiteren Jahresverlauf 2026 eine leichte Erholung einstellen kann.

„Das Handwerk bleibt realistisch und geduldig. Viele Betriebe haben sich durch ein wirtschaftlich schwieriges Umfeld gearbeitet und dürsten nach neuer Dynamik in den Märkten und Verlässlichkeit seitens der Politik“, sagt Rainer Reichhold, Präsident des Spitzenverbands Handwerk BW.

In allen sieben Gewerbegruppen des Handwerks – vom Bauhaupt- und Ausbaugewerbe über den gewerblichen Bedarf und das Kfz-Gewerbe bis hin zu Nahrungs-, Gesundheits- und Dienstleistungshandwerkern – überwiegt derzeit noch der Anteil der Pessimisten gegenüber den Optimisten. Am zuversichtlichsten blicken die Dienstleistungs- sowie die Gesundheitshandwerke auf das kommende Quartal. Auffällig ist zudem eine spürbare Stimmungsaufhellung im Bauhaupt-gewerbe. Dort hat sich der Anteil der Optimisten im Vergleich zum Vorjahr von zehn auf 19 Prozent nahezu verdoppelt. Dahinter steht die Hoffnung, dass die zuletzt leicht anziehenden Baugenehmigungen wieder zu mehr Aufträgen führen.

Im Schlussquartal 2025 bewertete knapp die Hälfte der Betriebe ihre Geschäftslage als gut, rund jeder fünfte Betrieb als schlecht. Insgesamt rechnet das Handwerk für das Jahr 2025 lediglich mit einer Umsatzstagnation. Für 2026 wird ein leichtes Umsatzplus von rund einem Prozent erwartet.

„Damit aus vorsichtigem Optimismus echte Zuversicht wird, muss die Politik ihren Teil beitragen“, betont Reichhold. Gerade nach der Wahl gelte es, aus Versprechungen in den Wahlprogrammen zielführende Maßnahmen im Koalitionsvertrag zu machen. „Das Handwerk ist es wert, dass seine Anliegen im Zentrum der Wirtschaftspolitik bleiben.“ Entscheidend seien insbesondere der Abbau von Bürokratie, faire Wettbewerbsbedingungen, Unterstützung bei Betriebsnachfolgen sowie verlässliche Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Wohnungsbau. Diese Punkte seien klar benannt – unter anderem in den „26 für 26“-Forderungen des Handwerks an die neue Landesregierung.

„Unsere Betriebe zeigen selbst in schwierigsten Zeiten Durchhaltevermögen, nicht zuletzt bei der Arbeitsplatzsicherung und bei der Ausbildung. Jetzt hoffen wir auf Signale, die Mut machen“, so Reichhold abschließend.

Den vollständigen Konjunkturbericht finden Sie hier.

 

PM Baden-Württembergischer-Handwerkstag e.V.

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