Die Klinik am Eichert und ich: Drei Jahrzehnte gemeinsame Geschichte

Der nun beschlossene  Abriss der alten Klinik am Eichert berührt mich auf einer Ebene, die weit über bauliche oder organisatorische Fragen hinausgeht. Für viele ist es ein Gebäude. Für mich war es über Jahrzehnte ein zentraler Ort meines beruflichen Lebens – ein Ort, an dem ich unzählige Menschen in Not hingebracht habe, ein Ort, an dem Zusammenarbeit, Vertrauen und Professionalität den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen konnten.

Nahezu vierzig Jahre im Rettungsdienst, davon 23 Jahre in der Notfallrettung in Göppingen, haben mich geprägt. Seit meinem Wechsel aus dem Rettungsdienstbereich Schwäbisch Gmünd im Jahr 1991 war die Klinik am Eichert mein täglicher Bezugspunkt. Herzinfarkte, Schlaganfälle, schwere Verletzungen, Kindernotfälle, Reanimationen – all diese Einsätze führten uns immer wieder dorthin. Die Teams der „alten“ Klinik waren für mich und viele Kolleginnen und Kollegen eine verlässliche, menschliche und fachlich starke Unterstützung. Ohne diese Zusammenarbeit wäre der Rettungsdienst in dieser Form nicht möglich gewesen.

Dass der Weg zum Abriss über Jahre hinweg von Verzögerungen, widersprüchlichen Aussagen und Kommunikationspannen begleitet war, bleibt für mich unverständlich. Die öffentliche Diskussion wirkte oft chaotisch und wenig professionell. Dennoch möchte ich den Blick auf das richten, was wirklich zählt: die Menschen, die dort gearbeitet haben, und die vielen, deren Leben dort berührt, gerettet oder begleitet wurde.

Mit dem Abriss verschwindet ein Stück meiner beruflichen Geschichte. Es ist ein Abschied, der schwerfällt – nicht aus Nostalgie, sondern aus Respekt vor dem, was dieser Ort für so viele bedeutet hat. Die Erinnerungen bleiben. Und sie verdienen es, bewahrt zu werden.

Alfred Brandner

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